Kommentar
Von Frank Walenszus
Fast unbemerkt haben die Synodalen der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) einstimmig den Beschluss gefasst, gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften in ihren Pfarrämtern zuzulassen. Ja
mehr noch, es können auch mehr als zwei Personen in einem gleichgeschlechtlichen Verhältnis stehen. Damit hat die EKG sich klar vom traditionellen Begriff Familie verabschiedet und einen
Dammbruch provoziert. Mit dem Beschluss der EKD steht die Kirche Luthers im Gegensatz zu Aussagen der Bibel. Von den 22 Gliedkirchen der EKD haben sich nur sechs, darunter die Ev.-Luth.
Landeskirche Sachsens, gegen eine Homo-Partnerschaft in Pfarrhäusern ausgesprochen.
Das neue Familienverständnis der EKG weicht grundlegend von dem bisherigen ab. Der Begriff Familie stellte bisher die Verbindung zwischen Eltern und Kindern da. Nach neuestem Verständnis der EKD
ist Familie auch dort, wo keine Kinder sind.
Das christliche Informationsforum MEDRUM spricht von einem Entsetzen vieler Kirchenmitglieder über den Einzug von Schwulen und Lesben in evangelische Pfarrhäuser. Mit den jüngsten Beschlüssen der
Synode der EKD und der bayerischen Landessynode haben diese das Bedürfnis von Pfarrerinnen und Pfarrern, ihre homosexuellen Neigungen partnerschaftlich in Pfarrhäusern auszuleben, in den
Familienstand erhoben, was selbst der europäische Gerichtshof für kein Menschenrecht hält. Die EKG ist dem Zeitgeist und Satan verfallen.
Wie MEDRUM berichte, hat das neue Denken in der Evangelischen Landeskirche in Berlin-Brandenburg schlesische Oberlausitz (EKBO) bereits Fuß gefasst - Laut MEDRUM lädt sie lesbische und schwule
Partner ein, sich kirchlich segnen zu lassen. Sie benutze dafür das Wort Jesu zur Ehe: „Was Gott zusammengefügt hat, darf der Mensch nicht scheiden.“
Paulus schreibt im Brief an die Gemeinde in Rom (1,25-27): Sie haben die Wahrheit Gottes in Lügen verwandelt und dem Geschöpf Verehrung und Gottesdienst dargebracht statt dem Schöpfer … Deswegen
hat Gott sie in schandbare Leidenschaften dahingegeben. Denn ihre Frauen haben den natürlichen (Geschlechts-)Verkehr mit dem widernatürlichen vertauscht und ebenso haben auch die Männer den
natürlichen (Geschlechts-)Verkehr mit ihren Frauen verlassen und sind in ihrer Wolllust zueinander entbrannt, indem sie Mann mit Mann, Schande trieben und so den gebührenden Lohn ihrer Verirrung
an sich selbst empfingen.
Die Treue des EKD-Parlaments zu Aussagen der Bibel, darf man getrost in Frage stellen. Die Mehrzahl der Gliedkirchen der EKD befindet sich im Gegensatz zur Bibel. Paulus hat deutlich gemacht,
dass die Homosexualität mit dem Evangelium unvereinbar ist. Alles in allem wird jedes homosexuelles Verhalten in den Schriften des Apostel Paulus als verwerflich dargestellt. Im Römerbrief gilt
es als heidnisches Laster, im Korintherbrief als Barriere, die den Eingang ins Reich Gottes versperrt und im ersten Timotheusbrief als ein Vergehen gegen das Sittengesetz angeprangert. Schwule
und lesbische Pfarrer und Pfarrerinnen in Homo-Ehe im Pfarramt werden künftig für leere Kirchen sorgen. Steht Luthers Kirche vor einer Spaltung? Die Synodalen der Evangelischen Kirche
Deutschlands wären gut beraten, dem Monatsspruch für Dezember zu folgen: "Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe." (Matthäus 3,2)
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Dr. Theo Lehmann während seines Vortrages. (Foto: FW)
Niederwürschnitz. Gott will alle, die Frage ist jedoch, ob du es willst, damit brachte Dr, Theo Lehmann am ersten Abend der Vortragsreihe am gestrigen Montag (22. Februar)
„Gott will alle“ die entscheidende Frage auf den Punkt.
Die Zuhörer im Niederwürschnitzer Gemeinschaftshaus der Landeskirchlichen Gemeinschaft waren etwas verdutzt, ob des eigenwilligen Abendthemas „Ein Verrückter sucht Familie“. „Glaube ist nicht
eine Sache der Erbmasse“ sagte Theo Lehmann in seinem sehr lebendigen und mit zeitgenössischen Vergleichen reichgespickten Vortrag.
