In 50 Ländern der Erde werden Christen brutal verfolgt.
Von Frank Walenszus
Niederwürschnitz. „Gefährlicher Glaube – Christen in der islamischen Welt“ unter diesem Thema hatte "Open Doors im Dienst der verfolgten Christen weltweit" am Sonntag in die
Landeskirchliche Gemeinschaft nach Niederwürschnitz eingeladen. Matthias Schreiter, Mitarbeiter von Open Doors, sagte, dass die Verfolgung der Christen in totalitären Staaten und in der
islamischen Halbwelt an Schärfe und Brutalität alles Bisherige weit übertreffe. Rund 100 Millionen Christen würden weltweit verfolgt werden. Sie erlitten Folter und Tod oder Diskriminierung.
Weltweit seien die Christen die die größte verfolgte Religionsgemeinschaft.
Open Doors ist als überkonfessionelles christliches Hilfswerk seit Jahrzehnten insbesondere in den Ländern präsent, in denen laut Weltverfolgungsindex Christen am meisten betroffen sind. Wenn
Christen über Jesus Christus reden und in ihren Gottesdiensten ihn feiern leben sie gefährlich. Die Angriffe der Islamisten richten sich vor allem gegen Kirchen und Pastoren. Die heiligen Stätten
würden zerstört und Pastoren ermordet. Tausende Morde an Pastoren und millionenfacher Mord an Christen ist die Antwort fanatischer Islamisten gegen Andersgläubige.
Laut Open Doors sind dabei rund 50 Staaten im besonderen Fokus der internationalen Vereinigung. Erschreckend, dass Politiker der westlichen Welt die Augen vor der Verfolgung von Christen
verschließen. Deutlich wird das auch am jüngsten Besuch der Bundeskanzlerin Angela Merkel in China. Obwohl das Reich der Mitte an 21. Stelle des Weltverfolgungsindex 2012 liegt, sind die
wirtschaftlichen Beziehungen der Bundeskanzlerin als Pastorentochter wichtiger. Ebenso flossen bislang rund 34 Milliarden Euro aus Deutschland nach Afghanistan. Das Land nimmt den unrühmlichen 2.
Platz im Verfolgungsindex ein. Den 1. Platz belegt das kommunistische Nordkorea. Saudi-Arabien und auch Pakistan befinden sich unter den ersten zehn Ländern, in denen Christen besonders brutal
verfolgt werden. Ägypten ist auf Platz 15 zu finden. Länder, die zu den engsten Verbündeten des christlichen Abendlandes zählen und vom täglichen Bibelleser Barak Obama, US-Präsident, hofiert
werden.
Auf die Verfolgung von jungen Christen will vom 2. bis 4. März 2012 Sockwave – mit der weltweiten Jugend-Gebets-Bewegung besonders auf Ägypten die Aufmerksam richten. Am 9. Juni 2012 findet dann
der Open Doors Tag für verfolgte Christen im Kongress-Palais in Kassel statt. Der Veranstalter bietet erstmals Gemeinden in Deutschland die Möglichkeit, sich den Open Doors Tag per Livestream in
ihre Gemeinde zu holen. Wie Open Doors informiert, erhalten die Gemeinden für die Durchführung ein komplettes Einladungs- und Veranstaltungskonzept, mit dem Christen der Region ihre Verbundenheit
zu den Verfolgten Geschwistern deutlich machen können.
Von Frank Walenszus
Stollberg. Mit Post aus Indien überraschte Wolfgang Sachse die Mitglieder Des Seniorenkreises der Landeskirchlichen Gemeinschaft Stollberg am Mittwoch (2. Februar). Einige Wochen war der
Brief des Patenkindes Rosselyn Augustin wohl unterwegs gewesen, denn deren Grüße zum Weihnachtsfest und dem Neuen Jahr erreichten die Geschwister erst Ende Januar.
Der Seniorenkreis unterstützt die junge Inderin mit einer monatlichen Zuwendung beim Studium der Heiligen Schrift. Rosselyn befindet sich bereits im 3. Kursjahr und wird ihr Studium bald beenden.
