Gedanken zum Monatsspruch:
|
Gott spricht: Nur eine kleine Weile habe ich dich verlassen, doch mit großem Erbarmen hole ich dich heim. (Isaias 54,7) |
Von Frank Walenszus
Es gibt Zeiten, da fühlt man sich von allen verlassen. Man irrt umher wie ein verlorenes Schaf, das seine Herde sucht, die vertraute Stimme des Hirten vermisst. Mitunter ist es schon so, dass man
glaubt, Gott habe sein Antlitz von einem abgewendet. Dann kommen finstere Tage, durchwandert tiefe Schluchten und fürchtet, dass die Berge über einem nieder stürzen.
Doch Gott spricht: „Für einen kleinen Augenblick nur verließ ich dich, mit großem Erbarmen führe ich dich heim.“ (Isaias 54,7) Diese Worte des Herrn an das israelische Volk widerspiegelt die
unendliche Gnade und Geduld Gottes mit uns Menschen, auch wenn er über unser Handeln mitunter sehr zornig ist. Denn er spricht: „Im übersprudelnden Zorne verbarg ich ein Weilchen mein Antlitz vor
dir, doch mit ewiger Huld erbarm’ ich mich dein. (Isaias 54,8)“
Auf dieses Versprechen können wir bauen, denn er sandte seinen Sohn Jesus Christus auf diese Erde. Mit dessen Tod am Kreuz tilgte er unsere Sünden, starben wir mit ihm. Mit seiner Auferstehung
schenkte er uns ein neues Leben, machte uns frei von der Fessel, Sklave der Sünde zu sein. Hatte nicht auch Jesus in seiner Sterbestunde geschrien: Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?
Es ist gut zu wissen, dass Gott uns nicht verlassen hat, auch wenn man verzweifelt, wie Jesus am Kreuz, seine Angst zum Himmel schreit.
Gedanken zum Monatsspruch:
|
„Einer teilt reichlich aus und hat immer mehr; ein anderer kargt, wo er nicht soll, und wird doch ärmer“ ((Spr. 11,24)) |
Von Frank Walenszus
Beim Lesen dieses Spruches kam mir unwillkürlich die Quadratur des Kreises in den Sinn. Wie kann einer, der austeilt letztlich immer mehr haben? Und ein anderer spart und bekommt nichts auf die
Reihe. Das Betttuch ist in jedem Falle zu kurz.
Einer teilt aus und hat immer mehr, was wären wir ohne den Sämann? Er streut den Samen aus, er fällt auf gute Erde und vervielfacht sich. Jesus Christus hat in der Bibel einige Vergleiche vom
Sämann. Samen der auf steinigen Boden fällt, oder auch in Dornen sowie flacher Erde, aber auch auf gute Erde. Einiges wird sterben, aber was auf gutem Boden gefallen ist wird vielfache Frucht
bringen Ist es da nicht eine logische Schlussfolgerung, dass einer, der viel austeilt, letztlich reicher wird.
Was wäre das für ein Bauer, der sein Saatgut in die Scheuer belässt, aus Furcht, es könnten Unwetter toben und das Saatgut letztlich vernichten. Ein solcher wird eben immer ärmer.
Zu gern erinnere ich mich an eine Jugendlektüre über den Till Eulenspiegel des Orients Chodscha Nasreddin. Da fällt doch allen Ernstes ein Wucherer in einem Weiher. Er ruft um Hilfe, da er nicht
schwimmen kann. Viele stehen abseits und wenden sich ab: Soll doch der Wucherer ertrinken!
Einige wollen ihm aber helfen und strecken ihm die Hand entgegen und rufen: Gib! Gib! Doch der Ertrinkende streckt seinen Arm der rettenden Hand nicht entgegen. Nasreddin weiß jedoch um die
Befindlichkeit des Wucherers und sagte: Da, nimm! Und der Reiche griff zu und wurde gerettet.
Freilich ist reich eine diffuse Größe. Ich habe Menschen beobachtet, die mit düsterem Blick in die Welt schauten. Ein Lächeln zu verschenken macht doch alle reicher. Wer freundlich lächelnd und
frohen Mutes seinen Nächsten beschenkt und so verschwenderisch durch die Welt geht, der teilt viel Freude aus und wird reicher an Freude werden. Denn so etwas steckt an, bringt Lebensfreude und
lässt auch innerlich bei anderen Menschen und sich selbst Sommer werden, der sich naht.
„Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.“ (Joh. 12,24). Wer anderen ein Lächeln schenkt, wird Frohsinn und
Nächstenliebe sähen.
Gedanken zum Monatsspruch:
|
"Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, dass ihr immer reicher werdet an Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes." (Brief des Heiligen Apostels Paulus an die Gemeinde in Rom 15.13) |
Von Frank Walenszus
Als ich den Monatsspruch las, kam mir unwillkürlich die Frage eines kleinen japanischen Mädchens in den Sinn. Es hatte Papst Benedikt XVI. in einem Brief gefragt, warum Gott solches Leid durch
das Erdbeben und die Atomkatastrophe zulässt. Umso erstaunter war ich über die Antwort des Papstes: Er wüsste es auch nicht und sprach dem Mädchen Mut und Hoffnung zu, dass alles gut werde und
Gott die Menschen nicht verlassen würde.
Der Apostel Paulus sah das nicht anders: Gott beschert keineswegs ein Leben ohne Probleme und Leiden, aber er schenkt die Kraft, aller Hoffnungslosigkeit zum Trotz, auf Gottes Güte zu hoffen. Im
1. Brief des Apostels Petrus (1.3) können wir lesen: „Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus! In seinem großen Erbarmen hat er uns neu geboren und mit einer lebendigen
Hoffnung erfüllt. Diese Hoffnung gründet sich darauf, dass Jesus Christus vom Tod auferstanden ist.“
Weiter schreibt Petrus mit Blick auf Hoffnung und Errettung: Deshalb seid ihr voll Freude, auch wenn ihr jetzt – wenn Gott es so will – für kurze Zeit leiden müsst und auf die verschiedensten
Proben gestellt werdet (1. Petrus 1.6). Zu einer solchen Hoffnung ist der Mensch aus sich selbst heraus jedoch nicht fähig, sie erwächst aus dem Glauben an unserem Herrn Jesus Christus.
Für das japanische Mädchen werden sicher auf ihre Fragen viele Antworten noch offen bleiben, aber auch darin macht Papst Benedikt XVI. dem Mädchen Mut, die sich ihr jetzt bietende Hoffnung wird
Gott eines Tages in eine unendlich bestehende Freude bestätigen.
Den Glauben daran, dass Hoffnung nicht eine Illusion ist, die gegebenenfalls wie eine Seifenblase platzt, gewinnen wir aus der Kraft des Heiligen Geistes, auch wenn Leid und Schmerz in unserer
Welt scheinbar die Oberhand gewinnen. Vertrauen wir der Zusage des Apostels Paulus: Auf Hoffnung hin seid ihr gerettet!
|
"Wachet und betet, dass ihr nicht in Anfechtung fallt!" (Mt. 26,41) |
Von Frank Walenszus
Wachen und beten, das sind doch zwei miteinander unvereinbare Dinge, die man nur schwer unter einem Hut bekommt. Selbst die Jünger von Jesus schafften das nicht, als er sich zum Gebet vor dem
Abend als er verraten wurde zurück zog. Er bat seine Jünger zu wachen und als er vom Gebet zu ihnen kam, fand er sie schlafend vor. Die Bibel berichtet darüber. Aus heutiger Sicht scheinbar eine
Nebensache und doch wird sie zum zentralen Punkt, denn mit wachen ist nicht das Nichtschlafen gemeint, sondern die Aufforderung, sich dem Evangelium Jesu Christi nicht zu verschließen oder sich
auf Irrwegen verleiten zu lassen.
