Kommentar
Von Frank Walenszus
Die Halbwelt ist erschüttert über die Militäraktion der israelischen Marine gegen die so genannte Hilfsflotille mehrerer Länder für Palästinenser in Gaza. War die Welt auch erschüttert über
den ständigen Terrorismus, dem Israel durch die Hamas oder Hisbollah ausgesetzt ist? Nein, da schweigt man sich aus. Israel hat ein Recht zur Selbstverteidigung, da die internationale
Gemeinschaft versagt hat.
Es ist unverständlich, dass sich gerade die deutsche Kanzlerin kritisch gegen die Sicherheitsaktion des israelischen Staates ausspricht. Das Trauma der Juden mehr als sieben Millionen Juden durch
Deutsche ermordet zu wissen, sollte die deutsche Kanzlerin lieber zum Schweigen verhelfen.
Die Staats- und Armeeführung Israels hat alles unternommen, um einen Konflikt zu vermeiden. Sie wollten keineswegs Hilfsgüter für den Gazastreifen verhindern. Der Aufforderung, die Hilfsgüter
kontrolliert zu den Palästinensern einzuführen, lehnten die so genannten internationalen Friedensaktivisten ab. Dass sich zwei Abgeordnete der Linkspartei daran beteiligten verwundert nicht,
hatte doch die DDR zu den arabischen Staaten ein gutes Verhältnis und Israel galt als aggressiver Staat.
Deutsche "Friedensaktivisten" müssen vermutlich blind vor Hass gegen den jüdischen Staat gewesen sein, dass sie ihre Knüppel schwingenden Kumpane und Provokateure nicht gesehen haben
wollen.
Die Initiatoren des internationalen Schiffskonvois legten es darauf an zu provozieren, Israel herauszufordern. Sie benutzten die Menschen im Gazastreifen als Schutzschild für ihr
völkerrechtswidriges Handeln. Die Waffen an Bord des türkischen Schiffes belegen das eindeutig. Die Türkei entlarvt sich mehr und mehr als Handlanger des Islams.
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wird eingeweiht
Informatin des Außenministeriums des Staates Israel, 15.03.10
Die Einweihung der Hurva-Synagoge ist ein Ereignis von großer historischer Bedeutung für das Judentum, das in keiner Weise andere Religionen mit einer Beziehung zu Jerusalem berührt oder gar
beeinträchtigt. Die erstmals um das Jahr 1700 errichtete Synagoge wurde zweimal zerstört, zuletzt 1948 durch die Jordanische Legion.
Die Hurva-Synagoge vor der Restaurierung
Das neue Gebäude gleicht in Größe und Umfang genau der früheren Synagoge. Es wurde auf einem Baugrund im Zentrum des jüdischen Viertels errichtet, der sich seit Jahrhunderten in jüdischem Besitz
befindet. Die Synagoge liegt um 300 Meter Luftlinie vom Tempelberg entfernt und berührt diesen in keiner Weise.
Der Wiederaufbau der Synagoge ist Teil der seit 40 Jahren andauernden Restaurierung des jüdischen Viertels der Jerusalemer Altstadt und macht ein historisches Unrecht wieder gut, das während
ihrer zweiten Zerstörung begangen wurde. Ihm gingen ein Regierungsbeschluss und die erforderlichen Baugenehmigungen voraus. Die Rekonstruktion wahrt den Originalzustand und die ursprünglichen
Dimensionen der Synagoge, wie sie von den osmanischen Herrschern zur Zeit ihres Baus genehmigt worden waren.
Während Israel sich der Religionsfreiheit für alle Glaubensrichtungen in Israel verpflichtet fühlt, missbrauchen muslimische Extremisten den Anlass für ihre politischen Zwecke.
Israel erwartet von der internationalen Gemeinschaft, gegen religiöse Intoleranz und unbegründete Behauptungen, die zu physischer Gewalt führen können, Stellung zu beziehen.
Von J. Weil
JERUSALEM (inn) - Der in Israel lebende David Pur ist der zurzeit älteste Mann der Welt. Aus diesem Grund ist ein Gesandter des "Guinness Buchs der Rekorde" derzeit in Israel, um den
Weltrekord offiziell anzuerkennen. Dies meldet der israelische Nachrichtendienst "Arutz Sheva".
Drei von Purs neun Kindern leben noch. Außerdem hat der 115-Jährige 18 Enkelkinder und 56 Urgroßenkel. Geboren wurde er 1895 im damaligen Persien, dem heutigen Iran. Später war Pur Berater des
Schahs, der seine Sprachkenntnisse bewunderte. Pur spricht Persisch, Hebräisch, Arabisch, Aramäisch und Französisch. Mit seiner Familie kam er 1948 nach Israel.
Der 115-jährige verfolgt täglich die Nachrichten in Radio und Fernsehen und diskutiert mit seinem Enkelsohn über das aktuelle Zeitgeschehen. Der Mann ist bei seinen Familienmitgliedern, die ihn
täglich besuchen, für seinen Humor bekannt. "Die wichtigste Sache ist, seinen Optimismus nicht zu verlieren."
Pur ist seit über 100 Jahren Raucher, und er trinkt täglich einen Brandy und isst Nüsse zum Frühstück. "Ich vermeide es, Fleisch und frittierte Speisen zu essen und esse so viel Obst und Gemüse
wie möglich", ergänzt der Rekordhalter. Mit seinem Lebenswandel bestätigt er israelische Wissenschaftler, die die Abhängigkeit des Alterungsprozesses von der Ernährung erforscht haben.
Haaretz, 03.03.2010
Der Pegelstadt des Toten Meeres ist nach vier Jahren erstmals gestiegen.
Erstmals seit vier Jahren ist der Wasserstand des Toten Meeres im letzten Monat wieder angestiegen. Grund dafür sind die massiven Niederschlagsmengen, die am vergangenen Wochenende im
Einzugsgebiet des Jordans und den Gebirgsbächen zu verzeichnen waren, aus denen sich das Tote Meer speist.
Wie die Wasserbehörde mitteilte, ist der Pegelstand im Laufe des Februars entgegen dem beinahe stabilen Trend des Wasserrückgangs um acht Zentimeter gestiegen. Im Februar des vergangenen Jahres
war der Pegelstand um drei Zentimeter zurückgegangen.
Auch im Einzugsbereich des Sees Genezareth und im westlichen Galiläa hat es im vergangenen Winter überdurchschnittlich große Mengen an Regen gegeben.
Israels Präsident Shimon Perres spricht im Deutschen Bundestag
Berlin. Israels Präsident Shimon Peres hat heute anlässlich des internationalen Holocaust-Gedenktages eine historische Rede im Deutschen Bundestag gehalten. Ihr Wortlaut
wird im Folgenden vollständig in deutscher Übersetzung wiedergegeben.
Ich stehe heute vor Ihnen als Präsident des Staates Israel, der Heimstätte des jüdischen Volkes. Und während es mein Herz zerreißt, wenn ich an die Gräueltaten der Vergangenheit denke, blicken
meine Augen in die gemeinsame Zukunft einer Welt von jungen Menschen, in der es keinen Platz für Hass gibt. Eine Welt, in der die Worte „Krieg“ und „Antisemitismus“ nicht mehr existieren.
Sehr verehrte Anwesende,
in unserer Jahrtausende alten jüdischen Tradition findet sich ein Gebet in der aramäischen Sprache, dass in Erinnerung an die Toten gesagt wird, im Andenken an Väter und Mütter, Söhne und
Töchter, Brüder und Schwestern. Dieses weit über tausend Jahre alte jüdische Gebet konnten weder die Mütter sprechen, deren Säuglinge ihrer Armen entrissen wurden, noch die Väter, die ihren
Kindern einen letzten Blick zuwarfen, bevor sie in die Gaskammern gepfercht wurden, noch hörten es die Kinder, die im Krematorium in Rauch aufgingen.
Ich möchte, meine Damen und Herren, jetzt und hier die ersten Worte dieses Kaddisch-Gebets im Namen des jüdischen Volkes, und zu Ehren und im Andenken an die sechs Millionen Juden, die zu Asche
wurden, zu rezitieren:
„Erhoben und geheiligt werde Sein großer Name in der Welt, die Er nach Seinem Willen erschaffen, und Sein Reich erstehe in eurem Leben und in euren Tagen, und dem Leben des ganzen Hauses Israel,
schnell und in naher Zeit. Sprechet: Amen“
Das Gebet endet mit den folgenden Worten, die im Staat Israel zum Symbol geworden sind und zu einem Traum für das jüdische Volk schlechthin wurden:
„Der der Frieden in seinen Himmelshöhen stiftet, stifte Frieden unter uns und ganz Israel. Sprechet: Amen"
Meine Freunde, Gesandte des deutschen Volkes und dessen Vertreter, im Staat Israel und überall auf der Welt weilen immer weniger Überlebende der Shoa unter uns. Ihre Zahl nimmt täglich ab. Und
gleichzeitig leben auf deutschem Boden, in Europa und anderswo auf der Welt noch immer Menschen, die damals dieses schrecklichste Ziel verfolgten – den Völkermord. Ich bitte Sie: tun Sie alles,
um diesen Verbrechern ihre gerechte Strafe zu erteilen.
In unseren Augen handelt es sich nicht um Rache. Es geht um Erziehung. Es sollte eine Stunde der Gnade für die jüngere Generation sein. Die Jugend muss sich erinnern, darf nicht vergessen und
muss wissen, was geschehen ist. Sie darf niemals, wirklich niemals, an etwas anderes glauben, sich andere Ziele setzen als Frieden, Versöhnung und Liebe.
