Auftanken, neue Kraft gewinnen, das war mein Ziel, als ich mich für eine stille Zeit im Kloster der Benediktinerabtei Plankstetten anmeldete. Meine Erwartungen wurden weit übertroffen. Ich lebte
eine begrenzte Zeit mit den Mönchen in der Klausur des Klosters zusammen und kam so dem Herrn so nahe wie selten zuvor. Pater Pius, er betreute mich als Gast, gab mir in den seelsorgerischen
Gesprächen die Ruhe und Stärke, die ich zu finden hoffte. Er integrierte mich in das klösterliche Leben mit den anderen Mönchen, sei es bei den Gebetszeiten in der Klosterkirche St. Maria
Himmelfahrt oder in den Gesprächen der Mönche sowie bei den Mahlzeiten.
Es war etwas Neues für mich in der Frühe Gott zu begegnen und das Tagewerk zubeginnen. Fünf Uhr begann in der Klosterkirche bereits das Vigil und nach dem Frühstück 6.25 Uhr das Gebet Laudes.
Höhepunkt des frühen Tages war 7 Uhr das Konventamt in der Klosterkirche St. Maria Himmelfahrt. Danach folgte für mich eine Zeit der Stille und des Bekanntmachens mit dem Kloster und dem Ort,
während die Mönche ihrem Tagewerk nachgingen.
Auf den Gängen in der Klausur herrschte Schweigen und auch bei den Mahlzeiten wurde nicht geredet. Vor dem Mittagsessen begann in der Klosterkirche die Mittagshore und danach ein gemeinsames
Dankgebet an Gott. 17.30 Uhr fand das Vespergebet statt. Beendet wurde der Tag mit dem Komplet 19 Uhr in der Kirche.
Plankstetten mit seiner Benediktinerabtei liegt im unteren Sulztal unweit des Altmühltals. Die Klostergründung geht auf die Stiftung der Grafen von Hirschberg im Jahr 1129 als
bischöflich-eichstättisches Eigenkloster zurück. 1632 musste der Konvent vor den Schweden nach Österreich fliehen und das Kloster Plankstetten wurde verwüstet und geplündert. Nach dem
Dreißigjährigen Krieg erlebt das Kloster Ende des 17. Jahrhunderts wieder seine spirituelle und wirtschaftliche Kraft für den Wiederaufbau.
Heute präsentiert sich das Kloster vital und urban. Leitspruch des Klosters in seiner wirtschaftlichen Tätigkeit ist das Ziel „Leben aus dem Ursprung“ mit einer ökologischen Landwirtschaft. Das
Kloster ist Mittelpunkt des geistlichen und kulturellen Lebens im Ort und in der Region. Die Menschen im Ort Plankstetten sind eng mit dem Kloster verbunden und das nicht nur wegen seiner
wirtschaftlichen Attraktivität. Ein Offenfront-Tretmiststall mit zahlreichen Milchkühen, Bäckerei, Metzgerei, einem Öko-Hofladen, Gärtnerei, einem Bienenhaus und das begehrte Dinkelbier sind für
die Plankstetter unentbehrlich. Eine Klosterschenke lädt Plankstetter wie Gäste zu einer urigen Brotzeit ein.
In der Klosterausstellung „Glauben und Handeln“, können sich Touristen mit dem Leben der Mönche vertraut machen. Ein Gästehaus bietet auch die Möglichkeit, im Kloster länger zu verweilen. In der
Klosterbibliothek kann man sich mit der Geschichte des Klosters und des Benediktinerordens vertraut machen. In der Schneemühle, einem ehemaligen Bauernhof, richtete das Kloster einen Treffpunkt
für junge Leute ein.
Derzeit finden im Kloster umfangreiche Restaurierungsarbeiten statt. So waren während meiner Anwesenheit Archäologen im Klausurbereich dabei, Ausgrabungen vorzunehmen und einen ehemaligen
Kreuzgang zur Krypta freizulegen. Er soll nach historischen Unterlagen wieder so hergerichtet werden, wie er einst bestanden hatte.
Das 2te Deutsche Reich besteht