Einhellige Meinung im Seniorenkreis ist es, danach ein weiteres Patenkind zu unterstützen.
Wie wichtig das ist machte das Missionärsehepaar Tobias und Ruth Koepke im Bericht über ihre Missionsarbeit in Paraguay deutlich. Seit 25 Jahren verkünden sie bereits das Evangelium in Paraguay
und ihre Kinder David, Sara und Johannes sind quasi nur besuchsweise in Deutschland, denn am 2. März fliegt die Familie wieder in das südamerikanische Land.
Die Missionsarbeit von Tobias Koepke vollzieht sich hinter Gittern. Er kümmert sich um die Inhaftierten des Gefängnisses Tacumbu in Asuncion, in dem mittlerweile eine Gemeinde von 600 Gläubigen
existiert und einen Gefängnistrakt in Selbstverwaltung übernommen hat. Keine einfache Aufgabe unter 3000 ehemaligen Mördern, Drogenhändlern und anderen Gesetzesverletzern sowie 4000 Männern in
weiteren Gefängnissen. 95 Prozent der inhaftierten Männer kommen aus zerrütteten Familien. Sie haben den Halt und die Orientierung im Leben verloren.
Begrüßte einst neue Häftlinge im Gefängnis eine an die Wand geschmierte Losung „Willkommen in der Hölle“ die Neuen, so ist es ein Ergebnis der Missionsarbeit, dass die unmenschlichen Bedingungen
in dem unter Selbstverwaltung stehenden Teil der Vergangenheit angehören und Inhaftierte aus anderen Bereichen der Haftanstalt darauf warten, dass sie in dem unter christlicher Verwaltung
stehenden Teil des Gefängnisses aufgenommen werden.
In verschiedenen Kursen finden die Häftlinge im Bibelstudium zum Glauben, erfahren sie die wundersame Heilung an Körper, Geist und Seele durch den Zuspruch von Jesus Christus, gleich dem
gekreuzigten Mörder, dem Jesus versprach, noch heute wirst du im Paradiese sein, weil er seine Schuld bekannte.
Schwerpunkte der Missionsarbeit sind unter anderem Vergebung, Glaubens-Vision, gemeinsames Beten sowie die Herausbildung einer Segenskultur in der die Menschen mit Jesus Christus versöhnt
werden.
Die Aufgaben des Missionsehepaares sind jedoch neben der Arbeit im Männergefängnis in Asuncion noch umfassender, so kümmern sie sich um die Koordinierung spanischsprachiger Seminare im Land oder
organisieren Leiter und Helferausbildungen, um eine selbsttragende Evangelisation in Paraguay zu befördern.
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ev. Kirche, Baptistengemeinde und der Landeskirchlichen Gemeinschaft
Pastor Markus Lippold von der Baptistengemeinde Stollberg wählte den Turm der Spielzeugrutsche als Kanzel für seine Predigt zum ökumenischen Gottesdienst an Christi Himmelfahrt. (Fotos: FW)
Von Frank Walenszus
Stollberg. Für Pastor Markus Lippold von der Stollberger Baptistengemeinde ein ungewöhnlicher Predigtort. Er vertauschte die Kanzel mit dem Turm einer Kinderrutsche auf dem Gelände der
Landeskirchlichen Gemeinschaft in Stollberg. Nach seiner Predigt wählte Pastor Lippold stilecht den Weg über die Rutsche nach unten und weihte somit das Spielgerät ein.
Pfarrer Andreas Dohrn von der ev. Kirchgemeinde Stollberg sah sichtlich gespannt dem Wirken seines Amtsbruders auf dem Turm der Rutsche zu.
Eigentlich stand das Spielgerät im Park der Stadt. Mit der Neugestaltung des Parks war jedoch kein Platz mehr für Kletternetz, Schaukelbrücke und Rutsche. Oberbürgermeister Marcel Schmidt schenkte die Spielplatzeinrichtung der Baptistengemeinde und stellte damit Pastor Lippold vor einer kniffligen Aufgabe. Das Grundstück der Gemeinde gab den Platz nicht her. So kam man denn schnell überein den Spielplatz auf dem neu erworbenen Gelände der landeskirchlichen Gemeinschaft zu errichten.