Heute begehen wir den internationalen Gedenktag für die Opfer der Shoa. Genau heute vor 65 Jahren schien nach sechs Jahren Dunkelheit zum ersten Mal die Sonne. Die ersten Sonnenstrahlen legten
das Ausmaß der Zerstörung, die mein Volk erlitten hatte, für alle bloß.
An diesem Tag stieg der Rauch noch aus den Krematorien auf, und Blut und Asche bedeckten das Lager Auschwitz-Birkenau. Jetzt war es still auf dem Bahnsteig. Die „Selektionsrampe“ war
menschenleer. Im Tal des grauenhaften Mordes breitete sich trügerische Ruhe aus. Das Ohr nahm nur die Stille wahr, doch aus den Tiefen der vereisten Erde wurde ein Schrei hörbar, der das
menschliche Herz zerriss und bis zum gleichgültig schweigenden Himmel aufstieg.
Der 27. Januar 1945 kam zu spät. Sechs Millionen Juden waren bereits nicht mehr unter den Lebenden. Dieser Tag symbolisiert nicht nur die Erinnerung an die Ermordeten, nicht nur das Schuldgefühl
der Menschheit im Angesicht dieser nicht fassbaren Schreckenstaten, sondern auch die Tragödie des Versäumnisses. Dies ist unsere Lehre aus einer Zeit, als die in Flammen lodernde Welt derartig
abgelenkt war, dass die Mordmaschine tagein-tagaus weiterarbeiten konnte, jahrein-jahraus, ungestört.
Drei Jahre zuvor, am 20. Januar 1942, kam unweit von hier in der „Villa am Wannsee“, am Ufer dieses schönen Sees, eine Gruppe hochrangiger Offiziere und Beamte unter Reinhard Heydrich zusammen,
um die „Endlösung der Judenfrage“ zu planen und in die Tat umzusetzen.
Adolf Eichmann arbeitete fleißig an einem Dokument zur Erfassung der Zielbevölkerung, die zur Vertreibung und Ausrottung bestimmt war. Dazu zählte die gesamte Judenheit Europas. Von den drei
Millionen polnischen, ukrainischen und sowjetischen Juden, bis zu den 200, die im kleinen Albanien lebten. Elf Millionen Juden wurden zum Tode verurteilt. Die Nazis arbeiteten effizient, und der
Weg führte von der „Villa am Wannsee“ direkt in die Gaskammern und Krematorien von Auschwitz. Ich stehe heute, an diesem Gedenktag, vor Ihnen, verehrte Zuhörer, vor Führungspersönlichkeiten und
Vertretern eines anderen, demokratischen Deutschlands – als Vertreter des jüdischen Staates, des Staates der Überlebenden, des Staates Israel. Mir sind die Tragweite und die erschütternde
Bedeutung dieser Sitzung bewusst, und ich hoffe und bin sicher, Ihnen geht es ebenso.
Vor meinem geistigen Auge steht die prächtige Gestalt meines von mir so bewunderten Großvaters, Rabbi Zwi Meltzer, ein würdiger und schöner Mann, dessen Lieblingsenkel ich war. Er war mein Lehrer
und Erzieher.
Er lehrte mich die Thora. Ich sehe ihn noch vor mir mit seinem weißen Bart und seinen dunklen Augenbrauen, eingehüllt in den Gebetsmantel, inmitten aller Betenden in der Synagoge, in meinem
Geburtsstädtchen Wiszniewo in Weißrussland.
Ich hüllte mich damals ebenfalls in den Gebetsmantel meines Großvaters und lauschte aufgeregt seiner schönen klaren Stimme. Noch heute klingt das Echo seiner Stimme in meinem Ohr, das „Kol
Nidrei“ Gebet am Versöhnungstag, in den Stunden und Momenten, wo nach dem jüdischen Glauben das Schicksal jedes Einzelnen vom Allerheiligsten festgelegt wird, ob ihn der Tod oder das Leben
erwartet. Ich erinnere mich, wie er am Bahnsteig stand, von wo aus der Zug mich, den elfjährigen Jungen, von unserem Dorf ins Heilige Land Israel bringen sollte. Ich erinnere mich an seine
überschwängliche Umarmung. Und ich erinnere mich an seine letzten Worte, die mir befahlen: „Mein Junge, bleib immer ein Jude!“ Die Lokomotive pfiff und die Bahn fuhr los. Ich blickte meinem
Großvater durchs Fenster nach, bis seine Gestalt verschwand. Es war das letzte Mal, dass ich ihn sah. Als die Nazis in Wiszniewo einmarschierten, befahlen sie allen Juden, sich in der Synagoge zu
versammeln. Mein Großvater ging als erster hinein, eingehüllt in denselben Gebetsmantel, in den ich mich als Kind schon eingewickelt hatte. Seine Familie folgte ihm. Die Türen wurden von draußen
verriegelt, und das Holzgebäude wurde angezündet. Von der gesamten Gemeinde blieben nur glühende Asche und Rauch. Keiner hat überlebt.
Meine verehrten Anwesenden,
die Shoa wirft schwierige Fragen zur tiefsten Seele des Menschen auf. Wie böse kann der Mensch sein? Wie gelähmt ein ganzes Volk? Ein kulturelles Volk, das auch die Philosophie respektierte? Zu
welchen Gräueltaten ist der Mensch fähig? Wie kann er seinen moralischen Kompass abstellen? Die Logik lähmen? Wie kann ein Volk sich als „Herrenrasse“ betrachten, und den Mitmenschen als null und
nichtig?
Noch heute stellt sich die Frage, weshalb die Nazis in der Existenz der Juden eine solche Gefahr und Bedrohung sahen. Was brachte sie dazu, in diese Todesindustrie derart viel zu investieren?
Wieso setzten die Nazis ihren Plan bis zum bitteren Ende fort, obwohl die Niederlage sich schon längst am Horizont abzeichnete? Waren die Juden eine Bedrohung für das „Tausendjährige Reich“?
Konnte ein verfolgtes Volk, von den Stiefeln der Täter zertrampelt, die mörderische Kriegsmaschine der Nazis aufhalten? Wie viele Divisionen standen den Juden Europas zur Verfügung? Wie viele
Panzerwagen, Kampfflugzeuge, wie viele Gewehre?
Meine Damen und Herren,
der Hass der Nazis lässt sich durch reinen „Antisemitismus“ nicht erklären. Der Antisemitismus ist ein abgedroschener Begriff und keine Erklärung für die mörderische, bestialische Begeisterung,
die zwanghafte Entschlossenheit des Nazi-Regimes, die Judenheit auszurotten.
Der eigentliche Zweck des Krieges war doch die Erlangung der Macht über Europa und nicht die Begleichung einer historischen Rechnung mit den Juden.
Und wenn wir Juden in den Augen des Hitler-Regimes eine so bedrohliche Gefahr waren, dann handelte es sich doch bestimmt um keine militärische, sondern eine moralische Bedrohung. Dabei wurde auch
der Glaube geleugnet, dass jeder Mensch im Antlitz Gottes erschaffen ist; dass jeder Mensch vor Gott gleich ist, dass alle Menschen ebenbürtig sind. Selbst unbewaffnet wird ein Jude für die
Heiligkeit des göttlichen Namens einstehen. Seit Anbeginn seiner Existenz ist das jüdische Volk den Geboten: „Morde nicht!“, „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!“ und „Suche den Frieden und
jage ihm nach!“ verpflichtet. – Unter allen Umständen und überall. Den gutgläubigen Juden, der an diese Gebote glaubt, sehe ich jetzt vor mir in Gestalt meines gütigen Großvaters, des
wertvollsten und ehrlichsten Menschen, den es je gab. Die Nazis wollten ihn entmenschlichen. Sie verbrannten ihn und seine Brüder lebendig. Das Feuer vertilgte ihren Körper, doch nicht ihren
Geist.
Die Nazis versuchten, uns Juden in ihren schrecklichen Propagandafilmen und im „Stürmer“ als Parasiten, Höhlenratten und Verbreiter von Krankheiten darzustellen. Sie hatten sich zum Ziel gesetzt,
die Werte von Gerechtigkeit und Gnade zu vergessen und sie in Vergessenheit geraten zu lassen. Als Jude trage ich für immer den Stempel des Schmerzes über den Mord an meinen Brüdern und
Schwestern. Als Israeli beweine ich die tragische Verzögerung der Entstehung des Staates Israel, weswegen mein Volk ohne Zufluchtsstätte blieb. Als Großvater kann ich den Verlust von 1,5
Millionen Kindern nicht verschmerzen – das ungeheure menschliche Potenzial, ohne dessen Verlust das Schicksal Israels anders ausgesehen hätte. Ich bin stolz darauf, dass wir der Erzfeind der
Nazi-Verbrechen sind. Ich bin stolz auf das Erbe unserer Väter – das Gegenteil jeder Rassenlehre. Ich bin stolz auf die Gründung des Staates Israel, die moralische und historische Antwort auf den
Versuch, das jüdische Volk von der Erde zu tilgen. Ich danke dem Allerheiligsten für diejenigen Völker, die diesem Wahnsinn, dem Bösen und der Grausamkeit ein Ende setzten. Die Shoa muss dem
menschlichen Gewissen stets als ewiges Warnzeichen vor Augen stehen; als Verpflichtung zur Heiligkeit des Lebens, zur Gleichberechtigung aller Menschen, zu Freiheit und Frieden. Die Ermordung der
Juden Europas durch Nazi-Deutschland darf nicht als ein astronomisches „schwarzes Loch“ betrachtet werden, als ein Todesstern, der das Licht schluckt und die Vergangenheit gemeinsam mit der
Zukunft verschlingt.