Wachet und betet, dass ihr nicht in Anfechtung fallt! Jesus Christus wusste wohl um die Schwachheit der Menschen und um die Anfechtungen des weltlichen Lebens. Das Gebet als Wächter den
Anfechtungen widerstehen zu können. Wir benötigen das Gebet für die enge Beziehung zu Jesus Christus. Der Herr gibt uns aus dem Gebet die Kraft, den Blick nicht für das Wesentliche zu
verlieren.
Paulus schreibt in seinem Brief an die Gemeinde in Kollossä 4,2-3: Lasst nicht nach im Beten, werdet nicht müde darin und tut es immer mit Dank! Betet dabei auch für uns, dass Gott uns eine Tür
öffnet für seine Botschaft. Wir sollen ja das Geheimnis bekannt machen, das in Christus beschlossen ist."
Und dennoch, die Anfechtungen sind allgegenwärtig, mit denen uns der Satan umschmeichelt. Es gibt Situationen im Leben, da falle ich in Anfechtungen und möchte mich lieber nicht festlegen und ich
ertappe mich mit der Bitte an unseren Herrn: Ach, lass doch diesen Kelch an mir vorüber gehen. Wachen und Beten, das sind nicht zwei sich ausschließende Dinge. Sie sind Aufforderung dem Glamour
der Welt zu widerstehen. Sich nicht in den Sog hineinziehen zu lassen und dem Freudentaumel des Hier, Jetzt und Heute zu verfallen. Wachet und Betet, denn ihr wisst nicht wann der Herr
kommt.
Wir sollen bereit und frei sein für das, was kommt. Wenn wir in Not sind, fällt uns das Beten nicht schwer, wie Jona im Bauch des Walfisches, wie die kinderlose Hanna im Tempel, wie die drei
Männer im Feuerofen. Und oft haben sie dann erlebt, dass ihre Standhaftigkeit belohnt wurde – dass Rettung kam, dass das Leben neu geworden ist. So leben wir in der Hoffnung, dass Jesus Christus
unser Leben heil und neu werden lässt, ganz anders, als wir uns vorstellen können – und dass wir es schaffen, Anfechtungen zu widerstehen.
Gedanken zum Monatsspruch:
|
"Bei Gott allein kommt meine Seele zur Ruhe, denn von ihm kommt meine Hoffnung." |
Von Frank Walenszus
Manchmal frage ich mich, warum soll meine Seele zur Ruhe kommen? Angesichts der gegen Menschen gerichteten Gewalt, sei es in Lybien oder auch in Europa, die Naturkatastrophe in Japan , die
Ignoranz vieler Politiker gegenüber dem eigenen Volk, müsste da nicht erst recht meine Seele in Aufruhr geraten. Müsste ich da nicht viel mehr die Frage stellen: Gott, du mein Gott, warum hast du
uns verlassen?
Zu schnell neigt man dazu, die Schuld für alles Ungemach bei anderen zu suchen. Da hebt man eben die Stimme und vorwurfsvoll hört man viele sagen, warum lässt Gott das zu. Und spätestens hier
tappt man in die eigene Falle, denn wenn alles gut läuft dann stellt sich doch gar nicht diese Frage, da hat sich Gott eben raus zu halten, selbst wenn es der falsche Weg ist, es nützt mir
ja.
Obwohl Gott so oft von uns Menschen brüskiert wird, ist seine an uns gerichtete Gnade unerschöpflich. Er ist der Ruhepol, gewissermaßen die Raststätte nach einer mühseligen Wanderung. Das Leben
ist eben nicht immer eine gerade Strecke, so manche Höhen und Tiefen hält es für uns parat. Da macht es Mut, Jesus Christus an seiner Seite zu wissen, der Spender Trost und Freude zugleich ist.
Auch wenn Turbulenzen mich aus der Bahn bringen wollen, mich niederdrücken, kann ich darauf bauen: „Nun aber hat mir der Herr, mein Gott, Ruhe gegeben ringsum.“ (1.Könige 5,18)
Diese von Gott kommende Ruhe ist die Hoffnung, auf der ich getrost bauen kann. Ich finde es entlastend, dass Gott nicht erst dann tätig wird, wenn ich ihm meine Sorgen aufliste oder ihm meine
Erfolge offenbare, über die er sich dann genau so freut. Doch mitunter habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich mit Jesus Christus besser in Kontakt komme, wenn ich ganz still werde. Mich einfach
in das Vertrauen zum Herrn fallen lasse, seinen inneren Frieden spüre und wohltuende Ruhe empfinde.
Gedanken zum Monatsspruch:
|
Auch die Schöpfung wird frei werden von der Knechtschaft der Vergänglichkeit zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. |
Von Frank Walenszus
Die Endlichkeit des Menschen hat selbigen seit Jahrhunderten beschäftigt.Wenn schon die Frage nach dem Woher klar war, so blieb doch die Frage nach dem Wohin für die Mehrzahl unbeantwortet. Der
Apostel Paulus brachte es auf den Punkt: Auf Hoffnung sind wir gerettet. Im Römerbrief 8,13 heißt es: Wenn ihr nach eurer eigenen Natur lebt, werdet ihr sterben. Wenn ihr aber in der Kraft des
Geistes euren selbstsüchtigen Willen tötet, werdet ihr leben.“
Christen können darauf bauen, dass mit der Taufe ihre Vergänglichkeit gestorben und sie zu einem neuen Leben mit Jesus Christus erweckt wurden. So mancher wird sagen, ja wo ist denn das neue
Leben in der herrlichen Freiheit als Kinder Gottes? Täuschen wir uns nicht, das unvergängliche Leben liegt zwar noch im Verborgenen, doch wir werden es schauen.
Christus lebt in uns durch seinen Geist. Das bedeutet doch nichts anderes, dass unser fleischlicher Leib zwar durch unsere Sünden dem Tod anheimfällt, aber der Geist uns mit Leben erfüllt. Weil
eben Christus die Sünde besiegt und uns somit den Weg zu Gott frei gemacht hat. Gott hat uns angenommen. „Der Geist, der in euch lebt, ist ja der Geist dessen, der Jesus vom Tod auferweckt hat.
Dann wird der Gott, der Jesus Christus vom Tod auferweckt hat, auch euren todverfallenen Leib lebendig machen.“ (Röm. 8,11) Das bewirkt er durch seinen Geist, der schon jetzt in uns mit der Taufe
lebt. Durch die Taufe sind wir ein Teil der neuen Schöpfung Gottes, wenn auch noch nicht sichtbar, sondern verborgen. In Gottes neuer Welt, der Ewigkeit, wird er das Werk der neuen Schöpfung
vollenden. Hieran werden die teilhaben, die an Christus geglaubt und ein Leben aus der Taufe geführt haben.
Kritiker werfen den Christen vor, dass sie nur auf ein besseres Leben danach vertrösten, weil sie für das Jetzt keine Lösung haben. Christen sterben, bekommen Krebs, durchleben menschliche
Qualen, Freude und Leid wie jeder andere Mensch. Und so schlussfolgern Kritiker, ewiges Leben sei nur erstrebenswert, wenn es selig mache, sonst sei es eine unaufhörliche Irgendwie-Existenz, die
ja auch ein Fluch sein könne und kaum zu unterscheiden sei von der ewigen Verdammnis in der Hölle.
Doch täuschen wir uns nicht darüber, dass wir noch leiden müssen. Der Apostel Paulus macht uns jedoch Mut: Was wir auch leiden müssen, fällt überhaupt nicht ins Gewicht im Vergleich mit der
Herrlichkeit, die Gott uns zugedacht hat und auch offenbar werden lässt.