„Du kannst christliche Eltern haben und wirst doch kein Christ. Du musst dein Leben Jesus Christus übergeben, diese Entscheidung nimmt dir niemand ab. Die Entscheidung für Jesus zerreißt mitunter
Familien, lässt Freundschaften zerbrechen oder du wirst von Arbeitskollegen als Durchgeknallter gemieden. Doch es gibt nur ein Für oder Wider.“ Jesus habe nie gesagt, dass der Weg mit ihm leicht
sein werde, doch sein Versprechen, das ewige Leben, alles Weltliche rigoros übertreffen werde. Liedermacher Ronny Neumann brachte das sehr eindrucksvoll musikalisch in seinen Liedern zu Gehör,
mit denen er die Predigt von Theo Lehmann begleitete.
Lehmann verwies auf das dritte Kapitel des Markusevangeliums, in dem von Heilungswundern des Jesus berichtet wird. Ja selbst am Sabbat heilte Jesus einen Mann, der eine gelähmte Hand hatte, was
die Pharisäer als Anlass nahmen, Rat zu halten, wie sie Jesus vernichten könnten. Und selbst seine eigene Familie, so berichtet der Evangelist Markus, machte sich auf, Jesus zu ergreifen, da sie
ihn für verrückt hielten, als das Volk zusammen strömte ob seiner Wunder.
Jesus betrachtete seine Familie als Außenstehende, denn als man ihm sagte, dass seine Mutter und seine Brüder ihn suchten, antwortete Jesus ihnen: „Wer ist meine Mutter, und wer sind meine
Brüder?“ Und er blickte auf die rings um ihn Sitzenden und sprach: „Sehr meine Mutter und meine Brüder. Denn wer den Willen Gottes tut, der ist mir Bruder, Schwester und Mutter.“
Jesus habe keineswegs die Familie gering geschätzt. Doch er habe ihr eine völlig neue Bedeutung gegeben, so der Prediger. „Wenn du Mitglied der Familie der Christen werden willst, musst du dich
auf den Standpunkt von Christus stellen. Einen anderen Weg gibt es nicht.“
Es habe keinen Zweck, sein Leben an Menschen zu binden. Du musst dich entscheiden: Jesus oder die Welt. Das solle keinesfalls heißen, dass es unter den Nichtchristen keine guten Menschen gebe
Doch das Gutsein wird ihnen letztlich nichts nützen, wenn sie sich nicht zu Christus bekennen. Ja selbst seine Jünger seien sich unsicher gewesen, was sie denn mit einer Jüngerschaft gewinnen
würden. Die Antwort von Jesus sei klar und eindeutig gewesen: Es geht um das ewige Leben bei Gott.oder in der Hölle „Gott will aber, dass kein Mensch verloren gehe, deshalb habe er seinen Sohn am
Kreuz geopfert, um die Menschen von ihrer Sünde zu befreien, ihnen eine Umkehr zu ermöglichen und zu Jesus Christus zu kommen.
Lehmann verwies auf das Matthäusevangelium Kapitel 10, 34-38, darin sagt Jesus: "Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu
bringen, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, den Menschen zu entzweien mit seinem Vater und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter. Und des
Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein. Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht
wert. Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folgt mir nach, der ist meiner nicht wert. Wer sein Leben findet, der wird's verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird's
finden.
Der Prediger machte deutlich, dass der Glaube an Jesus Christus zu einem Riss in den Familien führen kann. Jesus spreche jedoch weder von Gewalt noch von irgendwelchen Verfehlungen. Jesus sagte
damit deutlich, was der Glaube an ihm und an Gott bringen kann.
Das sehe man besonders in muslimischen Familien. Wenn dort auch nur einer zum Christentum konvertiert, wird er von der Familie ausgeschlossen und verachtet. Auch im Hinduismus werden
familienmitglieder radikal ausgemerzt, wenn sie sich zu Jesus Christus bekennen. Und genau davon spricht Jesus. Das war schon damals in den jüdischen Familien der Fall, da sie den Glauben an
Jesus als Gotteslästerung ansahen, so gesehen bringe Jesus das Schwert indem er einige in der Familie bekehrt oder sich bekehren und die anderen mit Unverstädnis und Hass darauf reagieren. In
Deutschland sei es der radikale Atheismus, der Christen verfolgt, diskretiert. ja sie für verrückt erklärt. Theo Lehmann sagte, wenn die Familie so zum Fetisch, zur Fessel werde, dann ist Jesus
die Lösung.