Die Shoa darf uns aber auch nicht davon abhalten, an das Gute zu glauben. An die Hoffnung, an das Leben.
Heute, am internationalen Gedenktag für die Opfer der Shoa, frage ich mich, wie die Juden Europas in unserem Gedächtnis hätten verbleiben wollen. Nur durch den Rauch der Krematorien? Sollten wir
uns nicht auch das Leben vor der Shoa in Erinnerung rufen?
Würden die Millionen Juden Europas über eine kollektive Stimme verfügen, würde diese Stimme uns und Sie alle auffordern, den Blick auf die Zukunft zu richten. Zu verwirklichen, was diese Opfer
hätten tun können, wenn ihnen nicht die Gelegenheit dazu genommen worden wäre. Neu zu erschaffen, was wir durch ihren Tod verloren haben.
Nehmen wir als Beispiel den Schöpfungsgeist der deutschen Juden, die sich mit ihrem Heimatland identifizierten, und deren Beitrag zur Kultur, Wissenschaft, Wirtschaft und für Deutschland
überhaupt so bedeutungsvoll war, dass er in keinem Verhältnis zur tatsächlichen Größe der jüdischen Gemeinde stand.
Die Juden Europas haben die Wissenschaft, Technologie, Wirtschaft, Literatur und Kunst dieses Kontinents ungemein bereichert, da sie nach der Vertreibung aus verschiedenen europäischen Ländern zu
einem belesenen Nomadenvolk von Handwerkern und mehrsprachigen Kaufleuten wurden. Ein Volk von Ärzten, Schriftstellern, Wissenschaftlern und Künstlern. Ein Volk, das mit Persönlichkeiten gesegnet
war, welche die deutsche Kultur, und die Welt im Allgemeinen, bereicherten.
Ich bin überwältigt, wenn ich an die vielen Philosophen und Erfinder denke, die aus den jüdischen Dörfern, den jüdischen Ghettos und dem jüdischen Bürgertum in die Universitäten strömten, sobald
ihnen der Zugang gewährt wurde.
Wie durch ein Wunder erschienen Albert Einstein, Sigmund Freud, Martin Buber, Karl Marx, Hermann Cohen, Hannah Arendt, Heinrich Heine und Moses Mendelssohn, Rosa Luxemburg, Walther Rathenau,
Stefan Zweig und Walter Benjamin.
Trotz ihrer Verschiedenheit ist allen der nicht zu unterschätzende Beitrag zum menschlichen Gedankengut gemein, sowie ihr außergewöhnlicher Einfluss auf die Moderne. Sie richteten den Blick
Deutschlands, Europas, ja, der gesamten Welt auf eine neue Zukunft.
Und nun zur bedeutendsten aller Lehren: „Nie wieder“. Nie wieder eine Rassenlehre. Nie wieder ein Gefühl von Überlegenheit. Nie wieder eine scheinbar gottgegebene Berechtigung zur Hetze, zum
Totschlag, zur Erhebung über das Recht. Nie wieder zur Verleugnung Gottes und der Shoa.
Nie wieder dürfen blutrünstige Diktatoren ignoriert werden, die sich hinter demagogischen Masken verbergen und mörderische Parolen von sich geben.
Meine Freunde, Vertreter des deutschen Volkes, die Drohungen, unser Volk und unseren Staat zu zerstören, werden im Schatten von Massenvernichtungswaffen ausgestoßen, die im Besitz irrationaler
Menschen sind, die nicht zurechnungsfähig sind und die nicht die Wahrheit sprechen. Um eine zweite Shoa zu verhindern, ist es an uns, unsere Kinder zu lehren, Menschenleben zu achten und Frieden
mit anderen Ländern zu wahren. Die junge Generation muss lernen, jede einzelne Kultur, und die universellen Werte zu respektieren. Die Zehn Gebote müssen immer wieder neu gedruckt werden. Lasst
uns Licht ins Dunkel bringen; lasst uns Teleskope und Mikroskope auf die Geheimnisse der Wissenschaft richten, die dem menschlichen Körper und Geist Heilung bringen können. Wir benötigen Nahrung
für die Hungrigen, Wasser für die Durstigen, Luft zum Atmen und Weisheit für die Menschheit. Mit dem Ende des Britischen Mandats rief David Ben-Gurion, der Wegbereiter der sich erneuernden
Nation, den Staat Israel aus. Die Araber wiesen die UNO-Resolution zurück und ihre Armeen griffen Israel an. Und so griffen sieben arabische Heere Israel nur wenige Stunden nach seiner
Unabhängigkeitserklärung an, um den noch kaum entstandenen Staat sofort wieder zu zerstören. Wir standen ihnen alleine gegenüber. Wir hatten keine Verbündeten, und waren trotz allem die letzte
Hoffnung des jüdischen Volkes auf Sicherheit. Hätten wir den Krieg verloren, wäre dies vielleicht das Ende unseres Volkes gewesen.
Die israelische Armee siegte in diesem aussichtslosen Kampf, in dem historische Gerechtigkeit und menschlicher Mut sich vereinten. In den Reihen der israelischen Streitkräfte kämpften bereits in
diesem Krieg Überlebende der Shoa, die erst kurz zuvor die sichere Küste Israels erreicht hatten und sich schon während der Schlachten den anderen Soldaten anschlossen. Einige fielen an der
Front.
Während Israel noch die Kriegswunden leckte, begann das kleine Land bereits, als erste Priorität, seine Tore den Überlebenden der Shoa und den vielen jüdischen Flüchtlinge aus arabischen Ländern
zu öffnen. Alle anderen Tore blieben für sie verschlossen.
Meine sehr verehrten Anwesenden,
wir erinnern uns noch gut, wie uns damals, als unsere Wunden noch bluteten, von unerwarteter Seite Hilfe angeboten wurde – nämlich vom neuen Deutschland.
Zwei historische Persönlichkeiten reichten sich über dem Abgrund die Hand: Kanzler Konrad Adenauer, der Vater der demokratischen Bundesrepublik, und David Ben-Gurion, Gründer und erster
Ministerpräsident des Staates Israel.
Am 27. September 1951 hielt Kanzler Adenauer eine Rede im Bundestag. Er sprach von der Verantwortung des deutschen Volkes für die Verbrechen des Dritten Reiches, seine Verantwortung dem jüdischen
Volk gegenüber, und über die Bereitschaft seiner Regierung, die Juden für den Raub ihres Besitzes zu entschädigen und dem jungen Staat beim Aufbau unter die Arme zu greifen.
Der Entschluss der israelischen Regierung, mit der deutschen Regierung direkt zu verhandeln, führte zu einer noch nie dagewesenen Protestwelle unter den Juden in der Welt. Überlebende mit
eintätowierten Todesnummern der Vernichtungslager bewarfen das israelische Parlament mit Steinen, aber es gab auch solche, die Ben-Gurion unterstützten. Doch Ben-Gurion bestand auf seinem
Entschluss: Es gibt ein anderes Deutschland, mit dem wir über die Zukunft, und nicht nur über die Vergangenheit reden müssen. Schweren Herzens stimmte die Knesset zu. Die Reparationen aus
Deutschland halfen Israel aus seiner Notlage und leisteten einen wesentlichen Beitrag zur schnellen Entwicklung des Landes.
Ich hatte damals, als junger Mann, die Ehre, Ben-Gurions Assistent und später im Verteidigungsministerium sein Stellvertreter zu werden. Ich lernte, dass das sich im Aufbau befindende Israel
seine Kinder beschützen muss.
Auch in diesem Fall zeigten die Deutschen Verständnis für uns und belieferten uns mit Ausrüstung zu unserer Verteidigung. Zwischen Deutschland und Israel hat sich seither eine einzigartige
Freundschaft entwickelt.
Diese Freundschaft führt aber nicht dazu, dass wir die Shoa vergessen, sondern wir sind uns der Finsternis, die im Todestal der Vergangenheit herrschte, bewusst; auch im Angesicht der
gemeinsamen, klaren Entscheidung, unseren Blick nach vorne zu richten – zum Horizont der Hoffnung und in eine bessere Welt.
Die Brücke über dem Abgrund wurde mit schmerzenden Händen und Schultern, die dem Gewicht der Erinnerung kaum standhielten, aufgebaut und sie steht auf starken, moralischen Grundfesten.
Unseren ermordeten Brüdern und Schwestern haben wir ein lebendiges Mahnmal errichtet: Mit den Pflügen, die eine Wüste in fruchtbare Plantagen umwandeln. Mit Labors, die neues Leben entdecken. Mit
Waffen, die unsere Existenz sichern. Und mit einer kompromisslosen Demokratie.
Wir waren und sind der Überzeugung, dass das neue Deutschland alles in seiner Macht Stehende tun wird, damit der jüdische Staat sich nie mehr alleine einer Gefahr ausgesetzt sehen muss.
Mörderische und überhebliche Diktaturen sollen ihr böses Haupt nicht wieder erheben dürfen.
Ich danke Ihnen.