Allein der Glaube versetzt den Christen in die Lage, auf ein Weiterleben nach dem Tod zu hoffen, da Jesus Christus mit seiner Auferstehung nach seiner Kreuzigung dem Tod die Macht genommen hat.
Der Glaube an Christus gibt Menschen ihren Tod und ihre Unsterblichkeit zugleich. Welches sinnliche oder nichtsinnliche Leben und welche Aufgabe die Seele übernimmt können wir Menschen nicht
einmal erahnen.
|
„Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn, und schuf sie als Mann und Frau.“ |
Von Frank Walenszus
Was findet Gott an uns Menschen, die er so sehr liebt? Ist es nur dadurch begründet, dass er den Menschen nach seinem Bilde schuf? Letzteres wäre zu kurz gesprungen, denn die Menschen entfernen
sich immer mehr von Gott, suchen ihre eigenen Götzen. Die Ursachen für Gottes Liebe zu uns Menschen müssen also viel tiefer liegen. Ich denke, sie liegen in der Heilsgemeinschaft mit Gott. Gott
und Mensch sind für ewige Zeit fest durch das Evangelium verbunden. Gott liebt jeden Menschen, egal ob reich oder arm, Christ oder Atheist oder fremdreligiös.
Nirgends woanders ist die Würde des Menschen so fest verwurzelt wie in der Bibel. „Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn, und schuf sie als Mann und Frau.“
(Gen. 1.27; Luther) Gott schuf uns zwar zu seinem Bilde, aber wir sind nicht gottgleich. Nur Gott ist vollkommen. Wir sind gestrauchelte, Sünder. Das muss wohl Gott so sehr beschäftigt haben,
dass er seinen eingeborenen Sohn Jesus Christus für uns Menschen am Kreuz opferte, der alle Schuld der Menschen seit dem Sündenfall auf sich nahm und so die Trennung des Menschen von Gott
überwunden wurde.
Gottes Menschenwürde ist eine andere nicht mit der weltlichen vergleichbar. Auch im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland steht, die Würde des Menschen ist unantastbar und doch wird sie in
jeder Sekunde tausendfach mit Füßen getreten – Armut, Arbeitslosigkeit, Diskriminierung, Ausgrenzung oder gar noch schlimmer im millionenfachen Mord ungeborenen Lebens seit der
Gesetzesöffnung.
Der Monatsspruch zwingt zum Tiefgang. Wenn in jedem Menschen ein Abbild Gottes verankert ist, dann muss ich doch auch in meinem ärgsten Widersacher eine winzige Spur von Gott erkennen können, die
es mir eigentlich leicht machen müsste, dem Gegenüber die Hand zu reichen. Und doch ist es in den meisten Fällen nicht so, was unsere Unvollkommenheit kennzeichnet. Liebe deinen Nächsten wie dich
selbst, dieses höchste von Jesus Christus eingeforderte Gebot, trifft den Menschen in Mark und Bein, überfordert ihn schlechthin.
Muss ich deshalb verzagen? Nein! Dietrich Bonhoeffer meint dazu: „Was dir verabscheuungswürdig erscheint in seiner Widergöttlichkeit, wovon du dich zurückziehst in Schmerz und Feindschaft, der
wirkliche Mensch, die Wirklichkeit – das ist für Gott Grund unergründlicher Liebe.“
nach oben
|
Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe. |
Von Frank Walenszus
Kehrt um! Eine Aufforderung, die mancher nicht so gern hört. Der Mensch ist nur all zu oft von seinem Tun so überzeugt, dass eine Umkehr einem Versagen gleich kommt. Das Eingestehen, sich
verrannt zu haben, ist mitunter eine bedrückende Erfahrung. Ist aber nicht gerade eine Umkehr eine Rückbesinnung, auf das, was uns gestern noch so lieb und teuer war?
Johannes der Täufer predigte in der Zeit des Herrschers und Kindermörders Herodes in der Wüste von Judäa. „Tut Buße! Denn das Reich der Himmel ist nahe gekommen.“ (ELB. Mt. 3,2) Freilich,
Johannes der Täufer wollte das Volk wieder auf den rechten Weg bringen. Er wusste, dass ein weitaus größerer nach ihm kommt, der bereits vor ihm da war: „Ich taufe euch mit Wasser zur Buße; der
aber nach mir kommt, ist stärker als ich, dessen Sandalen zu tragen ich nicht würdig bin; er wird euch mit Heiligem Geist und Feuer taufen; seine Wurfschaufel ist in seiner Hand, und er wird
seine Tenne durch und durch reinigen und seinen Weizen in die Scheune sammeln, die Spreu aber wird er mit unauslöschlichem Feuer verbrennen.“ (ELB. Mt. 3, 11 – 12)
Die Rede ist von Jesus Christus. Insbesondere in der Adventszeit, seiner Ankunft, wird uns das besonders bewusst. Der Heiland der Welt kommt, um die Blutschuld der Menschen vor Gott zu tilgen Er
nimmt alle Schuld auf sich, der keine Schuld kannte, um Gott mit den Menschen wieder zu versöhnen. Gott schickt seinen Sohn und opfert ihn, um die Menschen, seine Schöpfung, vor der Hölle zu
retten.
Der Ruf „Kehrt um!“ ist heut wie damals gültig. Heute wie damals trifft er auf Ohren, die nicht hören. Wo ist denn das Himmelreich, fragt so mancher angesichts des gesellschaftlichen Niedergangs.
Ist es da nicht mehr als verständlich, wenn Zweifel die Menschen martern und Verzagtheit sich breit macht? Ist es da nicht besser dem Zeitgeist zu folgen, mit der Masse mitzuschwimmen?
Nein, Jesus Christus wusste um diese Dinge, denn er selbst sagte, dass viele falsche Propheten und Messiasse kommen werden, um in seinem Namen zu predigen und die Menschen zu verführen. Viele
werden ihnen auf den Leim gehen und vom Glauben an den Heiland der Welt abfallen. Nur jene, die standhaft am Glauben festhalten werden das Himmelreich schauen. Umkehr verlangt Vertrauen auf das,
was wir noch nicht sehen aber darauf hoffen.
Der Apostel Johannes mahnt in der Offenbarung 2,4-5 in dem Sendschreiben an die Gemeinde in Sardes. "Doch ich habe gegen dich, dass du deine erste Liebe verlassen hast. Bedenke also, aus welcher
Höhe du gefallen bist! Kehre um und tu die ersten Werke! Sonst komme ich dir und werde deinen Leuchter wegrücken von seinem Platz, wenn du nicht umkehrst."
Mehr als 2000 Jahre erklingt der Ruf zur Umkehr. Doch damit ist es nicht getan. Tut Buße, bekennt eure Sünden als eine Bedingung für das Himmelreich, denn gerade weil es nahe ist, können wir
umkehren. Jesus Christus ist doch nicht geboren, damit wir ein paar schöne Feiertage haben und uns gegenseitig beschenken.
Halten wir uns an die Ermutigung von Petrus (ELB. 1. Brief 3, 15) an die Jünger von Christus, die wir ja sind: „Haltet den Herrn, den Christus, in euren Herzen heilig! Seid aber jederzeit bereit
zur Verantwortung jedem gegenüber, der Rechenschaft von euch über die Hoffnung in euch fordert.“
nach oben
|
Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Denn es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort
nicht mehr lernen, Krieg zu führen. |
Von Frank Walenszus
Eine Botschaft der Bibel, die Mut macht. Freilich, Frieden ist eine uralte Sehnsucht der Menschheit, die nie Realität wurde. Die weißen Tauben sind müde. Gerade die noch lebenden Kriegskinder
werden sich mit Schrecken an den Zweiten Weltkrieg erinnern. Doch auch heute noch sterben tausende Menschen in Afrika, Asien und sogar in Europa im Namen des Friedens. Dank sei Gott, dass wir in
Deutschland 65 Jahre in Frieden leben können. Was heißt Frieden? Ist das nur die Abwesenheit von Krieg?