Die Wohnungsgesellschaft Stollberg unterstützte den Aufbau. Um einer möglichen Verletzungsgefahr der Kinder durch eine sonst übliche Einfassung des Spielplatzes mit Betonborde zu vermeiden, sponserte die Wohnungsgesellschaft eine Hartgummieinfassung. Reina Löchl (Partei Die Linke), stellvertretende Bürgermeisterin, würdigte die gute Zusammenarbeit zwischen Kirchen und der Stadt. Der Spielplatz stehe allen Kindern offen und sie wünschte sich, dass sehr viele Kinder hier eine gute Zeit erleben mögen.
Mit der Einweihung tummelten sich die Kids auf ihrem neuen Spielplatz, während der Posaunenchor die Erwachsenen mit Musik erfreute. Andere wiederum nutzten das Beisammensein, um miteinander ins Gespräch zu kommen, damit die Christen aus den drei Gemeinden noch enger zusammenrückten. Derweil kitzelte der Duft gegrillter Rostbratwürste die Nasen und so ließen es sich allesamt die Rostbratwürste mit leckeren Salaten schmecken.
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Von Frank Walenszus
Zwickau. Rund 4500 Geschwister aus den sächsischen landeskirchlichen Gemeinschaften trafen sich am Sonntag zu ihrer Landeskonferenz in Stadthalle Zwickau. Eröffnet wurde die Konferenz mit
einem Gottesdienst mit Prof. Dr. Hans-Joachim Eckstein. In einem Zelt auf dem Sportplatz fand zur gleichen Zeit ein EC-Jugendprogramm statt. Und auch für die Kinder bot sich im Zelt hinter der
Stadthalle ein vielfältiges Programm mit Verkündigung und Musik mit wake up.
Auf dem Markt der Möglichkeiten in der Turnhalle bot sich an mehr als 25 Ausstellungsständen die Gelegenheit sich tiefer mit dem Thema der Konferenz „Glaube mit Hand und Fuß“ zu beschäftigen. Für
die Mitarbeiter der Landeskirchlichen Gemeinschaften fand ein Seminar mit Prof. Dr. Hans-Joachim Eckstein zum Thema „Wenn Gott für dich ist, wie kannst du dann gegen dich sein?“
In der Zeit von 12 bis 14 Uhr konnten sich die Konferenzteilnehmer bei Sport und Spiel aber auch in Gesprächen über ihr Wirken austauschen und neue Impulse für ihre Arbeit gewinnen.
EC-Mitarbeiter warben für eine Jugendfreizeit in den Sommerferien im Erholungsheim Hüttstattmühle, tatkräftig unterstützt von einem Eisbären, der gar nicht so kalt die Herzen der Geschwister für
dieses zweiwöchige internationale EC-TeenCamp erwärmte. Abschluss des Konferenztages war ein Festprogramm, das Saitenspieler, Jugendchor und Band gestalteten.
Professor Johannes Berthold, Vorsitzender des sächsischen Gemeinschaftsverbandes, während seiner Predigt in der Landeskirchlichen Gemeinschaft Hohndorf. (Foto: FW)
Von Frank Walenszus
Hohndorf. Mit seiner Predigt „Herzen in Sturm“ überraschte Professor Johannes Berthold, Vorsitzender des sächsischen Gemeinschaftsverbandes, zur Gemeinschaftsstunde am Dienstagabend in
Hohndorf. Zugleich weckte er damit die Neugier wie Sturm und Stille im Advent miteinander im Einklang zu bringen sind. Freilich, gerade zur Adventszeit über Sturm predigen zu wollen, da schauten
ihn die Geschwister schon fragend an. Adventszeit sei jedoch nicht nur zum Träumen da, sagte der Redner. Insbesondere in der Stille könnten mächtige Stürme toben. Jeder habe es wohl schon selbst
erlebt, dass gerade in der Stille Fragen und unbewältigte Probleme bedrücken und sich zum Sturm aufbauen können.