Von Konrad Adenauer, der mit David Ben-Gurion eine gemeinsame Sprache fand, bis zum Kniefall Willy Brandts im Andenken an die Helden des Warschauer Ghettos. Und Sie, Abgeordnete des Bundestages
und des Bundesrates, von Helmut Schmidt bis Helmut Kohl, und andere Führungspersönlichkeiten, Sie haben die Grundmauern gefestigt und dem Bau noch weitere Steine der Freundschaft hinzugefügt.
Gesellschaftspolitische Institutionen, Wirtschaftsorganisationen, Kulturzentren, Intellektuelle, Entscheidungsträger und Praktiker – sie alle haben dieses außergewöhnliche Freundschaftsgewebe
bereichert.
Danke und nochmals vielen Dank.
Sie, Herr Bundespräsident Horst Köhler, sagten in der Knesset in Jerusalem „Die Verantwortung für die Shoa ist Teil der deutschen Identität“. Wir rechnen Ihnen das hoch an.
Und Sie, Frau Bundeskanzlerin Angela Merkel, haben die Herzen unseres Volkes mit Ihrer Aufrichtigkeit und Wärme erobert. Sie erklärten vor den beiden Kammern des US-amerikanischen Kongresses:
„Ein Angriff auf Israel kommt einem Angriff auf Deutschland gleich“. Diese bewegenden Worte unverbrüchlicher Unterstützung werden wir niemals vergessen.
Meine sehr verehrten Anwesenden, meine Damen und Herren, beinahe 62 Jahre sind seit der Gründung des Staates Israel vergangen. Wir haben die Prüfung von neun Kriegen überstanden. Wir haben
Friedensabkommen mit Ägypten und Jordanien geschlossen.
Den Ländern, mit denen wir in Frieden leben, haben wir alle Gebiete, die uns während der Kriege in die Hände fielen, zurückgegeben. Jetzt sind wir ein kleines Land mit wenigen Rohstoffen. Unsere
Erde ist sehr störrisch. Und dennoch ist uns die Entwicklung einer Landwirtschaft gelungen, die zu den weltbesten zählt. Statt der Rohstoffe haben wir technologisches und wissenschaftliches
Know-how, das uns an die Spitze der wissenschaftlichen Forschung katapultiert hat und die Größe unseres Landes kompensiert.
Unser Volk kam aus allen Ecken der Diaspora. Heute befindet sich die Mehrheit der Juden in Israel. Wir sind zu unserer Sprache zurückgekehrt. Wir sind das einzige Land in unserer Region, dessen
Kinder sich in derselben antiken Sprache wie ihre Vorfahren vor über 3000 Jahren unterhalten – in Hebräisch, der Sprache des Alten Testaments.
Die jüdische Geschichte verläuft weiterhin auf zwei parallelen Achsen: Auf der einen Seite die ethische, die bereits in den Zehn Geboten festgehalten ist, diesem Dokument, das vor ungefähr 3500
Jahren niedergeschrieben wurde und seither nicht mehr redigiert werden musste. Es gehört zum Fundament der westlichen Kultur.
Und andererseits die wissenschaftliche Achse, deren Ziel die Ergründung der Geheimnisse ist, die dem menschlichen Auge bisher verborgen blieben, und die unser Leben zu ändern vermögen.
Israel ist ein jüdischer und demokratischer Staat, in dem rund 1,5 Millionen gleichberechtigte arabische Bürger leben. Wir werden es nicht zulassen, dass jemand wegen seiner Nationalität oder
Religion diskriminiert wird. Wir haben die Weltwirtschaftskrise überwunden und befinden uns wieder im Wachstum. Unsere Kultur ist gleichermaßen modern wie traditionell. Die israelische Demokratie
ist lebendig. Bei uns gibt es keine Flauten, und selbst in Kriegszeiten bleibt diese Demokratie bestehen. Unsere Siege haben jedoch den Gefahren kein Ende gesetzt. Es gelüstet uns nicht nach
Gebieten, die uns nicht gehören. Und wir hegen auch kein Interesse, ein anderes Volk zu beherrschen, dürfen aber unsere Augen trotz allem nicht verschließen. Unser nationales Begehren ist klar
und eindeutig: Frieden mit unseren Nachbarn zu erreichen.
Meine Damen und Herren,
Sie wissen, dass Israel dem Grundsatz „zwei Staaten für zwei Völker“ zustimmt. Wir haben im Krieg einen Preis bezahlt, und zögerten nicht, auch für den Frieden einen Preis zu zahlen. Auch jetzt
sind wir bereit, auf Gebiete zu verzichten, um mit den Palästinensern Frieden zu schließen. Sie sollen einen eigenen Staat errichten, einen unabhängigen, gedeihenden und friedliebenden
Staat.
Ebenso wie unsere Nachbarn identifizieren auch wir uns mit den Millionen Iranern, die gegen die Diktatur und Gewalt rebellieren. Genau wie sie lehnen wir ein fanatisches Regime ab, das die Charta
der Vereinten Nationen missachtet. Ein Regime, das mit Zerstörung droht und Atomkraftwerke und Nuklearraketen besitzt, mit denen es sein eigenes Land wie auch andere Länder terrorisiert. Ein
solches Regime ist eine Gefahr für die ganze Welt.
Wir möchten von der Europäischen Gemeinschaft lernen. Sie, die den Kontinent von tausend Jahren Krieg und Not befreit und jungen Menschen ermöglicht hat, den Hass ihrer Vorväter gegen Solidarität
unter den Jungen einzutauschen. Wir können viel aus Ihrer Erfahrung lernen, und möchten von einem Nahen Osten träumen, in dem alle Länder bereit sind, den Konflikt ihrer Eltern gegen den Frieden
für ihre Nachkommen einzutauschen.
Wir möchten eine regionale moderne Wirtschaft aufbauen, um aktuellen Problemen, die uns allen gemeinsam sind, zu begegnen: Hunger, Verwüstung, Krankheit, Terror. Eine Zusammenarbeit bei
wissenschaftlichen Projekten würde die Lebensqualität und den Lebensstandard aller verbessern.
Der uns allen gemeinsame Gott ist der Gott des Friedens. Nicht der Gott des Krieges.
Sehr verehrte Anwesende,
ich stehe heute vor Ihnen im Glauben, dass es in Ihrer und auch unserer Macht steht, den Lauf der Geschichte zu ändern. Ich glaube daran, dass der Frieden in Reichweite ist. Drohungen gegen
Israel werden uns nicht von diesem Weg abbringen.
Ich stehe heute vor Ihnen als Sohn eines Volkes, das bereit ist, alles Menschenmögliche zu tun, um eine bessere Welt zu schaffen, in welcher der Mensch dem Menschen ein Mensch ist.
Der internationale Gedenktag für die Opfer der Shoa ist ein Tag der Andacht und des In-Sich-Gehens. Eine Stunde der Erziehung und der Hoffnung.
Ich habe mit dem Kaddisch-Gebet begonnen, und möchte mit unserer Nationalhymne, der „Hatikwa“ - der Hoffnung - schließen:
„Solange ist unsere Hoffnung nicht verloren, die Hoffnung, 2000 Jahre alt, zu sein ein freies Volk in unserem Land, im Lande Zion und Jerusalem!“
Wir wagen den Traum, und ich bin überzeugt, Sie wagen ihn mit uns: Gemeinsam werden wir diesen Traum auch verwirklichen.
Israels Präsident Shimon Peres während seiner Reden zum internationalen Holocaust-Gedenktag.(Fotos: Amos Ben Gershom/GPO)
Israel ist das einzige Land auf der Welt, das heute einen größeren Baumbestand aufweist als noch vor 100 Jahren. Seit seiner Gründung im Jahr 1901 hat der JNF mehr als 240
Millionen Bäume gepflanzt.
Die Aufforstungsaktivitäten des Jüdischen Nationalfonds (JNF) in Israel erfreuen sich nach wie vor großen Zulaufs. Wie eine aktuelle Umfrage ergeben hat, planen 80 Prozent aller Israelis, einen
Baum zu pflanzen; 71Prozent haben dies bereits mindestens einmal getan.
Im kommenden Jahrzehnt plant der JNF die Pflanzung von weiteren sieben Millionen, um Kohlendioxid zu absorbieren und den Kampf gegen die globale Erwärmung zu unterstützen.
(Yedioth Ahronot, 26.01.10)
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Antisemitische Vorfälle in Westeuropa haben einen neuen Höchststand seit Ende des Zweiten Weltkriegs erreicht. Dies geht aus einer neuen Studie der Jewish Agency hervor, die nun im Vorfeld des
Internationalen Holocaust-Gedenktages veröffentlicht wurde.
Im Gefolge von Israels Militäroperation im Gaza-Streifen im vergangenen Winter wurden in den ersten drei Monaten des vergangenen Jahres mehr antisemitische Vorfälle - von verbalen bis zu
körperlichen Angriffen – in Europa registriert als im gesamten Jahr 2008. So ereigneten sich im ersten Halbjahr 2009 etwa in Frankreich 631 Vorfälle (im Vergleich zu 431 2008).
Besorgniserregend sind nicht zuletzt die Entwicklungen in ostmitteleuropäischen Staaten wie der Ukraine und Ungarn, wo es im Vorfeld von Wahlen zu öffentlichen Manifestation von Antisemitismus
kam.
„Der klassische Antisemitismus befindet sich im Wandel und wird durch einen neuen Antisemitismus ersetzt, der in Gestalt von hemmungslosen Attacken gegen die Idee des jüdischen Staates auftritt“,
sagte Natan Sharansky, der derzeitige Vorsitzende der Jewish Agency in Jerusalem.