| Eine Frau fängt Feuer |
| Ein Gott gegen 3000 Götter |
| Eine Schlange auf der Stange |
| Ein Mann mag Moneten |
| Ein letzter Versuch |
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Juden und Christen werden von der selben Wurzel getragen - Siebenarmiger Leuchter ein Symbol der Verbundenheit mit Israel
Von Frank Walenszus
Hohndorf. Ein siebenarmiger Leuchter, die Menora, steht seit dem 31. Januar in der Lutherkirche Hohndorf. Dem vorausgegangen waren eine intensive Arbeit in der Gemeinde und
die Aufarbeitung der Vergangenheit. Hieraus wurde der Gedanke geboren eine große handgeschmiedete Menora als ein Symbol der Verbundenheit mit Israel anfertigen zu lassen und im Altarraum
aufzustellen. Im Handwerksbetrieb von Werner Ludwig in Kolkwitz bei Crimmitschau wurde sie gefertigt.
Mit einem feierlichen Gottesdienst wurde die Menora geweiht. Geleitet wurde der Gottesdienst vom Superintendent Peter Heß, Glauchau. Die Predigt hielt Pfarrer Winfried Amelung, Chemnitz. Roman
Rinberg von der Messianischen Jüdischen Gemeinde Neuer Wein Chemnitz sprach über die Bedeutung, die der siebenarmigen Leuchte für das jüdische Volk hat.
Pfarrer Winfried Amelung während seiner Predigt.
öffnet Wege in die Zukunft
Pfarrer Amelung bekannte in seiner Predigt, noch vor 40 Jahren keine Sicht auf Israel gehabt zu haben. Doch als er Gelegenheit hatte, das Heilige Land zu besuchen öffnete ihm Gott die Augen. Er
habe sich, so der jetzt fast 76-Jahrige, an manchem Tag gefühlt als sei er frisch verliebt. An die Gemeinde wendend, sagte er: „Ihr habt euch mit eurer Vergangenheit beschäftigt. Das ist nicht
selbstverständlich.“
Die Neubesinnung auf die ursächlichen Wurzeln sei eine Umkehr, denn die Menschen lebten heute in einer Zeit fast ohne Orientierung. Israel bleibe der Augapfel Gottes. Wer dieses Volk antaste,
legt sich mit dem einzigen wahren lebendigen Gott an, der Israel als sein Volk auserwählt habe.
Amelung verwies darauf, dass die Welt mit Riesenschritten ihrer Endzeit entgegen gehe. „Jesus Christus unser Herr kommt“, sagte er. „Wir wissen nur nicht wann das sein wird.“ Auf die jüngste
Vergangenheit des Kommunismus weisend, sagte der Prediger: „Wer Klassenkampf säht, wird keine Freundschaft zwischen den Völkern ernten.“ Den wuchernden Turbokapitalismus werde Gott richten.
etwas über den Messias zu sagen
Mahnend sagte Amelung, „wir haben keine Berufung Israel etwas über den Messias zu erzählen. Der Holocaust hat uns sprachlos gemacht. Es ist für mich das größte Wunder, Juden und Christen werden
zusammengehen und am Ende der Tage den Willen Gottes erfüllen. Israel müsse sich jedoch den Hass der Völker erwehren. Es sei von islamischen Ländern umringt, die die Hand nach dem Heiligen Land
ausstreckten. Der Predige erinnerte an den Propheten Sacharja 12,2-4 in der Bibel: „Siehe, ich mache Jerusalem zu einer Taumelschale für alle Völker ringsum. Und auch über Juda: Es wird in
Bedrängnis geraten zusammen mit Jerusalem Und es wird geschehen an jenem Tag, da mache ich Jerusalem zu einem Stemmstein für alle Völker; alle, die ihn hochstemmen wollen, werden sich wund
reißen. Und alle Nationen der Erde werden sich gegen es versammeln. An jenem Tag, spricht der HERR5, schlage ich alle Pferde mit Scheuwerden und ihre Reiter mit Wahnsinn.“
Der Redner verwies dabei auch auf die UNO, die gegen das Heilige Land Beschlüsse gefaßt haben. Realität sei, daß in den islamischen Ländern Millionen Christen verfolgt, geschändet und verbrannt
werden. „Selbst in unserem noch sicheren Land, gehen Atheisten rigoros gegen Christen vor. Die Menschen werden mit Nachrichten ohne Inhalt manipuliert. Wir können jedoch aus der Zuversicht des
jüdischen Volkes lernen, nicht unsere Stärke ist es, die letztlich zum Sieg führt, sondern weil Gott uns führt.“
Roman Rinberg von der Messianischen Jüdischen Gemeinde "Neuer Wein" Chemnitz erläutert die Bedeutung der Minora für das jüdische Volk.