Johannes Berthold machte das an Johannes den Täufer deutlich. Unermüdlich und beharrlich habe jener zu den Menschen vom Kommen des Messias gepredigt und Tausende getauft. Auch sparte er nicht an
Kritik an den Landesfürsten, der mit seiner Schwägerin in wilder Ehe lebte. Der Täufer Johannes lebte ein hektisches Treiben und jetzt war er von dem Herrscher ins Gefängnis geworfen worden. Der
Täufer hört von den Taten Jesus Christus und kann nicht daran teilhaben. Im Gefängnis ergreift ihn die Stille. Und in dieser Sille, so Professor Berthold, fragt sich der Inhaftierte: Könnte es
sein, dass ich mit geirrt habe, dass Jesus Christus nicht der Messias ist? Und es bricht in der Kerkerluft ein Sturm los, der Johannes der Täufer nicht loslässt. Deshalb schickt er seine Jünger
zu Jesus um das in Erfahrung zu bringen.
„Gerade wenn wir in Ruhe sind, treiben die Fragen Spott mit uns“, weiß Berthold. „Dann spüren wir die Schmerzen vergangener Verletzungen oder es knechten uns Erinnerungen an Verletzungen, die wir
anderen zugefügt haben.“
Auch der Apostel Paulus habe Stürme in seinem Herzen erlitten. Deutlich werde das in dem Brief der Korinther an Paulus. „Das war kein freundlicher Brief“, weiß Berthold. „In ihm kritisierten die
Korinther Schwächen des Paulus und auch den Vorwurf des Versagens musste sich Paulus gefallen lassen.“ Dagegen lobten die Korinther Apollos und dessen gute Ausstrahlung sowie
Redegewandtheit.
„Die Korinther lehnten Paulus ab“, bewertete Berthold deren Verhalten. Das tue weh und mache traurig. „Das ist dramatisch, weil Paulus im Innern den Korinthern Recht geben musste. Er war kein
exzellenter Redner so wie Apollos.“ Paulus habe selbst die Geißel des Pfahls im eigenen Fleische erkannt und Gott mehrfach um Abhilfe gebeten. Doch Gott habe ihn geantwortet: Lass dir meine Gnade
genug sein!
Und Paulus findet im Sturm seines Herzens den Frieden. Folgt dem Rat Gottes. Er schreibt den Korinthern: Es lässt mich kalt was ihr von mir denkt, dass ihr mich richtet. Es macht mir nichts aus
von euch gerichtet zu werden. Paulus spürte, wenn ich mich nach dem Urteil anderer richte, mache ich mich von anderen abhängig. Und so habe es der Apostel abgelehnt, seinen Selbstwert von außen
bestimmen zu lassen. Professor Berthold machte deutlich, dass darin jedoch eine Gefahr der Überheblichkeit oder eines Minderwertigkeitsgefühls liege.
Paulus habe die Gefahr der Selbstzufriedenheit wohl erkannt, vermutete Berthold, denn er vertraute dem Urteil des Herrn. Das werde auch im Brief des Paulus an die Korinther deutlich, indem er
schrieb: Der Herr richtet mich, darum richtet ihr nicht vor der Zeit. Gott ist unser Richter.
Freilich würden sich daraus neue Stürme ergeben. Selbst Martin Luther habe bekannt, dass er einen Gott, der nur Richter sei nicht lieben könne. Doch Gott ist nicht nur Richter, sondern auch
liebender Vater, dem man sein Herz ausschütten kann, der hilft. „Für unseren Glauben ist das ein tiefer Trost, dass Gott der Gerechte ist. Er ist Richter, Anwalt und Verteidiger. In ihm haben wir
alles.
Selbst wo mancher ob seiner Sünden vor Scham versinken möchte, wird Christ der Retter die Arme um ihn legen“, schloss Professor Johannes Berthold seine Predigt.