Zur Unterscheidung zwischen legitimer und illegitimer Israel-Kritik bemerkte Sharansky: „Wir haben [die Kriterien dafür] mittels eines ‚3-D-Prinzips’ bestimmt: „Dämonisierung, Delegtimierung und
doppelter Standard. Auch wenn man den Antisemitismus über die Jahrhunderte hinweg betrachtet, sehen wir diese Prinzipien am Werk – die Dämonisierung von Juden, die Delegitimierung der Juden als
Nation und ein doppelter Standard gegenüber Juden als Volk und als Religion.“
Israel schickt eine Delegation nach Haiti, um dort ein Feldlazarett aufzubauen, sagte der Sprecher des Außenministeriums Yossi Levy am heutigen Donnerstag.
Das Team besteht aus 40 Ärzten und 24 Krankenschwestern und soll Israel am Donnerstagabend verlassen. Das Lazarett ist so ausgestattet, dass 500 Patienten behandelt werden können. Es hat eine Intensivstation, zwei Operationsräume, eine Apotheke sowie einen Röntgenraum.
Such- und Rettungsmannschaften des Heimatfrontkommandos gehören ebenfalls dem Team an. Levy sagte, dass diese Spezialisten bereits auf dem Weg von der Dominikanischen Republik in das Erdbebengebiet seien.
Gegen Mittag wird außerdem eine Delegation des Israelischen Außenministeriums in Haiti eintreffen. Der stellvertretende Leiter der Lateinamerika-Abteilung, Yossi Regev, sagte, dass der israelische Botschafter in der Dominikanischen Republik, Amos Radian, bereits in Haiti war. Er würde die Ankunft der israelischen Rettungsmannschaften vorbereiten.
Unterdessen spitzt sich die Lage auf den Straßen von Haitis Hauptstadt Port-au-Prince weiter zu. Überlebende campieren auf den Straßen, die Trinkwasser- und Lebensmittelversorgung ist zusammengebrochen. „Dies ist schlimmer als ein Hurrikan“, sagt Assistenzarzt Jimitre Coquillon, „es gibt kein Trinkwasser. Es gibt gar nichts. Die Menschen werden verdursten.“
(ynetnews, 14.01.2010)
ynetnews, 14.01.2010
Israel schickt eine Delegation nach Haiti, um dort ein Feldlazarett aufzubauen, sagte der Sprecher des Außenministeriums Yossi Levy am heutigen Donnerstag.
Das Team besteht aus 40 Ärzten und 24 Krankenschwestern und soll Israel am Donnerstagabend verlassen. Das Lazarett ist so ausgestattet, dass 500 Patienten behandelt werden können. Es hat eine
Intensivstation, zwei Operationsräume, eine Apotheke sowie einen Röntgenraum.
Such- und Rettungsmannschaften des Heimatfrontkommandos gehören ebenfalls dem Team an. Levy sagte, dass diese Spezialisten bereits auf dem Weg von der Dominikanischen Republik in das
Erdbebengebiet seien.
Gegen Mittag wird außerdem eine Delegation des Israelischen Außenministeriums in Haiti eintreffen. Der stellvertretende Leiter der Lateinamerika-Abteilung, Yossi Regev, sagte, dass der
israelische Botschafter in der Dominikanischen Republik, Amos Radian, bereits in Haiti war. Er würde die Ankunft der israelischen Rettungsmannschaften vorbereiten.
Unterdessen spitzt sich die Lage auf den Straßen von Haitis Hauptstadt Port-au-Prince weiter zu. Überlebende campieren auf den Straßen, die Trinkwasser- und Lebensmittelversorgung ist
zusammengebrochen. „Dies ist schlimmer als ein Hurrikan“, sagt Assistenzarzt Jimitre Coquillon, „es gibt kein Trinkwasser. Es gibt gar nichts. Die Menschen werden verdursten.“
14. Dezember 2009
NABLUS (inn) - Nach dem Brandanschlag auf eine palästinensische Moschee haben Rabbiner den Dorfbewohnern Koranbücher übergeben. Das Treffen am Sonntag fand an einer Kreuzung außerhalb der
Ortschaft Kafr Jassuf bei Nablus statt. Dort war in der Nacht zum Freitag die Moschee in Brand gesteckt und mit hebräischen Hasstiraden besprüht worden.
Wie die Tageszeitung "Jediot Aharonot" berichtet, wollten die Rabbis ursprünglich direkt nach Kafr Jassuf kommen. Doch die israelischen Sicherheitskräfte verhinderten dies aus Furcht vor
gewaltsamen Auseinandersetzungen. Bei dem Treffen sagte der Gouverneur der Region Salfit, Munir Abbuschi: "Das Anzünden der Moschee war ein rassistischer Akt. Wir sind für wahren Frieden, und ich
danke Ihnen, dass Sie gekommen sind, um sich mit uns nach der Brandstiftung solidarisch zu erklären. Ich hoffe, wir können in diesem Land als zwei Staaten leben."
In der Ortschaft forderten ein paar Bewohner Rache, doch sie seien in der Minderheit, fügte Abbuschi hinzu. "Wir sind eine nationale Bewegung und keine religiöse. Alles, was wir wollen, ist ein
palästinensischer Staat."
Der Rabbi der südlich von Bethlehem gelegenen Siedlung Tekoa, Menachem Froman, sagte, das jüdische Gesetz verbiete es, religiöse Stätten zu beschädigen. "Diese Tat war ein schlimmes religiöses
Verbrechen." Gegenseitiger Respekt zwischen Juden und Muslimen könne Frieden bringen. "Wenn wir weiter unsere Köpfe in den Sand stecken und leugnen, dass der Konflikt religiös ist, werden wir nie
irgendwo hingelangen."
Gleichzeitig verurteilte Froman palästinensische Angriffe auf heilige Stätten der Juden. Als Beispiel nannte er den früheren Siedlungsblock Gusch Katif im Gazastreifen, wo Palästinenser nach dem
israelischen Abzug Synagogen in Brand gesteckt hatten. Auch die Entweihung des Josefsgrabs in Nablus kritisierte der Rabbi. "Sie tun sogar schlimmere Dinge als dies - sie ermorden Juden."
Feindseligkeit gebe es auf beiden Seiten.
Rabbi Jehuda Gilad aus dem religiösen Kibbutz Ma´aleh Gilboa, südwestlich von Beit Schean im Jordantal, sagte: "Wir sind gekommen, um die Dunkelheit zu vertreiben, vor allem während der Tage des
Chanukka-Festes. Licht wird nicht hinzugefügt, indem wir unsere Brüder, die Muslime, verletzen. Sie sind Diener Gottes ebenso wie wir." Am achttägigen Chanukka-Fest wird jeden Tag einen Kerze
mehr an einem Leuchter entzündet. Zum Abschluss des Treffens sangen und tanzten palästinensische und jüdische Vertreter gemeinsam.
Am Montag besuchte der aschkenasische Oberrabbiner Jonah Metzger Kafr Jassuf, um die Brandstiftung anzuprangern. Er wurde von Dutzenden protestierenden Dorfbewohnern empfangen, die
palästinensische Fahnen und Transparente mit Kritik an den Siedlungen im Westjordanland trugen. Die Slogans waren in hebräischer, englischer und arabischer Sprache verfasst.
Am Eingang der beschädigten Moschee sagte Rabbi Metzger laut der "Jerusalem Post": "Wir, die Nation Israel, wurden vor 70 Jahren traumatisiert, als die Zerstörung in unserer Geschichte, die
Schoah, mit dem Verbrennen von Synagogen während der Kristallnacht."
Israels Präsident Schimon Peres forderte am Sonntag, dass die gesamte israelische Nation die Brandstiftung verurteile: "Wenn wir nicht die Religionen anderer Menschen respektieren, wird niemand
unsere eigene Religion respektieren. Vorgestern wurden wir Zeugen eines der schauderhaftesten Versuche, unsere Region in Brand zu stecken. Das ganze Land muss gegen diesen furchtbaren Versuch
aufstehen. Das ist Ihre große Aufgabe", äußerte Peres bei einem Chanukka-Lichtzünden in der Residenz des Präsidenten mit Polizisten, die sich ausgezeichnet hatten.
Premierminister Benjamin Netanjahu bezeichnete die Tat in der wöchentlichen Kabinettssitzung als "besonders schlimmes Verbrechen - ein Verbrechen gegen Religion". Es verneine menschliche Werte,
die jüdische Tradition und die Tradition des Staates Israel. Er forderte die Behörden auf, sich besonders zu bemühen, um die Schuldigen zu fassen. "Das ganze Gewicht des Gesetzes muss gegen die
Verantwortlichen benutzt werden."
Am Freitag war Palästinenserführer Mahmud Abbas in der jordanischen Hauptstadt Amman mit dem israelischen Abgeordneten Ahmad Tibi zusammengetroffen. Er nannte die Brandstiftung ein "abscheuliches
Verbrechen" und fügte an: "Die Aktionen der Siedler sind brutal."
Der arabische Knesset-Abgeordnete Talab el-Sana forderte, die US-Regierung müsse den Siedlerrat auf die Liste der Terrorgruppen setzen: "Im Gegensatz zu den Organisationen, die auf der Liste der
Terror-Organisationen erscheinen, die führ ihr Recht auf Selbstverteidigung kämpfen, gebrauchen die Siedler Terror, um die Rechte der Palästinenser auf Selbstdefinierung zu verhindern. Das
Anzünden der Moschee ist eine terroristische Tat."