Nein, die Welt kennt den wahren Frieden nicht. Wie soll sie ihn auch kennen in einer Welt, in der Satan und die Sünde regieren. Frieden ist weit mehr als nur die Abwesenheit von Krieg. Wie kann
man dann aber Frieden finden? Die Bibel sagt in Hiob 22, 21: „So vertrage dich nun mit Gott und mache Frieden; daraus wird dir viel Gutes kommen.“ Ein solcher Frieden meint, dass man mit Gott
alles ins reine bringt. Der Heilige Paulus sagt in seinem Brief an die Gemeinde in Rom (5, 1): „Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn
Jesus Christus.“
Aber auch das spricht Jesus Christus: „Denkt nicht, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert!“ (Mt.,10, 34) Doch
damit meint er keineswegs Waffengewalt und Krieg, denn weiter sagt Jesus: „Ich bin gekommen, um den Sohn mit seinem Vater zu entzweien, die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit
ihrer Schwiegermutter; die eigenen Angehörigen werden zu Feinden.“ (Mt. 10,35.36)
Für uns bedeutet das: Jetzt, wo in der Welt das Böse herrscht, ist die unvermeidliche Folge unseres Bekenntnisses zum Heiland der Welt eine „Entzweiung“. Wer zu Jesus Christus steht, erfährt
heute mehr denn je „Krieg“ statt Frieden – und darf dennoch den Frieden des Christus in seinem Herzen regieren lassen (Koll.3,15).
Als ich unlängst in meinen Unterlagen wieder kramte, fiel mir eine Briefmarke in die Hände. Ich hatte die Marke mit einem Nennwert von 40 Kopeken von einem Brief gelöst, den mir mein sowjetischer
Brieffreund vor zig Jahren geschrieben hatte, Sie zeigt das Abbild einer Bronzeskulptur, die die Sowjetunion 1959 den Vereinten Nationen schenkte – einen heroischen Mann, der ein Schwert zur
Pflugschar umschmiedet. Die Briefmarke wurde nur wenig später in der DDR verboten. Die Botschaft, Schwerter zu Pflugscharen, wurde dennoch zu einer großen Friedensbewegung in der DDR.
nach oben
|
Siehe, ich habe vor dir eine Tür aufgetan und niemand kann sie zuschließen. |
Von Frank Walenszus
Wie so oft stehen wir vor verschlossenen Türen. Niemand ist da, der sie öffnet. Manchmal sind es ganz profane Dinge die uns umtreiben. Ein vergessenes Brot oder die Butter, doch all das sind
Dinge, die man am folgenden Tag nachholen kann. Verschlossene Türen zeigen uns jedoch auf, dass alles endlich ist. Doch da berichtet die Bibel: „Siehe, ich habe vor dir eine Tür aufgetan und
niemand kann sie zuschließen (Offenbarung 3,8). Wo Jesus Christus Türen öffnet, kann niemand zuschließen, und wo Er zuschließt, kann niemand öffnen.
Sind wir uns dessen bewusst, dass Jesus Christus jedem die Tür öffnet, zu ihm zu kommen. Er will, dass niemand verloren geht. So wie es der Evangelist Matthäus (18,12-14) von einem Mann
berichtet, der 100 Schafe hat und eines davon sich verlaufen hat. Jener sucht natürlich das verirrte Schaf und ist froh darüber, es gefunden und zur Herde zurückgebracht zu haben. Er verweist auf
die Worte von Jesus: „Genauso ist es mit eurem Vater im Himmel: Er will nicht, dass einer dieser kleinen, unbedeutenden Menschen verloren geht (Matt. 18,14).
Na ja, wird so mancher einwenden, verschlossene Türen sind doch das Typische in dieser Gesellschaft, selbst Kirchen sind in der Gottesdienst freien Zeit meistens zugesperrt. Doch täuschen wir uns
nicht. Jesus Christus hat für uns immer eine Tür geöffnet. Wir müssen nur hindurch gehen. Die Entscheidung für einen Eintritt oder nicht, das nimmt uns Jesus Christus nicht ab. Doch wir wissen
nicht, wie lange die Tür für jeden Einzelnen offen steht. Wenn Gott die Tür zuschließt, kann niemand sie öffnen. Es ist endgültig. Stimmt es uns da nicht froh, einen Weg zu haben, der uns mit
Hoffnung erfüllt. Treten wir ein durch die geöffnete Tür, ehe sie vor uns zuschlägt. Die Entscheidung für ein Bekenntnis zu Jesus hängt nicht von der Tagesform jedes Einzelnen ab. Sie hat
zeitendliche Bedeutung.
So manche Kirchgemeinde öffnet ihre Türen für "Verirrte": Die Kirchgemeinde Klütz macht es den Zögernden leicht: "Unsere Kirche offen für Sie. Treten Sie wieder ein." Solche Gemeinden handeln wie
der Hirte, der das verlorene Schaf sucht.
nach oben
Gedanken zum Monatsspruch:
|
Ein Mensch, der da isst und trinkt und hat guten Mut bei all seinem Mühen, das ist eine Gabe Gottes. |
Von Frank Walenszus
Der Monatsspruch hat mich im ersten Moment ein bisschen irritiert.Ist Essen und Trinken nicht eine Voraussetzung, um guten Mutes zu sein? Mit hungrigem Magen und durstiger Kehle wird einem doch
jeder Moment verhagelt. Gott sei Dank muss ich nicht darben an Nahrung für Geist, Körper und Seele.
Im Vaterunser beten wir, „unser tägliches Brot gib uns heute“, doch erkennen wir immer, dass gerade das nicht immer selbstverständlich ist. Beim Essen und Trinken macht Gott scheinbar keine
Unterschiede zwischen den Menschen. Oder doch? Im reichen Land Deutschland sind viele Menschen von der Armut betroffen. Kinder kommen ohne Pausenbrote in die Schule, viele haben kaum das tägliche
warme Essen. Suppenküchen und Tafeln haben in Deutschland Hochkonjunktur. Wer Hunger verspürt, kann kaum guten Mutes sein. Rund jedes sechste Kind lebt in Deutschland in Armut. Ich habe noch
keine Spendengala für in Armut lebende deutsche Kinder im deutschen Fernsehen erlebt. Doch 32.9 Milliarden kostete dem deutschen Steuerzahler bisher der Afghanistankrieg, um die korrupte
Regierung von Karsai an der Macht zu halten, derweil sich immer mehr deutsche Familien Sorgen um das tägliche Brot machen müssen.
Im Buch der Prediger wird die Frage nach dem Sinn des Tuns aufgeworfen. König Salomo vergleicht alles menschliche Tun mit einer Jagd nach dem Wind, denn alles ist vergänglich, nichts Irdisches
ist für die Ewigkeit bestimmt. Zu dieser Erkenntnis kommt auch König Salomo. Damals wie heute gültig. Auch Menschen, die auf Gott vertrauen, stehen in der täglichen Gefahr durch die
Wohlstandsgesellschaft übersättigt zu werden und unempfänglich für die Sorgen anderer zu werden. Wir schauen weit in den Horizont und übersehen die bittende Hand nahe bei uns.