Susann und Jens Weißflog mit ihren Kindern Ben, John und Lara
Von Frank Walenszus
Stollberg. Eigentlich stammen Susann und Jens Weißflog aus Gersdorf und dem erzgebirgischen Lauter. Doch seit 2005 sind sie als Missionare der Liebenzeller Mission im südafrikanischen Land
Sambia tätig. Für ihre drei Kinder Ben, John und Lara ist Sambia zur Heimat geworden. Am zweiten Adventssonntag waren sie Gast in der Landeskirchlichen Gemeinschaft in Stollberg und berichteten
über ihr Wirken in dem afrikanischen Land. Für ein knappes Jahr waren sie wieder in Deutschland bevor es im Januar 2010 wieder für vier Jahre nach Sambia geht. Susann ist gelernte Finanzwirtin
und Jens Krankenpfleger.
Für Jens und Susann Weißflog begann 2005 eine neue Zeitrechnung. Er bereitete sich auf die sambische Krankenpflegerprüfung vor, da sein Abschluss in Deutschland in Sambia mit britischem
Gesundheitsrecht nicht anerkannt wurde. Ein Jahr später war ihre Heimat ein kleines Kloster mitten im Busch, um sich mit der Sprache und der Kultur des Landes vertraut zu machen.
Für Jens Weißflog begann Ende 2006 in der Mungwi-Klinik Kasama seine verantwortungsvolle Tätigkeit. Da rund 17 Prozent der Bevölkerung mit dem Virus HIV/AIDS infiziert sind übernahm er an der
Klinik die medikamentöse Behandlung der an der Immunschwächekrankheit Erkrankten. Dorfgesundheitshelfer, Hebammen und Pastoren im Bereich HIV/AIDS galt es zu schulen sowie eine Aufklärung der
Bevölkerung über HIV/AIDS zu organisieren. „Das ist in diesem Land nicht einfach“, sagte Jens Weißflog. „Die Menschen glauben noch an Geister und Zauberer, die sie für die Krankheit
verantwortlich machen. Eine gesundheitliche Prävention stehe ganz am Anfang.“
Dabei ist die Mungwi-Klinik mit 30 Betten weit überfordert. Rund 20000 Sambier werden im Einzugsbereich der Klinik betreut. Oftmals müssen die Kranken Tagesreisen auf sich nehmen, um mit
Medikamenten versorgt zu werden. Und oftmals sind diese Reisen vergeblich, da der regierungsabhängigen Einrichtung die Medikamente fehlen. Im Mungwi-Spital passiere das relativ selten, da sie von
der Liebenzeller Mission zusätzliche Medikamente erhalte. Wichtig sei es, das Evangelium zu verkünden und den allerorten anzutreffenden Zauberkult zurück zu drängen.
„Dennoch“, so Jens Weißflog, „sind die Menschen offen und freundlich, obwohl das Lebensalter kaum die 35 Jahre übersteigt." Sambia sei ein Land mit einer sehr jungen Bevölkerung. Rund 70 Prozent
der Einwohner seien unter 21 Jahre alt. Die hohe Sterblichkeitsrate durch HIV/AIDS bewirke das. Viele Kinder wachsen ohne Eltern auf, da sie an der Immunschwächekrankheit gestorben sind. Etwa
jedes 10.Kind sei Vollwaise und werde von Verwandten betreut. Es herrsche eine grenzenlose Armut im Land. Im Durchschnitt verdiene ein Sambier einen Euro pro Tag.
Trotz dieser schwierigen Lage in Sambia, sieht Weißflog seine Arbeit nicht als vergebliche Mühe. Ohne die Hilfe und ohne die Medikamente aus Deutschland sähe es weitaus schlimmer aus, weiß der
Krankenpfleger aus Lauter, der sich inzwischen medizinische Kenntnisse angeeignet hat, die weit über das normale Maß eines Krankenpflegers hinaus gehen. Und auch das ist ein Novum in diesem
afrikanischen Land: 85 Prozent der Bevölkerung sind nominelle Christen. Rund zwölf Prozent gehören der traditionellen Religion und nur zwei Prozent dem Islam an.