veränderte Sicht der Gemeinde
Roman Rinberg von der Jüdischen messianischen Gemeinde Chemnitz, sagte, daß es nicht alltäglich sei, dass Christen in ihrer Kirche eine Menora, den ewigen Leuchter des Herrn, weihen. Gott selbst habe im 2. Buch Mose die Anweisungen für die Anfertigung eines solchen Leuchters gegeben. Die sieben Leuchten seien die die Augen Gottes, die auf die Welt gerichtet seien. Vor ihnen bliebe nichts verborgen. „Nun liegt es an der Gemeinde, wie weit das Licht des Herrn hineindringen kann. Die Menora steht für die Gemeinde wie es im 1. Kapitel der Offenbarung beschrieben wird. Sie ist kein Schmuckgegenstand, sondern ein sichtbares Zeichen der Veränderung der Sichtweisen der Gemeinde auf das jüdische Volk.“ Diese Veränderung sollte jeden ergreifen, so Roman Rinberg. „Der Herr möge euch weiter führen.“
Studie: Wie finden Erwachsene zum Glauben?
Von Frank Walenszus
Greifswald. Das Ergebnis einer empirischen Studie „Wie finden Erwachsene zum Glauben?“ liegt nun der Öffentlichkeit vor. Das Institut für Erforschung von Evan- gelisation und Gemeinde-
entwicklung Greifswald hatte mit der Greifswalder Ernst Moritz Universität in zwei Jahren mehrere hundert Menschen in Deutschland befragt, die in den vergangenen Jahren zum Glauben gekommen
sind.. Finanziell unterstützt wurde das Vorhaben von der Deichmann-Stiftung Essen.
Auf der Suche nach Befragten meldeten fünf Landeskirchen 738 Personen, die in den vergangenen 13 Jahren zum Glauben gekommen sind. Von ihnen wurden 462 Konvertiten stichprobenartig ausgewertet,
die einen Bezug zur evangelischen Landeskirche haben. Dabei lag deren Konversion nicht länger als 13 Jahre zurück. Bei der Hälfte der Befragten lag sie jedoch nur rund drei Jahre zurück. Wie das
Institut informiert, wurde in Deutschland erstmalig eine so große Gruppe von Menschen zu ihrer Konversionserfahrung befragt.
Eine Erkenntnis ist, dass sich die meisten Konversionen im mittleren Lebensalter zwischen 35 und 55 Jahren vollzogen haben. 16 Prozent der Konvertiten gehören der Gemeinschaftsbewegung und 84
Prozent anderer Kirchen an. 50 Prozent der Menschen, die zum Glauben gekommen waren verfügten über das Abitur und 35 Prozent die mittlere Reife. 66 Prozent waren noch berufstätig.
Die Studie führte zur Erkenntnis, dass Konversation auch dann möglich ist, wenn die religiöse Sozialisation nicht vorhanden war, abbrach oder scheiterte. Erstaunlich ist weiterhin, dass zur
Glaubenshinwendung keineswegs nur Lebenskrisen die Ursachen waren, denn zwei Drittel der Befragten gaben an, solche nicht durchlebt zu haben, die sie zum Nachdenken über den Glauben veranlassten.
Vielmehr waren es besonders Kontakte zu Personen, die im Glauben stehen. 60 Prozent der Befragten gaben an, bei Freunden den ersten Kontakt zum Glauben geknüpft zu haben. Andere wiederum bewerten
den Kontakt mit dem Pfarrer oder mit Gemeindeglieder als maßgebend für ihre Öffnung zum Glauben.
Insbesondere Glaubenskurse und Hauskreise seien dabei bedeutsam, um den jungen Glauben zu vertiefen. Wichtig sei ein überschaubarer sozialer Kontakt mit „gestandenen“ Christen. Als sehr hilfreich
schätzen die Befragten die Rolle des Gebets ein. Als prägend erweist sich dabei das Gebet im Stillen. Immerhin gaben das 93 Prozent der Teilnehmer der Befragung an, gefolgt vom Heiligen Abendmahl
(84 Prozent), von dem eigenen Glaubenszeugnis (77 Prozent) und der Taufe (70 Prozent). Erstaunlich großen Zuspruch fand die Bereitschaft zur Mitarbeit in der Kirchgemeinde mit 69 Prozent.