Im Kapitel 4, 1–3 kommt König Salomo zu einer fatalistischen Erkenntnis: „Ich habe auch gesehen, wie viel Ausbeutung es in dieser Welt gibt. Die Unterdrückten weinen, aber niemand trocknet ihre
Tränen. Niemand hilft ihnen, denn ihre Unterdrücker haben die Macht. Wie gut haben es die Toten! Ihnen geht es besser als den Lebenden. Noch besser sind die dran, die gar nicht geboren wurden und
die Ungerechtigkeit auf der Erde nicht sehen mussten.“
Wer Essen und Trinken jedoch als Gabe aus Gottes Hand sieht, empfindet Freude und Dankbarkeit zu teilen, anderen zu helfen. Dessen Tun wird nicht durch einen selbstherrlichen Egoismus bestimmt:
Ich habe mir all den Wohlstand erarbeitet, frei nach dem Motto, vom Tellerwäscher zum Millionär. „Ein Mensch, der da isst und trinkt und hat guten Mut bei all seinem Mühen, das ist eine Gabe
Gottes (Prediger 3,13).
nach oben
Gedanken zum Monatsspruch:
|
Jesus Christus spricht: Ihr urteilt, wie Menschen urteilen, ich urteile über keinen. |
Menschen sind mit ihrem Urteil schnell zur Hand. Sie urteilen oberflächlich, bewerten andere nach ihrem Aussehen, ihrem sozialen Stand, nach Besitz. Nur selten trifft jedoch das zu. So mancher
handelt nach dem Grundsatz: Der erste Eindruck ist immer beste, danach wird es nur schlechter. Machen wir uns überhaupt die Mühe, Menschen richtig zu erkennen? Vorurteile prägen uns, resultierend
aus eigenen schlechten Erfahrungen in der Berührung mit anderen Menschen. Tue nichts Gutes, dann widerfährt dir auch nichts Böses, ist oftmals das Motiv für Handeln oder Nichthandeln. Christen
sind davon keineswegs ausgenommen.
Die Bibel berichtet davon an unzähligen Stellen. Jesus spricht: "Ihr richtet nach dem Fleische, ich richte niemand (Johannes 8, 15)." Aber gerade mit dieser Aussage haben wir ein Problem.
Neudeutsch verstehen wir im Zusammenleben mit anderen, die Chemie muss stimmen. Ja, und wo die Chemie nicht stimmt? Da klammern wir andere aus, überschütten sie mit Vorurteilen und verurteilen
sie.
Auch hier führt uns Jesus Christus unser Fehlurteil auf markanter Weise vor: Was siehst du den Splitter im Auge deines Bruders und den Balken im eigenen nicht. Entferne erst den Balken aus deinem
Auge, ehe du den Splitter aus dem Auge deines Bruders entfernst.
Im Kapitel acht des Johannesevangeliums berichtet uns der Evangelist von einer Frau, die beim Ehebruch ertappt wurde. Schriftgelehrte und Pharisäer sagten zu Jesus: „Im Gesetze hat uns Moses
befohlen, solche zu steinigen; was sagst du dazu (Johannes 8, 5)?"
Böses steckte hinter ihren Worten, sie wollten Jesus auf die Probe stellen. Nur mit einem einzigen Satz überführte sie Jesus Christus der Lüge ohne sie zu verurteilen: „Wer von euch ohne Sünde
ist, werfe als erster einen Stein auf sie (Johannes 8, 7)." Alle entfernten sich ohne ein Wort.
Wie gelingt es uns mit falschen Urteilen umzugehen? Da wird einer auf einer Versammlung von Dorfältesten lächerlich gemacht, weil seine Fragen unbequem sind. Man beurteilt ihn als Querulant,
verbietet ihm das Wort, versetzt sich selbst in ein kollektives Beleidigtsein. Für die Dorfältesten war deren Macht im Augenblick Ratgeber des Urteils. Macht, auch wenn sie noch so gering ist,
ist ein unguter Richter, nimmt anderen die Würde und gebiert neues Unrecht.
Jesus Christus spricht: "Ihr urteilt, wie Menschen urteilen, ich urteile über keinen."
nach oben
|
So bekehre dich nun zu deinem Gott, halte fest an Barmherzigkeit und Recht und hoffe stets auf deinen Gott. |
Von Frank Walenszus
Der Prophet Hosea wirkte im Nordreich, der Heimat des Elias. Hosea durchlebte alle möglichen Tiefen. Sein Leben versinnbildlichte quasi den Abfall des auserwählten Volkes von Gott. Und gerade aus
dieser schier unglaublichen Lage verkündigte der Prophet trotz seiner Droh- und Mahnreden gegen die anstößigen Kultorte, gegen das Priestertum und der herrschenden Schicht eine Trostverheißung.
Die Botschaft von Hosea ist schlicht und gewagt in jener wie auch heutiger Zeit „Gott ist die Liebe!“.
Lüge und Betrug umgibt das damalige Haus Israel. Und in dieser Zeit zieht Gott Jakob zur Rechenschaft, der seinen Bruder im Mutterleib überlistete und als Mann mit Gott rang und den Engel
besiegte. Worte der Mahnung lässt Gott den Propheten Hosea zu Jakob sagen: „Du sollst zurückkehren zu deinem Gott! Bewahre Treue und Recht und hoffe stets auf deinen Gott!“ Eine Aufforderung auch
an uns.
Was unterscheidet uns heute von jener Zeit? Sie ist auch von Betrug und Lüge in Deutschland gekennzeichnet! Die Menschen rennen ebenso dem Reichtum mit List und Tücke hinterher! Geld und Macht
sind das "Goldene Kalb", das angebetet wird, ein ständiger Kampf, im First-Class-Wagen des fahrenden Zuges einen Platz zu ergaunern. Wie in der Zeit des Propheten Hosea findet Gott kaum noch
sehende Augen und hörende Ohren bei den Menschen.
„In der Hand des Händlers ist falsche Waage; er liebt das Unrecht. (Hosea 12,8). Die Geldgier und das Streben nach Macht des "inneren Zirkels" in Deutschland ist gleichzusetzen mit der Antwort
Ephraims: „Ich bin doch reich geworden, habe mir Vermögen erworben! Alle meine Gewinne stellen für mich kein Vergehen dar, das Sünde wäre.“
Reichtum, Macht und Geltungssucht sind das Götzenbild. Sie sind das „Goldene Kalb“, um das die Menschen tanzen. Im Buhlen um einen Platz an diesem Trog betet man das Vergängliche an, vergessend
dass ihr ganzer Reichtum bereits von Moder und Fäulnis zerfressen wird. Gott, Barmherzigkeit und Recht sind längst auf der Strecke geblieben.
Zu viele Ephraims haben wir in unserer Gesellschaft, die sich auf Kosten anderer ihren Reichtum scheffeln. Die Regierenden laufen ihnen in Scharen nach, ebnen ihnen in vorauseilender
Liebedienerei den Weg zu noch mehr Reichtum, um etwas davon für sich selbst zu ergattern. Die wenig haben werden mit Abgaben geknechtet.
Barmherzigkeit ist zu einem Fremdwort verkommen und wird als Schwäche ausgelegt. Das Recht des Stärkeren gilt. Millionen Euro schwere Steuerbetrüger gehen straffrei aus, Steuergeschenke für
Lobbyisten von Parteien sind Regierungspolitik. Dagegen werden Maultaschen und Pfandscheine für Leergut zu Stolpersteinen für Arbeitnehmer. Mit Sparpaketen wird das Volk geknechtet, während die
Oberschicht und Regierenden in Sektlaune schwelgen.
Und Gott spricht: „Ich lasse dich wieder in Zelten wohnen wie zur Zeit, da wir zusammentrafen.“ (Hosea 12,10) Es ist hohe Zeit wider den Palästen der politischen Pharisäer im Land streiten. Die
Abwendung von Gott, Barmherzigkeit und Recht wird ihnen zum Fallbeil werden. Gott Spricht: „So werde ich für sie wie ein Löwe, ich lauere wie ein Panther am Weg. Ich falle sie an wie eine Bärin,
die ihrer Jungen beraubt ist und zerfleische ihnen die Brust (Hosea 13,7-8)“.