Auch die Organisation der Islamischen Länder (OIC), der 57 Staaten angehören, verurteilte die Tat. Das Verbrennen von Koranbüchern und die "rassistischen Slogans" auf den Wänden seien ein
eklatanter Angriff auf heilige Stätten. Der Vorfall "bestätigt, dass die Intervention der internationalen Gemeinschaft dringend nötig ist, um Israel aufzufordern, seine Übergriffe
einzustellen."
Die Brandstifter hatten in hebräischer Sprache Graffiti an die Wand geschrieben, wie "Wir werden unsere Vergeltung haben" oder "Wir werden Euch alle verbrennen". Infolge der Tat gab es nahe Kfar
Jassuf Zusammenstöße zwischen israelischen Soldaten und Palästinensern, als Muslime die Israelis mit Steinen bewarfen. Ein Grenzpolizist und fünf Palästinenser erlitten leichte
Verletzungen.
09.10.09
JERUSALEM (inn) - Unterschiedliche Reaktionen hat die Auszeichnung von US-Präsident Barack Obama mit dem Friedensnobelpreis in Israel ausgelöst. Der Rundfunk hatte die Nachricht des Tages
als "leicht verwunderlich" vermeldet. Im nachfolgenden Mittags-Magazin wurden Auszüge aus Obamas Rede in Kairo gesendet.
Obama hatte in der ägyptischen Hauptstadt zur Versöhnung mit der muslimischen Welt, zur Zweistaatenlösung in Nahost und zu einem Ende der israelischen Siedlungspolitik aufgerufen. Der angesehene
politische Kommentator Jaron Dekel sagte, dass ein Friedensnobelpreisträger "nicht so leicht in den Krieg zieht". Dekel erwähnte an erster Stelle den Iran. Fast zeitgleich mit der Ankündigung in
Stockholm, drohte nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur IRNA Mojtaba Zolnour, Repräsentant des Ajatollah Ali Chamenei bei den Revolutionsgarden, "das Herz Israels zu sprengen", noch ehe
sich der Staub einer einzigen im Iran explodierten israelischen oder amerikanischen Rakete gelegt hätte.
Dekel fügte hinzu: "Der Friedensnobelpreis wird offenbar nicht nur an Persönlichkeiten verliehen, die tatsächlich Frieden geschaffen haben. Es reicht schon, die Hoffnung auf Frieden
auszusprechen." Angesichts der wiederholten iranischen Drohungen, Israel auszulöschen und des iranischen Atomprogramms, fragte Dekel, ob Friedensnobelpreisträger Obama bereit sein werde, zur Not
auch mit Militärgewalt den Iran am Bau einer Atombombe zu hindern, die eine unmittelbare Bedrohung für den Bestand Israels bedeute.
Der israelische Staatspräsident und Friedensnobelpreisträger Schimon Peres gratulierte Obama: "Nur wenigen politischen Führern ist es in so kurzer Zeit gelungen, die Stimmung in der Welt zu
verändern." Israels Verteidigungsminister Ehud Barak äußerte die Hoffnung, dass die Auszeichnung "Obamas Fähigkeit stärken werde, zur Einrichtung eines Regionalfriedens im Nahen Osten und einem
Ausgleich zwischen Israel und den Palästinensern beizutragen, was allen Nationen in der Region Sicherheit und Wohlstand bringen sollte." Baraks Erklärung wurde während eines Treffens des
Verteidigungsministers mit dem amerikanischen Vermittler George Mitchell veröffentlicht.
Der Knesset-Vorsitzende, Reuven Rivlin vom konservativen Likudblock, äußerte gegenüber dem Rundfunk die Sorge, dass Obama nun Israel einen Frieden aufzwingen könnte. "Ein aufgezwungener Frieden
hat nichts mit einem echten Frieden zu tun und kann auch nicht halten." Rivlin fügte hinzu, dass die Wahl des Komitees "eigentümlich, sehr eigentümlich" sei.
Saeb Erekat, Chefunterhändler der palästinensischen Fatah-Partei, begrüßte die Auszeichnung Obamas: "Wir hoffen, dass er fähig sein wird, Frieden im Nahen Osten zu schaffen, einen israelischen
Rückzug zu den Grenzen von 1967 durchzusetzen, und die Errichtung eines palästinensischen Staates aufgrund der Grenzen von 1967 mit Jerusalem als Hauptstadt."
Der Anführer der Gruppe "Islamischer Dschihad" im Gazastreifen, Chaled al-Batsch, verurteilte den Beschluss: "Obamas Auszeichnung beweist, dass diese Preise politisch motiviert sind und nicht
geleitet von Prinzipien der Glaubwürdigkeit, der Werte und der Moral." Die USA besäßen das größte Arsenal an Atomwaffen auf Erden. Amerikanische Soldaten vergießen weiterhin unschuldiges Blut im
Irak und Afghanistan, fügte der Islamist nach Angaben des israelischen Nachrichtendienstes "Ynet" hinzu.
„Herr Präsident, sehr verehrte Damen und Herren,
Vor bald 62 Jahren haben die Vereinten Nationen das Recht der Juden, eines 3500 Jahre alten Volkes, auf einen eigenen Staat in ihrem angestammten Heimatland anerkannt.
Ich stehe heute hier als der Ministerpräsident des Staates Israel, des jüdischen Staates, und ich spreche zu Ihnen im Namen meines Landes und meines Volkes. Die Vereinten Nationen wurden nach dem
Gemetzel des Zweiten Weltkriegs und den Schrecken des Holocaust gegründet. Sie wurden beauftragt, die Wiederkehr solch fürchterlicher Geschehnisse zu verhindern.
Nichts hat diese zentrale Aufgabe mehr untergraben als der systematische Angriff auf die Wahrheit. Gestern stand der Präsident des Iran auf eben diesem Podium und spie seine neuesten
antisemitischen Tiraden aus. Erst vor einigen Tagen hat er wieder behauptet, dass der Holocaust eine Lüge ist.
Im vergangenen Monat betrat ich eine Villa in einem Vorort von Berlin namens Wannsee. Dort, am 20. Januar 1942, trafen sich hochrangige Nazi-Funktionäre nach einem herzhaften Mahl und
entschieden, wie man das jüdische Volk vernichten solle. Die detaillierten Protokolle dieses Treffens sind von den deutschen Regierungen aufbewahrt worden. Hier ist eine Kopie dieser Protokolle,
in denen die Nazis präzise Anweisungen erteilten, wie die Vernichtung der Juden durchgeführt werden solle. Ist dies eine Lüge?
Eine Tag, bevor ich in Wannsee war, hatte ich in Berlin die Originalbaupläne für das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau erhalten. Diese Pläne tragen die Unterschrift von Hitlers
Stellvertreter, Heinrich Himmler persönlich. Hier ist eine Kopie der Pläne für Auschwitz-Birkenau, wo eine Million Juden ermordet wurden. Ist dies auch eine Lüge? Im Juni dieses Jahres besuchte
Präsident Obama das Konzentrationslager Buchenwald. Zollte Präsident Obama einer Lüge Tribut?
Und was ist mit den Auschwitz-Überlebenden, deren Arme noch immer die tätowierten Nummern tragen, die ihnen von den Nazis eingebrannt worden sind? Sind diese Tätowierungen eine Lüge? Ein Drittel
aller Juden fiel dem Weltbrand zum Opfer. Fast jede jüdische Familie wurde davon betroffen, einschließlich meiner eigenen. Die Großeltern meiner Frau, die beiden Schwestern und drei Brüder ihres
Vaters, und all die Tanten, Onkel und Cousins wurden von den Nazis ermordet. Ist das auch eine Lüge?
Gestern, sprach der Mann, der den Holocaust eine Lüge nennt, von diesem Podium aus. Ich möchte all jenen, die sich weigerten hierher zu kommen, und jenen, die im Protest diesen Raum verlassen
haben, meine Hochachtung ausdrücken. Sie sind für moralische Klarheit aufgestanden und haben ihren Ländern Ehre gemacht. Aber jenen, die diesem Holocaust-Leugner Gehör geschenkt haben, sage ich
im Namen meines Volkes, des jüdischen Volkes, und der anständigen Menschen überall: Haben Sie kein Schamgefühl? Haben Sie keinen Anstand? Gerade einmal sechs Jahrzehnte nach dem Holocaust
verleihen sie einem Mann Legitimität, der leugnet, dass der Mord an sechs Millionen Juden stattgefunden hat, und schwört, den jüdischen Staat auszulöschen.
Was für eine Schande! Was für eine Verhöhnung der UN-Charta! Womöglich denken einige von Ihnen, dass dieser Mann und sein abscheuliches Regime nur die Juden bedrohen. Sie irren.
Die Geschichte hat uns wieder und wieder gezeigt, dass das, was mit Angriffen auf Juden beginnt, am Ende viele andere in Mitleidenschaft zieht. Das iranische Regime wird von einem extremistischen
Fundamentalismus angeheizt, der vor drei Jahrzehnten die Weltbühne erklommne hat, nachdem er für Jahrhunderte geschlummert hatte. In den vergangenen 30 Jahren hat dieser Fanatismus den Erdball
mit mörderischer Gewalt und kaltblütiger Willkür bei der Wahl seiner Opfer überschwemmt; Muslime und Christen, Juden und Hindus und viele andere wurden herzlos abgeschlachtet. Obgleich sie aus
verschiedenen Zweigen besteht, trachten die Anhänger dieser Heilslehre danach, die Menschheit in mittelalterliche Zeitenzurückzubefördern.