Sambia ist so groß wie Frankreich und Deutschland zusammen genommen
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Weil "Gott will, dass alle Menschen gerettet werden und die Wahrheit erkennen" (1. Timotheau 2,4) sendet die Liebenzeller Mission seit fast 110 Jahren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
in alle Welt. Sie geben die Gute Nachricht von Jesus Christus weiter, gründen Gemeinden, schulen einheimische Christen und helfen in akuten Notlagen. |
Beuckelaer, Joachim 1530-1573. "Die Heilung des Lahmen am Teich Bethesda", 1562. Öl auf Eichenholz
Von Frank Walenszus
Hohndorf. Heil und Heilung, diesem Thema stellte sich Christian Weiß in seiner Predigt am Dienstag in der Gemeinschaftsstunde der landeskirchlichen Gemeinschaft Hohndorf. Jesus zieht mit
seinen Jüngern gen Jerusalem. Doch nicht um sich dort feiern zu lassen oder gar einen Königsstuhl einzunehmen, sondern er begibt sich an den Teich Bethesda, einer Stätte, an der die Not und das
Elend am größten sind. Hier, so der Prediger befinden sich Hunderte Kranke, die auf Heilung hoffen. In den fünf Hallen lagen Kranke, Blinde, Lahme und Ausgezehrte. Dem Wasser sprach man besondere
Kräfte zu, denn immer wenn das Wasser zu sprudeln begann, versprach man sich Heilung von seinen Leiden, wenn Kranke in das Wasser kamen.
Und ausgerechnet an diese Stätte begab sich Jesus. Er trifft dort auf einen Menschen, der 38 Jahre schon hier krank daniederlag. Fast provokatorisch mutet da die Frage von Jesus an: Willst du
gesund werden? Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe keinen Menschen, der mich in den Teich bringt, wenn sich das Wasser bewegt; wenn ich aber hinkomme, so steigt ein anderer vor mir hinein.
Verzweiflung spricht aus den Worten des Kranken und Jesus sagt: Steh auf, nimm dein Bett und geh hin! Und sogleich wurde der Mann gesund und nahm sein Bett und ging.
Das empörte die Juden, denn es war am Tag des Sabbats. Sie sprachen zu dem Geheilten, du darfst dein Bett nicht tragen. Doch jener berichtete ihnen von der wundersamen Heilung durch Jesus, doch
der Herr hatte sich bereits weiter in den Tempel Jerusalems begeben.
Jesus, so sagte Christian Weiß, sieht die Not des Einzelnen. Er gibt dem Geheilten wieder Hoffnung, nachdem er 38 Jahre schmachtete. Jesus Christus begibt sich an die Stätte, an der Not und Elend
herrschen. Er will helfen. Er geht eben nicht zu den Mächtigen und Herrschern. Er will den Notleidenden wieder auf die Beine helfen. Seine Frage an den Kranken: Willst du gesund werden, verlange
eine tiefere Betrachtung. Sie sei nicht oberflächlich gestellt. Jesus will niemanden etwas überstülpen, er will das innerliche Ja aus dem Herzen des Betreffenden.
Der Kranke hatte sich mit seiner Pein abgefunden. Er glaubte nicht mehr an Heilung. Da musste Jesus erst wieder in den Betroffenen die Hoffnung auf Heilung wecken. Und der Kranke glaubte dem Wort
von Jesus Christus und wird geheilt.
Die Geschichte, so der Prediger, lief förmlich im Verborgenen ab, fast geheim. Jesus wollte kein Aufsehen. „Denn was hätte es gebracht, wenn Jesus alle sofort geheilt hätte“, fragte Christian
Weiß. „Wenn sich im Herzen nichts änderte, dann wäre alles nur oberflächlich gewesen. Jesus hätte man nur als Wunderheiler verehrt.