Eindringlich mahnt Gott: "So bekehre dich nun zu deinem Gott, halte fest an Barmherzigkeit und Recht und hoffe stets auf deinen Gott." Wohl dem, der die Hoffnung noch nicht verloren hat.
nach oben
|
Gott spricht: Suchet mich, so werdet ihr leben. |
Von Frank Walenszus
Amos zählt zu den so genannten zwölf „kleinen Propheten“. Wie die Schrift uns informiert, legte Amos sehr großen Wert darauf, kein Berufsprophet, sondern ein berufener Prophet zu sein. Amos ist
Hirte und Maulbeerfeigenzüchter aus Tekoa. Ein einfacher Mensch, doch Gott bedient sich sehr oft solcher Menschen, um seine Worte dem Volk mitzuteilen.
Die Botschaft Gottes, die er Amos sagen lässt, fällt in einer Zeit 760 v. Christus, als Israel unter König Jerobeam II. eine Blütezeit erlebte. „Suchet mich, so werdet ihr Leben", Worte inmitten
einer Wohlstandsgesellschaft. Jerobeam II. hatte das israelische Königreich in den Grenzen wie unter dem Herrscher Salomo wieder herstellen können.
Die Oberschicht des Volkes lebte in Wohlstand und man lebte in Saus und Braus voller Übermut und entfernte sich von Gott. Die Gottgeweihten brachen ihre Gelübde und man machte sich über Gott
lustig. Gleichzeitig wurden die Armen schamlos ausgebeutet, das Recht des Stärkeren galt. Gottes Gebote wurden missachtet.
Und in dieser Situation lässt Gott die deutlichen Worte Amos sagen: "Suchet mich, so werdet ihr Leben." Das lässt den Schluss zu: Ohne Gott werdet ihr Untergehen, dem Bösen, dem Verführer, dem
Satan verfallen. Selbst bei den Gottesdiensten, die in prunkvoller Äußerlichkeit erfolgten, wurde die Abgewandtheit der Herzen zu Gott deutlich.
Seine Kritik gegen die Oberschicht begründete er mit dem Gotteswort vom kommenden Gericht. Wer das Buch Amos liest wird auf viele Gerichtsworte stoßen, mit denen der Prophet die Herrschenden
warnt. Amos zeigt auf: Gott ist entsetzt, dass man den Unterdrückten Gewalt antut, die Armen schindet, während sich die Reichen ihrer verschwenderischen Genusssucht hingeben.
Parallelen spannen sich zu unserer modernen Zeit. Sie ist ebenso vom Verfall gezeichnet. Das Geld der Mächtigen wischt alle Gerechtigkeit hinweg. Die Gebote Gottes werden entehrt. So wie man in
der Zeit des Amos die Nasiräer als Gottgeweihte zum Gelübdebruch verführte und sich über alles Heilige lustig machte, so bietet sich das Bild in unserer heutigen Gesellschaft.
Christen ernten Hohn und Spott. Gott wird immer mehr aus dem Leben gedrängt. Das Kapital wird zum Willensvollstrecker des Satans. Aber Gott will durch den Propheten Amos uns sagen: das Unheil ist
kein unabwendbares Schicksal. Man kann etwas dagegen tun. Wendet euch wieder zu Gott: „Sucht mich, so werdet ihr Leben." Findet das Gute und verfallt nicht dem Bösen.
Auch in unserer Zeit werden Kritiker wie Amos mundtot gemacht, gedemütigt, verlacht und mit Hohn übergossen. In islamischen Ländern oder Diktaturen werden sie in Gefängnisse geworfen oder
ermordet. Die kritischen Worte des Propheten Amos sind eine ernste Mahnung Gottes. Kehrt um, so lange es noch nicht zu spät ist. Sie weisen uns auf die Gebote Gottes hin, die Mose, von Gott auf
zwei Tafeln geschrieben, zu seinem Volk brachte. Damals wie heute gültig.
nach oben
|
Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht. |
Von Frank Walenszus
Ich glaube nur, was ich sehe. Wie tief ist dieser Satz in unserem Bewusstsein verankert. Dem war schon der Apostel Thomas verfallen, als er die Auferstehung des Herrn anzweifelte. Ich glaube nur,
wenn ich meine Hand in die Wunden der Male legen kann, so seine Reaktion als die anderen Jünger ihm von der Auferstehung des Gekreuzigten berichteten. Er wird eines Besseren belehrt, als Jesus
Christus zu ihm hintritt und Thomas bekennen muss, ja, Herr, du bist es.
Ist das nicht peinlich? Ein Jünger, der zweifelt und sich nur überzeugen lässt, da er Jesus und seine Male gesehen hat! Entsprechen wir immer der Forderung unseres Herrn: Selig sind die, die
Glauben und nicht gesehen haben? Mir selbst geht es oft so, dass ich mich nur von etwas überzeugen lasse, wenn ich es selbst gesehen habe. Ich schäme mich deswegen nicht, da selbst der Apostel
Thomas dem verfallen war. Es zeigt nur einmal mehr, dass wir Menschen unvollkommenen sind und nach menschlichem Ermessen urteilen. Wie könnten wir auch anders handeln. Und doch klingt bei Jesus
die Gewissheit mit, dass wir durchaus in der Lage sind, zu glauben, ohne gesehen zu haben, wenn der Heilige Geist in uns wirkt und wir in Jesus Christus unseren Heiland und Herrn sehen.
Da fällt mir die Episode ein, als ein Hirnchirurg einen sowjetischer Kosmonauten fragte, ob er bei seinen Flügen in das All Gott gesehen habe. Jener antwortete, ich bin viele Male in den Weltraum
geflogen und habe mit Teleskopen tief in den Weltraum geschaut, doch Gott habe ich niemals gesehen. Es gibt ihn wohl nicht. Der Chirurg antwortete darauf: Glauben Sie mir, ich habe schon viele
Gehirne von großen Wissenschaftlern und Denkern operiert, doch ich habe noch nie einen Gedanken gesehen.
Gott lebt in unseren Herzen, in uns. Gott schuf den Menschen als sein Abbild, so heißt es in der Schöpfungsgeschichte. Wir sind Gott sehr nahe durch seinen Sohn Jesus Christus, der mit dem
Heiligen Geist in uns wirkt und uns führt. Glauben heißt Vertrauen. „Das, was wir jetzt noch nicht sehen; im Vertrauen beweist es sich selbst“, heißt es im Hebräerbrief 11, 1. „Durch solches
Vertrauen kommen wir zu der Einsicht, dass die Welt durch das Wort Gottes geschaffen wurde und alle sichtbaren Dinge aus Unsichtbarem entstanden sind.“
nach oben
|
Gott gebe euch erleuchtete Augen des Herzens, damit ihr erkennt, zu welcher Hoffnung ihr von ihm berufen seid. Epheser 1,18 |
Von Frank Walenszus
Als Paulus diese Zeilen an die Gemeinde in Ephesus schrieb, hatte er, so meine ich, zwei Dinge im Blick. Einmal die Bitte, dass die Epheser begreifen mögen, wie überwältigend groß die Kraft ist,
mit der Gott an uns, den Glaubenden wirkt. Weiterhin aber auch den Dank dafür, dass Gott uns das sehen lässt und uns die Hoffnung gegeben hat, zu welch großartigem Ziel er uns berufen hat, in
Herrlichkeit in der Gemeinschaft der heiligen Engel zu sein.
In diesem Wunsch des Apostels Paulus an die Epheser „Gott gebe euch erleuchtete Augen des Herzens, damit ihr erkennt, zu welcher Hoffnung ihr von ihm berufen seid“ weckt er auch heute noch in uns
ein solch unfassbares tiefes Empfinden und eine schwebende Unbeschwertheit, die uns das Nahende sehnsüchtig erwarten lässt.