Wo immer sie können, erzwingen sie eine rückwartsgewandte reglementierte Gesellschaft, in der Frauen, Minderheiten, Schwule und jeder, der nicht als wahrer Gläubiger betrachtet wird, brutal
unterjocht wird. Der Kampf gegen diesen Fanatismus spielt nicht Glauben gegen Glauben oder Zivilisation gegen Zivilisation aus. Es spielt Zivilisation gegen Barbarei aus, das 21. Jahrhundert
gegen das neunte, jene, die das Leben heiligen, gegen jene, die den Tod verherrlichen. Der Primitivismus des 9. Jahrhunderts darf dem Fortschritt des 21. Jahrhunderts nicht ebenbürtig sein. Der
Reiz der Freiheit, die Kraft der Technologie, die Reichweite von Kommunikation sollte gewiss den Sieg davontragen. Letztendlich kann die Vergangenheit nicht über die Zukunft triumphieren. Und die
Zukunft bietet allen Nationen großartige Prämien der Hoffnung. Das Tempo des Fortschritts wächst exponentiell.
Wir haben Jahrhunderte dafür gebraucht, von der Druckerpresse zum Telefon zu gelangen, Jahrzehnte, um vom Telefon zum Personal-Computer zu gelangen und nur einige Jahre, um vom Personal-Computer
zum Internet zu gelangen. Was vor einigen Jahren unmöglich schien, ist bereits veraltet, und wir können kaum die Veränderungen abschätzen, die da noch kommen werden. Wir werden den genetischen
Code knacken. Wir werden die Unheilbaren heilen. Wir werden unser Leben verlängern. Wir werden eine billige Alternative für fossile Brennstoffe finden und den Planet sauber machen.
Ich bin stolz, dass mein Land Israel an der vordersten Front dieser Fortschritte steht – mit führenden Innovationen in Wissenschaft und Technologie, Medizin und Biologie, Landwirtschaft und
Wasser, Energie und Umwelt. Diese Innovationen bieten der Menschheit eine strahlende Zukunft unvorstellbarer Verheißung. Aber wenn der primitivste Fanatismus die tödlichsten Waffen erwerben kann,
könnte das Rad der Geschichte für eine Zeit zurückgedreht werden. Und wie bei dem verspäteten Sieg über die Nazis werden die Mächte des Fortschritts und der Freiheit nur obsiegen, nachdem der
Menschheit ein fürchterlicher Tribut an Blut und Vermögen abverlangt wird. Daher ist die größte Gefahr, die der Welt heute droht, die Vermählung von religiösem Fanatismus und
Massenvernichtungswaffen. Dir dringlichste Herausforderung für diese Organisation besteht darin, die Tyrannen von Teheran an der Erlangung von Atomwaffen zu hindern. Sind die Mitgliedsstaaten der
Vereinten Nationen bereit für diese Herausforderung? Wird die internationale Gemeinschaft einem Despotismus entgegentreten, der sein eigenes Volk terrorisiert, während es tapfer für seine
Freiheit eintritt?
Wird sie gegen die Diktatoren zur Tat schreiten, die am helllichten Tag eine Wahl geklaut und iranische Demonstranten niedergeschossen haben, die in den Straßen an ihrem eigenen Blut erstickten?
Wird die internationale Gemeinschaft den bösartigsten Sponsoren und Praktikern des Terrors entgegentreten? Und vor allem: Wird die internationale Gemeinschaft das terroristische Regime des Iran
daran hindern, Atomwaffen zu entwickeln und damit den Frieden der gesamten Welt zu gefährden?
Das iranische Volk bietet seinem Regime mutig die Stirn. Menschen guten Willens auf der ganzen Welt sind mit ihnen, so wie die Tausende, die draußen vor diesem Saal demonstriert haben. Werden die
Vereinten Nationen ihnen zur Seite stehen? Meine Damen und Herren, Das letzte Wort zu den Vereinten Nationen ist noch nicht gesprochen, und jüngste Anzeichen sind nicht ermutigend. Statt die
Terroristen und ihre iranischen Patronen zu verurteilen, haben einige hier ihre Opfer verurteilt. Das ist genau, was ein aktueller UN-Bericht zu Gaza getan hat, der fälschlich die Terroristen mit
denen gleichgesetzt hat, die von ihnen angegriffen wurden.
Acht Jahre lang hat die Hamas Tausende von Raketen und Mörsergranaten von Gaza aus auf nahe gelegene israelische Städte abgefeuert. Jahr für Jahr, da diese Raketen mutwillig auf unsere Zivilisten
geschleudert wurden, ist keine einzige UN-Resolution verabschiedet worden, die diese kriminellen Angriffe verurteilte. Wir haben nichts, absolut nichts vom UN-Menschenrechtsrat gehört, einer
falsch benannten Einrichtung, wie sie im Buche steht.
Im Jahr 2005 zog sich Israel in der Hoffnung, den Frieden voranzubringen, einseitig von jedem Fußbreit des Gaza-Streifens zurück. Es räumte 21 Siedlungen und entwurzelte über 8000 Israelis. Wir
haben keinen Freden bekommen. Stattdessen erhielten wir eine iranisch gestützte Terrorbasis fünfzig Meilen von Tel Aviv entfernt. Das Leben in den israelischen Städten und Ortschaften nahe Gaza
wurde zu einem Albtraum. Die Raketenangriffe der Hamas wurden nicht nur fortgesetzt, sie wurden ums zehnfache gesteigert. Abermals schwieg die UNO.
Letztendlich, nach acht Jahren unablässigen Beschusses war Israel gezwungen zu reagieren. Aber wie sollten wir reagieren? Nun, es gibt nur ein Beispiel in der Geschichte, wo Tausende von Raketen
auf die Zivilbevölkerung eines Landes abgefeuert wurden. Es geschah, als die Nazis während des Zweiten Weltkriegs britische Städte bombardierten. Während dieses Krieges ebneten die Alliierten
deutsche Städte ein, mit Hunderttausenden von Opfern. Israel entschied sich anders zu reagieren. Gegenüber einem Feind, der ein doppeltes Kriegsverbrechen beging, indem er auf Zivilisten schoss,
während er sich hinter Zivilisten verschanzte, suchte Israel chirurgische Eingriffe gegen die Raketenwerfer durchzuführen.
Das war nicht leicht, da die Terroristen von Wohnhäusern und Schulen aus Raketen abfeuerten und dabei Moscheen als Waffendepots missbrauchten und Sprengstoff in Krankenwagen transportieren.
Israel versuchte im Gegensatz dazu, die Zahl der Opfer zu minimieren, indem es palästinensische Zivilisten dazu drängte, die ins Visier genommenen Gebiete zu verlassen. Wir haben unzählige
Flugblätter über ihren Häusern abgeworfen, Tausende von Textnachrichten verschickt und Tausende Mobiltelefone angerufen, um die Menschen zum Verlassen aufzufordern. Niemals ist ein Land so weit
gegangen, um Schaden von der Zivilbevölkerung des Feindes abzuwenden. Doch wen entschied sich der UN-Menschenrechtsrat in Anbetracht solch eines klaren Falles von Aggressor und Opfer zu
verurteilen? Israel. Eine sich rechtmäßig gegen Terror zur Wehr setzende Demokratie wird moralisch gehängt, gestreckt und gevierteilt und erhält obendrein noch einen unfairen Prozess.
Bei diesen verrenkten Standards hätte der UN-Menschenrechtsrat Roosevelt und Churchill als Kriegsverbrecher auf die Anklagebank schleifen müssen. Was für eine Perversion der Wahrheit. Was für
eine Perversion der Gerechtigkeit. Delegierte der Vereinten Nationen, Werden Sie diese Farce akzeptieren? Sollten Sie dies tun, würden die Vereinten Nationen zu ihren dunkelsten Tagen
zurückehren, als die schlimmsten Menschenrechtsverletzer über gesetzestreue Demokratien zu Gericht saßen, als der Zionismus mit Rassismus gleichgesetzt wurde und eine automatische Mehrheit
erklären konnte, dass die Erde flach sei. Wenn diese Körperschaft diesen Report nicht zurückweist, würde dies eine Botschaft an Terroristen allerorts übermitteln: Terror zahlt sich aus; wenn du
deine Attacken von dicht besiedelten Gebieten aus beginnst, wirst du Immunität gelangen. Außerdem würde diese Körperschaft mit der Verurteilung Israels dem Frieden einen Todesstoß versetzen. Und
zwar aus folgenden Grund.
Als Israel Gaza verlassen hat, hofften viele, die Raketenangriffe würden aufhören. Andere glaubten, dass Israel wenigstens die internationale Legitimität haben würde, sein Recht auf
Selbstverteidigung auszuüben. Welche Legitimität? Welche Selbstverteidigung?
Dieselbe UNO, die Israel applaudiert hat, als es Gaza verließ, und uns versprochen hat, unser Recht auf Selbstverteidigung zu unterstützen, klagt uns – mein Volk, mein Land – nun der
Kriegsverbrechen an? Und weswegen? Wegen verantwortlichen Handelns in Selbstverteidigung? Was für ein Hohn!