Die Studie kommt letztlich zum Ergebnis, dass der Glaube weiter in die Mitte rückt und zur Perspektive wird, von der die Glaubenden die Welt und ihr Leben betrachten. Sie empfinden ein hohes Maß
an Freude, die sie unmittelbar mit der Wirkung einer Veränderung des Glaubens verbinden. Sie geben sich ganz der Hilfe Gottes hin. Zudem steige die Verbundenheit mit der Kirche seit die Befragten
zum Glauben gekommen sind.
Hohndorf. Zu einer Weihnachtsfeier hatte die Kirchgemeinde Hohndorf rund 200 ehrenamtliche Mitarbeiter am 9. Dezember in das „Weiße Lamm“ eingeladen. Der Saal war festlich geschmückt und
Buben und Mädchen des Kindergartens Rappelkiste hatten zudem die zwei Tannen prächtig herausgeputzt. Pfarrer Holger Bartsch dankte den vielen fleißigen Mitarbeitern für ihr Engagement des
Mitwirkens am Leib Christi in der Gemeinde.
br>Sichtlich bewegt dankte der Theologe den Geschwistern, ohne deren Mitarbeit vieles in der Kirchgemeinde nicht so recht klappen würde. „Dankbarkeit ist das Gedächtnis in unseren Herzen“,
sagte Pfarrer Bartsch. „Dazu bedarf es keinen Reichtum an irdischen Gütern, sondern der Erinnerung.“ Das sei wiederum der feste Grund, für das Doppelgebot der Liebe; liebe deinen Nächsten wie
dich selbst und liebe Gott als den alleinigen Vater, des Schöpfers von Himmel und Erde und allem Leben.
Mit viel Liebe hatten Geschwister für einen Basar Geschenke gebastelt. 500 Euro ergab der Verkauf der Produkte. Sie kommen einer in Not geratenen Familie in Hohndorf zugute. Die Junge Gemeinde
schöpfte ihr kreatives Talent aus und hatte zahlreiche kleine Engel gefertigt. Der Erlös aus dem Verkauf soll Menschen in Not helfen.
In Wort und Bild konnten die Geschwister noch einmal das Jahr 2009 sich in Erinnerung rufen. Die Gemeinde sei stärker geworden, so Pfarrer Bartsch. Er verwies auf die vielen Veranstaltungen,
seien es Evangelisationen, Rüstzeiten, Familienfreizeiten, Lehre und Nachfolge, Fürbittgebete, Konzerte, sowie Seelsorge und natürlich auch Feste und Feiern. All das habe die Kirchgemeinde näher
zusammen rücken lassen.
Pfarrer Bartsch sprach von der Gewissheit, dass Gott damit prophetische Impulse sende. Selbst Erschütterungen, die manchen getroffen hätten und auch die Gemeinde berührten, seien Zeichen für
Gottes wirken und machten deutlich, dass Irdisches vergänglich sei. Gott schenke Freude, Frieden und Freiheit. Er bereite den Weg für uns in die Endzeit. „Der Heiland der Welt spricht zu uns, in
deren Summe wir die Gewissheit haben: Wir sind Jesus Christus Brautgemeinde“, sagte Pfarrer Bartsch.
Dresden. Knapp 2000 neu gewählte Kirchenvorstandsmitglieder trafen sich am Sonntag, dem 23. August zum ersten sächsischen Kirchenvorstandstag in Dresden. Motto des eintägigen Treffens war
der Anspruch der Vorstandsmitglieder für die nächsten sechs Jahre „lebendig leiten – gemeinsam gestalten“ zu wollen. Eingestimmt wurden die Teilnehmer in einem geistlichen Auftakt in der
Kreuzkirche. Pfarrer Joachim Zirkler hielt die Predigt. Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst vom Dresdner Kreuzchor unter Leitung des Kreuzkantors Roderich Kreile.
Dass ehrenamtliche Arbeit in der Landeskirche nicht immer Freude bereitet, machte Dr. Manfred Lütz auf recht amüsanter Weise deutlich, er referierte über die Lust und Last am Christsein in der
Kirche. In vier Beratungszentren diskutierten anschließend die Vorstandsmitglieder über Themen „Gemeinde entwickeln und geistlich leiten“, „Menschen einladen und begleiten – Gottesdienst und
Gemeindeleben“, „Praxis Gemeindeleitung – gemeinsam Verantwortung übernehmen“ sowie „Bildung und gesellschaftliche Verantwortung“.