Diese Hoffnung, zu der Christen berufen sind, lässt uns Ausschau halten. Wir sind wie die zarten Knospen am noch schwachem Zweig des aufbrechenden Frühlings, Leben verheißend, sich hingebend,
wohl wissend, dass ihn nichts aufhalten kann. Mit erleuchteten Augen schauen wir: Das Grab ist leer! Jesus ist wahrhaftig auferstanden. Dieser Ostermorgen verleiht unseren Augen strahlende
Helligkeit.
Die Nacht ist zu Ende. Die Mächte der Finsternis mussten weichen, erstickten an ihrem knebelnden Odem. Mit dem Ostermorgen gibt uns Gott erleuchtete Augen des Herzens und die Gewissheit: Wir sind
nicht verloren. Gott ist derselbe gestern, heute und in Ewigkeit.
nach oben
.
|
Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt. (Joh 15,1 ) |
Von Frank Walenszus
Ups – das ist unmöglich. Wer will schon sein Leben für Freunde opfern und wenn doch, dann kann das nur ein Verrückter sein. Freilich, Verliebte sagen das mitunter so locker dahin „für dich würde
ich mein Leben geben“, doch ist es dann soweit, machen alle einen Rückzieher. Es war doch nicht so gemeint.
Und doch gibt es einen, der meinte es so wie er es sagte. Gott gab seinen einzigen Sohn für die Menschen hin, weil er uns so sehr liebt: Jesus Christus. Gott schickte Jesus auf diese Welt, um für
die Sünden der Menschen am Kreuz zu sterben. Im Gegensatz zu den Verliebten wusste Jesus auf was er sich da einließ. Er war in die Welt gekommen, um mit seinem Tod Gott und die Menschen zu
versöhnen and alle Schuld auf sich zu nehmen. Gott sah keinen anderen Weg als diesen, um den Menschen zu zeigen wie sehr er sie liebte.
Und doch weisen die meisten seine Liebe ab. Stell dir mal vor, du liebst ein Mädchen, und sie weist dich immer wieder ab. Bist du da nicht so sehr verletzt, dass du am liebsten dich in dein
Kämmerlein zurückziehen würdest?
Wie muss sich Gott fühlen, der um jeden Menschen bangt, ihn vor der ewigen Verdammnis retten will, ja ihm das ewige Leben bei sich schenken will. Du brauchst doch nur ja zu sagen und deine Schuld
bekennen. Dein Leben in Jesus Hände zu legen, ihn zu vertrauen. Wie oft hat Gott durch die Menschen eine Abfuhr erhalten, haben sie seinen Liebesbeweis verschmäht und doch bleibt er uns treu.
Doch nicht auf ewig, die Entscheidung musst du jetzt treffen, ehe es zu spät ist.
Diese Liebe gab Jesus Christus an die Menschen weiter und bewegte sie zur Umkehr von ihrem schändlichen Tun. „So wie der Vater mich liebt, habe ich euch meine Liebe erwiesen. Bleibt in dieser
Liebe! Wenn ihr meine Gebote befolgt, dann bleibt ihr in meiner Liebe, so wie ich die Gebote meines Vaters befolgt habe und in seiner Liebe bleibe. Ich habe euch dies gesagt, damit meine Freude
euch erfüllt und an eurer Freude nichts mehr fehlt (Johannesevangelium 15, 9-11).
Zu einer solch reinen Liebe sind wir Menschen nicht fähig. Jesus wusste das und doch liebte er uns – seine Freunde und seine Feinde, denn Gott lässt die Sonne über Gute und Böse scheinen. Noch im
Sterbenskampf am Kreuz bezeugte er seine Liebe zu uns: "Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun."
nach oben
| Es werden allezeit Arme sein im Lande; darum gebiete ich dir und sage, dass du deine Hand auftust deinem Bruder, der bedrängt und arm ist in deinem Lande. (5. Mose 15,11) |
Von Frank Walenszus
Der Monatsspruch verharmlost noch die derzeitige Situation in Deutschland. Freilich hatte Gott als er den Auftrag Mose erteilte nicht Deutschland im Blick, sondern sein
israelisches Volk, das aus der Knechtschaft im Ägypterland auszog nach 400jähriger Drangsal. Die jüdischen Brüder sollten erkennen, dass sie ihre Hand auftun, um den Bruder, der in Not ist,
beizustehen. Mir kommt da eine Stelle in der Bibel in den Sinn, als eine Witwe ihre letzten Groschen in den Opferstock gab und sich einige Pharisäer über das Wenige entrüsteten. Jesus wies sie zu
Recht, indem er sagte. Die Witwe hat von dem gegeben, was sie hatte, was sie zum Leben brauchte, ihr aber gebt von eurem Überfluss. Die Gabe der Witwe ist vielmehr wert, als das, was ihr
hineingelegt habt.
Es ist mir aber noch eine andere Episode aus der Kindheit in Erinnerung, als ich das Buch über Mulla Nasrudin, der Till Eulenspiegel des Orients, gelesen hatte. Er kam an einem Teich vorbei, in
dem ein Reicher zu ertrinken drohte. Der Reiche war mit seinem Geiz und seiner Drangsal gegenüber den Armen weithin bekannt. Nur wenige wollten ihm helfen. Sie hielten ihre Hände hin und riefen
„Gib!“, doch er streckt seine Hand nicht nach der helfenden aus. Mulla Nasrudin erkannte sofort, woran das lag. Er streckte seinen Hand zu ihm hin und sagte „Nimm!“ und der Reiche packte zu und
ward gerettet.
Haben wir in unserem Land nicht genügend solcher Mullas des Turbokapitalismus, die Steuern hinterziehen, und Hungerlöhne ihren Arbeitern zahlen, sie ausbeuten und damit ihren Reichtum scheffeln
in. Sie geben nur, wenn sie in Fernsehgalas ihre angebliche Hilfsbereitschaft gegenüber von Katastrophen betroffenen Menschen, wie beispielsweise in Haiti, öffentlich zur Schau stellen können.
Wie sagte doch Jesus Christus: Wenn du gibst, dann lasse die Rechte nicht wissen, was die Linke tut.
Deutschland ist eines der reichsten Länder auf dieser Welt und doch fristen Millionen Menschen ein Hungerdasein. Jedes sechste Kind ist unmittelbar von Armut betroffen. Rund zehn Millionen müssen
von Harz IV und Sozialhilfe leben. Suppenküchen und sogenannte Tafeln für Arme haben Hochkonjunktur, ein Armutszeugnis für dieses Land.
Drei Prozent der Menschen in Deutschland halten rund 98 Prozent des verfügbaren Kapitals in ihren Händen. Die Gier und steinerne Herzen sind zur Lebensregel in diesem Land geworden.
Deutschland hat einen Arbeitgeberpräsidenten, der am liebsten das Leibeigentum wieder einführen würde: her mit arbeitsgerechten Familien, weg mit familiengerechter Arbeit. Ich wünschte mir, dass
solche Leute in der Hölle schmoren wie der Reiche in der Bibel, der in der Holle schmachtet und Lazarus, der im Schoße Abrahams ist, um Wasser für die Benetzung der Lippen bittet. Abraham sagte
zu Recht zu den Reichen, du hast alles auf Erden gehabt, Lazarus hatte nichts. Der Reiche antwortete: Dann schicke doch bitte Lazarus zu meinen Brüdern und warne sie, sodass sie zur Umkehr
kommen, bevor es zu spät ist. Ein Nein ist die Antwort Abrahams.