Jesus trifft den Geheilten später im Tempel von Jerusalem: „Siehe du bist gesund geworden; sündige hinfort nicht mehr, dass dir nichts Schlimmeres widerfahre.“ Was wollte Jesus damit sagen? Der
Kranke ist zwar geheilt, aber lange noch nicht gerettet, sagte der Prediger.
Jesus Christus wolle aber mehr als nur Heilung, er will die die Errettung der Menschen für das ewige Leben. Bei dem Gelähmten, so der Prediger, verweise Jesus auf die immerwährende Gefahr des
Verlorengehens. Wer nicht auf Gott höre und eigene Wege gehe, ist verloren. Jesus möchte aber die Menschen retten vor der absoluten Gottesferne in der Hölle.
„Wir dürfen Jesus beim Wort nehmen“, sagte Christian Weiß, er enttäusche nie. Zum Reich Gottes werde aber niemand gezwungen. Hier seien nur Freiwillige. Gesundheit ist eben nicht alles, so der
Redner. Was nütze sie, wenn man verloren gehe und in die Fänge des Teufels gerate? Darin liege der tiefere Sinn seiner Frage an den Kranken: Willst du gesund werden?
Das Höchste aber ist die geistige Liebe
Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit du lange lebst im Lande, das der Herr, dein Gott, dir gibt
Von Frank Walenszus
Hohndorf. „Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit du lange lebst im Lande, das der Herr, dein Gott, dir gibt“ lautet das 4. Gebot der Zehn Gebote, die Gott Moses in zwei Steintafeln auf
dem Berg Sinai übergab. Prediger Sieghard Gebauer stellte sich in seiner Predigt am Dienstag in der landeskirchlichen Gemeinschaft diesem Thema, das auch in der heutigen Gesellschaft zunehmend
Fragen aufwirft.
Der biblische Auftrag an die Jungen, Vater und Mutter zu ehren stehe jedoch nicht vor dem ersten Gebot, du sollst keine anderen Götter neben mir haben. Die Liebe zu Vater und Mutter sei eine
weltliche. Die höchste Liebe sei jedoch eine geistliche zu unserem himmlischen Vater. Dennoch, so der Redner, habe gerade die Liebe zu den Eltern und die daraus erwachsene Verantwortung der
Kinder eine diesseitige aber auch eine große geistliche Dimension. Im Matthäus Evangelium heißt es dazu, „denn wer den Willen meines Vaters tut, der im Himmel ist, der ist mein Bruder, meine
Schwester und meine Mutter“. So sind Christen Teil der Familie, Teil der weltweiten Gemeinde des mystischen Leibes Jesu Christi.
Martin Luther fasste dies in seinem kleinen Katechismus in dem dreieinigen Begriff zusammen gehorchen, ehren und lieben. So wie es der Apostel Paulus in seinem Brief an die Gemeinde in Ephesus
zum Ausdruck brachte: „Ihr Kinder gehorcht euren Eltern im Herrn; denn das ist geziemend. Ehre deinen Vater und deine Mutter – das ist das erste Gebot mit einer Verheißung -, dass es dir wohl
ergehe und du lange lebest auf Erden (2. Mose 20,12). Ihr Väter verbittert nicht eure Kinder sondern erzieht sie in Zucht und Weisung des Herrn!
Dabei habe Paulus keineswegs mit Zucht die leibliche Züchtigung im Blick gehabt, sondern so wie es Luther beschrieb. Dem aufmerksamen Zuhörer wird dennoch nicht das Spannungsfeld zwischen dem 1.
und 4. Gebot entgangen sein, zwischen dem Primat der geistlichen Liebe zu unserem himmlischen Vater und der Liebe zu den leiblichen oder erziehenden Eltern. Die Eltern ehren, bedeute, sie
anzuerkennen, zu achten und zu respektieren. Im Hebräischen habe man dafür eine sehr treffende Beschreibung von ehren, eine Sache in ihrer Bedeutung gewichtiger machen. Es gehe schlicht darum,
eine Verbindung zwischen den Generationen herzustellen und die gegenseitige Verantwortung deutlich zu machen.