Stärksten Zuspruch der Ehrenamtlichen fand das Forum „Gemeinde entwickeln und geistlich leiten“, das im Theater Wechselbad stattfand. Pfarrer Tilo Mahn vom Institut für Seelsorge und
Gemeindepraxis Leipzig regte mit seinem Impulsvortrag ein Nachdenken über den Anspruch „Zeit für das Eigentliche – ist das Wichtige auch das Wesentliche?“ an. Die Suche nach dem Eigentlichen sei
oftmals nur verschleiert wahrzunehmen. Mahn brachte es auf einen Nenner: Was ich für die Gemeinde tue, das ist das Wesentliche, auch wenn man die Früchte seines Wirkens mitunter nicht unmittelbar
messbar vor Augen habe. Man müsse aussähen, den Samen in die Erde bringen. Mancher Samen falle dabei auf steinigem Boden, mancher unter Dornen und anderer wiederum auf fruchtbaren Boden.
Pfarrer Hans-Martin Steffe aus Baden rückte das tägliche Spannungsfeld der Kirchenvorstände zwischen dem drängenden Alltagsgeschäft und dem missionarischen Auftrag im Mittelpunkt seines
Vortrages. Steffe warnte davor, sich nicht von den Problemen der Vorstandsarbeit erdrücken zu lassen, sondern sich Auszeiten von den dringenden Alltagsgeschäften zu nehmen. Möglich wäre das mit
Klausurtagen oder Klausurwochenenden außerhalb der regulären Kirchenvorstandssitzungen. Es sei eine Kunst, sich von Aufgaben zu verabschieden, die derzeit nicht zu lösen sind, man müsse sie
loslassen und zu gegebener Zeit wieder aufgreifen.
Steffe riet, man solle sich nicht von Spannungen entmutigen lassen. In den Kirchenvorständen wirkten Menschen mit unterschiedlichen Charakteren und Interessen. Das rufe zwangsläufig Spannungen
hervor in der Bewertung der Wichtigkeit und Dringlichkeit von missionarischem Auftrag und dringendem Alltagsgeschäft. Folglich heiße aktiv leiten, diese Spannung bewusst zu gestalten und für
einen lebendigen Gemeindeaufbau zu nutzen. Das Forum machte deutlich, dass oftmals Finanzen und Bauvorhaben beherrschende Themen der Sitzungen seien, was, so Diskussionsredner, vom Eigentlichen
und Wesentlichen abhalte und oftmals frustrierend sei. Steffe: Hier gelte es eine „Frustrationstoleranz“ zu entwickeln, um der Entmutigung vorzubeugen.
Im Nachmittagsseminar referierte Landesbischof Jochen Bohl zum Thema „Gemeinde entwickeln und geistlich leiten“. Keine Gemeinschaft komme ohne eine Leitung aus, sagte der Redner. Wo nicht
geleitet werde, entstünden Leerräume, die oftmals Ursachen für Krisen seien. So werde die Leitungsdimension kirchlichen Handelns angesichts der dynamischen Prozesse des Lebens immer wichtiger.
Freilich, so der Redner, sei dem Leitungshandeln immer ein Aspekt der Macht innewohnend. Um so mehr erhöhe das die Verantwortung der Kirchenvorstände, alle Gemeindeglieder an der Verkündigung des
Evangeliums und an der Mitarbeit am Reich Gottes einzubeziehen.
Bohl verhehlte nicht, dass der Umgang mit der Macht ein Gefahrenpotenzial beinhalte. „Und damit wir uns keinen Illusionen hingeben“, so Bohl, „wir stehen alle vor Gott als Bettler, der Vergebung
und seiner Gnade allzeit bedürftig“. Geistliche Leitung sei ein Ausdruck der Teilhabe am geistlichen Leben in der Gemeinde und kein autoritäres Schema. Unbeschadet des Machtgefälles von Leitenden
und Geleiteten müsse man die Bereitschaft fördern, sich dennoch infrage stellen zu lassen. Das setze jedoch nicht das Prinzip außer Kraft, dass es auch in der Kirche ein Steuerungshandeln geben
müsse.
„Kirchliche Arbeit ohne ein Leitbild oder Konzept, funktioniert nicht“, sagte Bohl. Die Gemeinde müsse befähigt werden, ihren Zeugendienst für Jesus Christus in einer der Frohen Botschaft
angemessenen Weise umzusetzen. „Wir sind auf einem guten Weg von der Betreuungskirche zu einer Beteiligungskirche zu kommen“, sagte Bohl. Die bisherigen Arbeitsformen könnten jedoch nicht so
bleiben, wie sie sind. Es gelte, dafür die eigenen Kräfte und ehrenamtliches Engagement für den Aufbau lebendiger Gemeinden sinnvoll einzusetzen.