Wie sagte doch Jesus: Eher geht ein Kamel durch’s Nadelöhr, als dass ein Reicher in den Himmel kommt.
nach oben
Gedanken zum Monatsspruch:
|
Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und ganzer Kraft. (5. Mose 6.5) |
Von Frank Walenszus
Als ich diesen Spruch las, war ich mit mir uneins. Nein, nicht etwa dass ich etwas dagegen hätte, mich störten eigentlich nur die zwei Wörtchen „du sollst“. Das klingt so wie ein Befehl. Mein
erster Gedanke war: Kann man das nicht etwas netter ausdrücken. Ich lasse mir doch nicht meine Liebe befehlen. Was soll das denn für eine Liebe sein? Sie muss doch aus dem Herzen kommen.
Doch dann fragte ich mich: Wie ist das eigentlich mit deiner Liebe zu Gott? Und dieser Gedanke ließ mich nicht mehr los. Ich ertappte mich dabei, dass ich mitunter etwas oberflächlich damit
umgehe, sie als etwas ganz Selbstverständliches hinnehme. Wie oft spricht man davon, dass Gott die Menschen so sehr liebt, dass er seinen eingeborenen Sohn dafür hingab. Im Johannes-Evangelium
(3, 16) heißt es dazu: „Denn so sehr liebte Gott die Welt, dass er seinen eingeborenen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe.“
Wir dürfen uns Kinder Gottes nennen. Er verspricht uns das ewige Leben. Gott beansprucht unsere ganze Liebe. Doch nur all zu oft geizen wir damit, wenden uns mehr den irdischen glamourösen
Verlockungen zu, die in reicher Fülle ein schier unerschöpfliches Versuchungspotenzial in sich bergen.
Keineswegs schätzt Gott die Liebe zum Vater und zur Mutter gering. Im vierten Gebot hat er eine klare Ansage gemacht: "Ehre deinen Vater und deine Mutter, wie der Herr, dein Gott, dir befohlen
hat, damit du lange lebest und es dir wohlergehe in dem Lande, das der Herr, dein Gott, dir gibt!" Die geistige Liebe zu unserem himmlischen Vater ist nicht mit der irdischen zu vergleichen. Sie
ist anders. Sie geht tiefer, ist einzigartig und endgültig, sie reicht über den Tod hinaus in die Ewigkeit. An dieser Liebe zu Gott werden wir gemessen ohne ein Wenn und Aber.
Gott spricht zum Volk Israel: „Höre, Israel: Der Herr ist unser Gott, der Herr allein! Du sollst den Herrn, deinen Gott, aus ganzem Herzen, aus ganzer Seele und mit all deiner Kraft lieben. Diese
Worte, die ich dir heute befehle, seien in deinem Herzen! (5. Mose 6,4-6)“ Gleiches ist den Christen aufgetragen, denen Gott in Jesus Christus seine Liebe schenkt.
Der Apostel Johannes mahnt in seinem 1. Brief an die Gemeinden in Kleinasien: „Liebt nicht die Welt und nicht, was in der Welt ist. Liebt eines die Welt (Johannes verwendet hier die Anrede
Kindlein), ist die Liebe des Vaters nicht in ihm (1. Johannes 2,15). Doch die Welt vergeht mitsamt ihrer Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit (1. Johannes 2,17)
Freuen wir uns an der Zusicherung des Apostel Johannes: „Seht, welch große Liebe uns der Vater geschenkt hat. Kinder Gottes heißen wir und sind es. Darum erkennt die Welt uns nicht, weil sie ihn
nicht erkannt hat (1.Joh. 3,1). Im Johannesevangelium spricht Jesus Christus: „Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander liebt; wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander
lieben. Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe habt untereinander (Joh. 13, 34-35).“
|
Gott liebt alle, denn alle sind seine Geschöpfe. Aber manche Menschen haben ihre Seele zugemacht; seine Liebe findet keinen Eingang bei ihnen. Sie meinen, Gott nicht zu brauchen; sie
wollen ihn nicht. Andere, die vielleicht auch in moralischer Hinsicht armselig und sündig sind, leiden doch darunter. Sie warten auf Gott. Sie wissen, dass sie seine Güte brauchen,
auch wenn sie keine genaue Vorstellung davon haben. In ihre wartende Offenheit kann Gottes Licht hineintreten und mit ihm sein Friede. Gott sucht Menschen, die seinen Frieden
weitertragen. Bitten wir ihn, dass er unser Herz nicht verschlossen findet machen wir uns bereit, aktive Träger seines Friedens zu sein - gerade in dieser Zeit. |
Gedanken zum Monatsspruch:
| Gott spricht: Ich will euch erlösen, dass ihr ein Segen sein sollt. Fürchtet euch nur nicht und stärkt eure Hände! (Sacharja 8, 13) |
Von Frank Walenszus
Fürchtet euch nicht. Seid frohen Mutes, ruft uns Gott zu. Und wir haben allen Grund auf Gottes Zusage zu hoffen. Ganz besonders im Advent, der Erlöser und Heiland der Welt Jesus Christus ist
nahe. Seine Ankunft feiern wir jedes Jahr aufs Neue. Gott will mit uns Frieden machen, uns aus der Macht der Sünde befreien. Deshalb hat er seinen Sohn zu uns gesandt, der unsere Sünden auf sich
genommen hat, für uns am Kreuz starb und den Gott hat auferstehen lassen, damit wir ein Segen für den Nächsten sein können.
Doch erlösen heißt auch loslassen. Da gilt es, sich von lieb gewordenen Dingen zu trennen. Alten Gewohnheiten zu entsagen, mitunter neu zu beginnen. Freilich gerät man da sehr schnell mit der
Realität in Konflikt. Die Jagd nach Erfolg und Anerkennung trübt unseren Blick, lässt ihn über andere Menschen hinwegsehen; die eigene Drangsal verhärtet mitunter das Herz. Liebe deinen Nächsten
wie dich selbst, aber was geschieht, wenn man an sich selbst zerbricht, sich hoffnungslos in den eigenen Schlingen verfängt? Wenn Zweifel sich tief eingraben? Und da reicht uns Jesus Christus die
Hand: Kommt zu mir, die ihr mühselig und beladen seid. Jesus will uns erlösen aus den Fängen des alten Menschen, der immer wieder uns von Gott entfernen will.
Hast du was, dann bist du was, ist das Maß der irdischen Welt, Nein, Gott nimmt dich so wie du bist, mit all den Fehlern, Schwächen und Stärken. Bauen wir doch darauf und stärken unsere Hände zum
Segen für den Nächsten. Der Prophet Sacharja im Alten Testament erinnert uns sehr trefflich daran, dass nicht wir das Entscheidende in unseren Händen halten. „Ich will euch erlösen!“ ist die
Botschaft, die er uns von Gott überbringt. Gott ist auf den Weg zu uns. Das Himmelreich ist mitten unter uns. Nicht da oder dort ist es, man kann es noch nicht sehen, doch im Herzen
erleben.
Gott spricht: Ich will euch erlösen. Er will von uns nehmen, was wir an Lasten mit uns herumschleppen oder anderen aufbürden und uns niederdrücken. Verstehen wir das Wunder der Christi Geburt.
Gott schaut uns mit den Augen eines Kindes an, was uns hoffen lässt. So sah ihn auch der alte Simeon im Tempel: „Meine Augen haben deinen Heiland gesehen“, sagte er, als er das Jesuskind
anschaute und fand seinen Frieden (Lukas 2,29 f.).
Gönnen wir uns im Advent Pausen. Lassen wir uns nicht von Kommerz und Hektik die Sicht auf das Wesentliche trüben. Gott ist auf den Weg zu uns. Wir können in Ruhe das tun, seine Ankunft zu
feiern. Das vertreibt unsere Sorgen und Nöte, stärkt unsere Hände. Und was aus dieser Ruhe heraus geschieht, wird wirklich ein Segen sein auch im Hinblick auf das kommende Jahr der Stille. Denn
nur wer sich im Stillsein übt, kann Gott auch wirklich hören.
Das 2te Deutsche Reich besteht