Israel hat sich rechtmäßig gegen Terror verteidigt. Dieser parteiische und ungerechte Bericht ist ein klarer Test für alle Regierungen. Werden Sie auf Israels Seite sein oder auf der der
Terroristen?
Wir müssen die Antwort auf diese Frage nun erfahren. Jetzt und nicht später. Denn wenn Israel erneut gefragt wird, mehr Risiken für den Frieden auf sich zu nehmen, müssen wir heute wissen, dass
Sie morgen auf unserer Seite stehen werden. Nur wenn wir die Gewissheit haben, dass wir uns selbst verteidigen können, werden wir in der Lage sein, weitere Risiken für den Frieden
einzugehen.
Meine Damen und Herren, Ganz Israel will Frieden. Jedes Mal wenn ein arabischer Führer wirklich Frieden mit uns schließen wollte, haben wir Frieden geschlossen. Wir haben Frieden mit Ägypten
unter der Führung Anwar Sadats getroffen. Wir haben Frieden mit Jordanien unter der Führung König Husseins geschlossen. Und wenn die Palästinenser wirklich Frieden wollen, werden ich und meine
Regierung und das ganze israelische Volk Frieden schließen. Aber wir wollen einen echten Frieden, einen verteidigungsfähigen Frieden, einen dauerhaften Frieden. 1947 stimmte diese Körperschaft
für die Gründung von zwei Staaten für zwei Völker – einen jüdischen Staat und einen arabischen Staat. Die Juden haben diese Resolution akzeptiert. Die Araber haben sie zurückgewiesen.
Wir bitten die Palästinenser darum, endlich das zu tun, was sie sich 62 Jahre lang zu tun geweigert haben: ja zu sagen zu einem jüdischen Staat. So wie wir darum gebeten werden, einen
Nationalstaat für das palästinensische Volk anzuerkennen, müssen die Palästinenser darum gebeten werden, den Nationalstaat des jüdischen Volkes anzuerkennen. Das jüdische Volk ist kein fremder
Eroberer im Land Israel. Dies ist das Land unserer Vorväter.
An der Wand außerhalb dieses Gebäude steht die große biblische Friedensvision geschrieben: „Eine Nation soll nicht gegen eine andere Nation das Schwert erheben. Sie sollen keinen Krieg mehr
lernen.“ Diese Worte wurden vor 2800 Jahren von dem jüdischen Propheten Jesaja gesprochen, als er in meinem Land, meiner Stadt, in den Hügeln von Judäa und den Straßen von Jerusalem
wandelte.
Wir sind keine Fremden in diesem Land. Es ist unser Heimatland. So tief verbunden wir mit dem Land sind, erkennen wir doch, dass die Palästinenser auch dort leben und eine eigene Heimat haben
wollen. Wir wollen Seite an Seite mit ihnen leben, zwei Völker, die in Frieden, Wohlstand und Würde leben. Aber wir müssen Sicherheit haben. Die Palästinenser sollten alle Befugnisse zur
Selbstregierung haben, außer einer Handvoll von Befugnissen, die Israel gefährden könnten.
Daher muss ein palästinensischer Staat effektiv entmilitarisiert werden. Wir wollen kein weiteres Gaza, keine weitere iranisch gestützte Terrorbasis, die an Jerusalem angrenzt und wenige
Kilometer entfernt von Tel Aviv in den Hügeln sitzt. Wir wollen Frieden. Ich glaube, dass solch ein Frieden erzielt werden kann. Aber nur, wenn wir die Terrorkräfte zurückdrängen, die vom Iran
geführt werden, die den Frieden zu zerstören, Israel zu vernichten und die Weltordnung zu überwinden trachten. Die Frage, die sich der internationalen Gemeinschaft stellt, ist, ob sie bereit ist,
diesen Kräften entgegenzutreten oder ob sie sich mit ihnen arrangiert.
Vor mehr als 70 Jahren beklagte Winston Churchill was er die „bestätigte Unbelehrbarkeit der Menschheit“ nannte, die bedauerliche Angewohnheit zivilisierter Gesellschaften, so lange zu schlafen,
bis die Gefahr sie fast überwältigt. Churchill beklagte was er den „Mangel an Voraussicht, die Unwilligkeit zu handeln, wenn Handeln einfach und effektiv wäre, das Fehlen klaren Denkens, das
Durcheinander des Beratens bis der Notfall eintritt, bis der kreischende Gong der Selbsterhaltung ertönt“.
Ich spreche heute hier in der Hoffnung, dass Churchills Einschätzung der "Unbelehrbarkeit er Menschheit“ ein für alle mal widerlegt wird. Ich spreche hier heute in der Hoffnung, dass wir aus der
Geschichte lernen können – dass wir die Gefahr rechtzeitig abwenden können. Lassen Sie uns im Geiste der zeitlosen Worte Josuas von vor über 3000 Jahren stark und guten Mutes sein. Lassen Sie uns
dieser Gefahr begegnen, unsere Zukunft sichern und, so Gott will, einen dauerhaften Frieden für die kommenden Generationen schmieden.“
„Herr Präsident, sehr verehrte Damen und Herren,
Bei seinem Auftritt vor der UN-Vollversammlung hat der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad Israel scharf angegriffen und dem jüdischen Staat gleichzeitig gedroht. Viele Delegationen
verließen daraufhin den Saal.
Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat auch seinen Auftritt vor der UN-Vollversammlung für scharfe Angriffe gegen Israel und die Verbreitung antisemitischer Verschwörungstheorien genutzt. „Es
ist nicht länger akzeptabel, dass eine kleine Minderheit Politik, Wirtschaft und Kultur in weiten Teilen der Welt durch komplizierte Netzwerke dominiert und eine neue Form der Sklaverei schafft“,
sagte Ahmadinedschad am Mittwochabend im UN-Plenum. Zahlreiche Delegationen, darunter die deutsche und die US-amerikanische, verließen daraufhin aus Protest den Saal.
Wie bereits bei zahlreichen Gelegenheiten zuvor drohte Ahmadinedschad dem jüdischen Staat auch direkt. Man werde es Israel nicht länger erlauben, seine heuchlerische und bösartige Politik
fortzusetzen, sagte er. Bereits in der vergangenen Woche hatten der iranische Präsident abermals den Mord an Millionen Juden als Märchen geleugnet. Auch das geistliche Oberhaupt Irans, Ali
Chamenei, hatte Israel gedroht und es als Krebsgeschwür bezeichnet.
Die massiven Anfeindungen Irans, das die islamistischen anti-israelischen paramilitärischen Bewegungen Hamas und Hisbollah unterstützt, werden in Israel gemeinsam mit dem iranischen Atomprogramm
als direkte Bedrohung seiner Existenz bewertet und verschärfen so die angespannte politische Lage in der Region. Israel hatte erst vor wenigen Tagen bekräftigt, dass es auch Angriffe auf Iran als
Option vorbehält, um den Bau einer iranischen Atomwaffe zu verhindern.
Ahmadinedschad äußerte sich in seiner Rede nicht direkt zum Streit um sein Atomprogramm. Er bekräftigte in Anspielung auf den Streit lediglich indirekt, sein Land werde seine legitimen und
legalen Rechte energisch verteidigen.
pro-israelisch
Quelle: www.Israelnetz.com
CHICAGO (inn) - Nur noch vier Prozent der jüdischen Israelis ist der Meinung, dass der amerikanische Präsidenten Barack Obama pro-israelisch eingestellt ist. Das geht aus einer Studie des
amerikanischen Meinungsforschungsinstitutes "Smith Research" hervor.
Jeder Zweite (51 Prozent) war der Meinung, die Regierung Obamas sei eher pro-palästinensisch eingestellt als pro-israelisch. Von den Befragten schätzten 35 Prozent Obama neutral in dieser Sache
ein. Zehn Prozent machten keine Angaben.
Die Forscher des in Chicago ansässigen Institutes "Smith Research" hatten am Montag und Dienstag 500 jüdische Israelis befragt. Die Fehlerquote geben sie mit 4,5 Prozent an.
Die israelische Tageszeitung "Jerusalem Post" hatte am 19. Juni ebenfalls eine Studie zu der Frage veröffentlicht. Dort waren sechs Prozent davon überzeugt, dass die Regierung Obamas gut für
Israel sei. Auch damals war jeder Zweite der Meinung, Obamas Stab sei eher pro-palästinensisch eingestellt, 36 Prozent sahen ihn in dieser Sache neutral.
Obamas Popularität unter jüdischen Israelis ist seit einer Umfrage vom 17. Mai stetig gesunken. Damals, als Premierminister Benjamin Netanjahu Obama im Weißen Haus besuchte, meinten noch 31
Prozent, der amerikanische Präsident sei pro-israelisch eingestellt. 14 Prozent sahen eher eine pro-palästinensische Einstellung des höchsten Mannes der USA.
Obamas Vorgänger, der Republikaner George W. Bush, hatte deutlich mehr Unterstützung unter den jüdischen Israelis. Rund 88 Prozent der Israelis bezeichneten die Einstellung der Bush-Regierung als
pro-israelisch. Sieben Prozent fanden die Politik neutral, und nur zwei Prozent meinten, sie sei pro-palästinensisch eingestellt. Bei einer ähnlichen Umfrage im Jahr 2007 hatten 73 Prozent der
Befragten die Haltung von Bush junior als "freundlich oder sehr freundlich" gegenüber dem jüdischen Staat eingestuft.
Das 2te Deutsche Reich besteht