Mit einem Gottesdienst in der Frauenkirche und einem Orgelkonzert in der Kreuzkirche fand der erste sächsischen Kirchenvorstandstag seinen Abschluss.
Licht ins dunkle Tal
Papua - Neuguinea
Hohndorf. Keineswegs hatte Evelin Schwarzer das Öl für ihre Lampen vergessen. Sie hatte für ihre Missionsreise alles vorgesorgt und wechselte für drei Monate ihr Zuhause in Rödlitz mit
einem Dorf in Papua Neuguinea. Ziel der Reise war es, mit Solarleuchten Licht ins dunkle Tal des Dorfes zu bringen, ein Projekt der ev.-luth. Landeskirche Sachsen. Bereits Wochen vorher hatte sie
gemeinsam mit Freunden Holzkisten auf den Flugweg in das Land nördlich von Australien geschickt. Material für 1000 Solarleuchten. Über ihre beschwerliche und mutige Reise in das ferne Land
berichtete die Christin aus Rödlitz am Samstag, dem 26. September im Familienkreis im Lutherhaus Hohndorf.
Rund sechs Millionen Menschen leben in diesem Land mit rund 800 verschiedenen Stammessprachen fern von der im Westen hofierten Kultur des Abendlandes, aber ganz nahe bei Jesus Christus. In diesem
Land entwickelte sich eine Kunstsprache, um eine Kommunikation der Menschen untereinander zu ermöglichen. Freilich sei hier vor allem die Jugend der Vorreiter, denn wie so oft, sind die Alten
dazu nicht mehr in der Lage.
Kaum im Land angekommen, galt es erst einmal Verpflegung für drei Monate zu akquirieren, denn in den rund 1600 Metern über dem Meeresspiegel liegenden Ort, ist man auf sich allein gestellt,
dennoch nur eine halbe Flugstunde von der Landeshauptstadt entfernt.
Evelin Schwarzer, so berichtete sie, atmete erleichtert auf, als sie auf dem provisorischen Flugplatz in der Nähe des Dorfes ihr ganzes Reisegepäck und selbst die Kisten mit den Solarleuchten
erblickte. Selbige waren lange Zeit verschollen auf dem Weg von Deutschland ins ferne Papua Neuguinea. Kaum angekommen in dem Hochlandort warteten schon 14 Männer und eine Frau auf sie. Das Team
sollte die Teile der Solarleuchten montieren, damit tausendfach in den Hütten ein Licht aufgehe. Schlag 18 Uhr, so die Missionarin, werde es in dem Ort nahe, des Äquators, stockdunkel, eine
Energieversorgung gibt es nicht.
Was Frau Schwarzer skeptisch bewertete, erwies sich als falsch, denn die jungen Männer und die junge Frau, legten sich mächtig ins Zeug, die Lampen zu montieren. Trotz aller Arbeit, so die
Referentin kam natürlich das Feiern nicht zu kurz. Überhaupt seien die Menschen sehr lebenslustig und Fremden aufgeschlossen. Wie sehr die Menschen mit Jesus Christus verbunden sind, so sagte die
Missionarin, mache ihre Hinwendung zum christlichen Glauben deutlich, denn sie weilte zur Weihnachtszeit in diesem Ort. Die Menschen würden drei bis vier Stunden zu Fuß sein, um einen
Gottesdienst zu besuchen. Da schaue keiner auf die Uhr, denn mit dem Gottesdienst werde begonnen, bis die Bewohner aus dem letzten Dorf die Kirche erreicht haben. Oftmals sind es so viele, dass
der Gottesdienst im Freien stattfinde.
Als die Lampen leuchteten, und die Familien ihre Leuchte erhielten, waren sie mächtig stolz. Erstmalig erstrahlte die armseligen Hütten nach 18 Uhr ein Lichtschein. Ein Licht, aus Deutschland von
Christen für Christen, unabhängig ihrer Konfession. Die Solarleuchten, so Evelin Schwarzer, haben eine Lebensdauer von 3 bis vier Jahren und damit sie nicht erlöschen, ist bereits ein zweites
Projekt in Arbeit, das für die Menschen 1500 weitere Lampen bringen soll. Für die Menschen ein Stück Hoffnung.
Hohndorf. Neues ausprobieren, um miteinander noch intensiver ins Gespräch zu kommen war ein Ziel der Kirchgemeinde Hohndorf zu ihrer Gemeindeversammlung am vergangenen Sonntagnachmittag in
der Lutherkirche. Das zumindest versprach das Motto der Zusammenkunft „Unsere wachsende Gemeinde – Bewährtes und Aufwachsendes“, an der Superintendent Peter Heß teilnahm.
Er hatte mit seiner Predigt im Gottesdienst zur Jahreslosung „Gott spricht: Siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr’s denn nicht“ (Jesaja 43,19) der sich
anschließenden Gemeindeversammlung einen kräftigen Impuls gegeben. 92 Brüder und Schwestern hatten sich extra den Sonntagnachmittag dafür reserviert. Die Teilnehmer wussten jedenfalls ihre Kinder
in guter Obhut, denn parallel fand ein Kindergottesdienst statt. Während die Eltern die Gemeindeversammlung besuchten, hatten 35 Kinder Kurzweil mit Spielen und Blümchenkaffee.
Gemeinsamer Abend während einer Gemeindefreizeit am Filztzeich Schneeberg. (Fotos FW)
Pfarrer Holger Bartsch und der Kirchenvorstand der Kirchgemeinde gingen in der Vorbereitung der Gemeindeversammlung neue Wege. Kein Bericht strapazierte die Zuhörer. Das war auch nicht nötig,
denn in einer Ausstellung konnten sich die Geschwister auf Schautafeln in der Lutherkirche über das Erreichte, die finanzielle Situation, Vorhaben und Visionen umfassend informieren.
So übernahmen die Teilnehmer gleich eine aktive Rolle und diskutierten drei Themen in der Lutherkirche bei Kirchenkaffee in zehn Gruppen an den Tischen. Tischdecken aus weißem Papier waren dabei
keinesfalls nur schmückendes Beiwerk, sondern boten zugleich den „Gastgebern“ in den Gesprächsgruppen viel Platz für Notizen der Aussprache. Sinn machte das, denn nach jeder Themenrunde
wechselten die Gruppen an andere Tische. So konnten sie unmittelbar am Erfahrungsschatz der Vorgänger teilhaben. Was hindert uns als verschieden geprägte Menschen offen zu sein für gemeinsames
Singen Beten und Feiern?
Gemeindefreizeit in Schneeberg: Lobpreis für den Heiland und Retter der Welt Jesus Christus.
Wie kann sich Altes, Bewährtes mit neu Aufwachsendem in unserem Gottesdienst gegenseitig befruchten? Woran könnten wir oder unsere Gäste in einigen Jahren erkennen, dass Gemeinde und Gottesdienst
von versöhnender Vielfalt geprägt sind? Fragen, die wertvolle Lichtblicke in den Gesprächen zutage brachten, über die am Ende der Versammlung die zehn „Tisch-Gastgeber“ informierten.
Dass diese neue Form der Kirchgemeindeversammlung ankam, wurde in dem Wunsch der Teilnehmer deutlich, solche generationsübergreifende Gesprächsrunden öfter zu praktizieren. Deutlich wurde in den
Gesprächen, die Schöpfung zeigt einen Gott der Vielfalt. Diese Verschiedenheit gelte es, im Sinne von Vielgestaltigkeit, als Chance zu begreifen. Die zu stärkende Einheit der Gemeinde als
Einigkeit aufzufassen und nicht als Auftrag zur Einförmigkeit. Die in Gottes Schöpfung angelegte Vielfalt, so ein weiteres Fazit der Diskussion, müsse sich in allen Bereichen der Gemeinde
zeigen.
Bastelabend während der Gemeindefreizeit am Filzteich in Schneeberg.
„Ihr seid auf einem erstaunlich guten Weg“, ermutigte Superintendent Peter Heß die Gemeindeglieder. „Es gibt gemeinsame Lichtblicke und Einmütigkeit.“ Es gelte aber noch stärker zu entdecken was
Gott will, um das neu Entstehende zu erkennen. Pfarrer Bartsch hatte wohl das erste Mal Gesprächsnotizpapier in Tischdeckengröße mit Inhalten des qualitativen und quantitativen Wachsens der
Hohndorfer Kirchgemeinde aus einer Versammlung mitzunehmen.
Doch dafür stand ja das anspruchsvolle Motto der Zusammenkunft. Die Ergebnisse der Kirchgemeindeversammlung werden in den nächsten Wochen die Arbeit des Kirchenvorstandes bestimmen und in den
Mitarbeiterkreisen sowie in den Hauskreisen diskutiert, um sie für das Gemeindeleben fruchtbar zu machen.
Das 2te Deutsche Reich besteht