Im 1. Brief des Paulus an Timotheus heißt es dazu: „Wenn aber jemand für die Seinigen und besonders für die Hausgenossen nicht sorgt, hat er den Glauben verleugnet und ist schlimmer als ein
Ungläubiger.“ Freilich, so der Prediger, seien Konflikte zwischen den Generationen nicht ausgeschlossen. Aber auch Eltern vergäben sich nichts, Fehlverhalten gegenüber ihren Kindern
einzugestehen. Damit würden sie sichtbar machen, dass auch sie einer höheren Autorität unterstehen – Gott.
Wer könne das Doppelgebot der Liebe nicht hierin entdecken. Liebe Gott und deinen Nächsten wie dich selbst. Was könnte das heißen in der Eltern-Kind-Beziehung? Es stehe die Aufgabe, sagte
Sieghard Gebauer, christliche Werte zu vermitteln, Schutzräume für Kinder zu bieten und Gottes gute Weisung umzusetzen. Warum, so fragte der Prediger brauchen wir das 4. Gebot, es gehe um die
zerstörte Ordnung in unserer Welt. In vielen Dingen müsse man jedoch selbst zu der Erkenntnis kommen, dass man andere nicht ändern kann, ohne sich selbst zu ändern. In der Beziehung zwischen Jung
und Alt bedarf es, die Herzen zueinander zu führen, da oftmals die Liebe fehle.
Pfarrer Matthias Dreßler bei seiner Predigt. (Foto: FW)
Von Frank Walenszus
Stollberg.Zu drei Bibelabenden hatte die landeskirchliche Gemeinschaft Stollberg vom 28. bis 30. August eingeladen. Pfarrer Matthias Dreßler aus Neukirchen predigte zu den Themen „Glück
gehabt – von Gott erhört, was Gebet ausrichtet, Glück gehabt - von Gott gesegnet, was Segen bewirkt und Glück gehabt - von Gott geblitzt, was Vergebung fertig bringt.
Gebetserhörungen sind etwas für Menschen, wie wir es sind, sagte Pfarrer Dreßler. „Wir können uns glücklich schätzen und danken, dass Gott uns erhört. Der Prediger verwies auf das
Johannesevangelium 15,7, wo es heißt: „Wenn ihr in mir vereint bleibt und meine Worte in euch lebendig sind, könnt ihr den Vater um alles bitten, was ihr wollt, und ihr werdet es bekommen.“
Gleichzeitig verwies jedoch Dreßler darauf, man solle nicht enttäuscht sein, wenn eine Erhörung des Gebetes nicht sofort erfolge. Gott gehe seine eigenen Wege, wir können ihn nicht manipulieren.
Den Zeitpunkt der Erhörung bestimme er. Die Bibel verweise auch darauf, ihr bittet und empfangt nicht, weil ihr in übler Absicht betet, doch der Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernsthaft
ist.
Matthias Dreßler machte das an drei Varianten deutlich: Gott gibt punktgenau, wie bei Elias, der betete, dass es nicht regnen sollte und es regnete nicht.Gott gibt über ein Bitten, wie es im
Epheserbrief heißt: Gott kann unendlich viel mehr an uns tun, als wir jemals von ihm erbitten oder uns ausdenken können. So mächtig ist die Kraft, mit der er in uns wirkt. Und letztlich Gott gibt
nicht, was erbeten wurde.
Martin Luther sagte dazu: „Wenn nicht geschieht, was wir wollen, so wird doch geschehen, was besser ist.“ Auch Paulus ermahnte sich selbst im Bitten, „dass ich mich nicht überhebe“. So mancher
bittet Gott in seinem Gebet um etwas, um sich selbst zu erhöhen. Was führt nun dazu, das Gott ein Gebet nicht erhört, so der Redner. Möglich sei, dass ein Gebet zum Nachteil eines anderen führt,
oder Gott hat etwas anderes im Sinn.
In Matth. 20,20ff. bittet beispielsweise die Mutter der beiden Söhne von Zebedäus, dass die Söhne rechts und links neben Jesus sitzen dürften, wenn er seine Herrschaft angetreten habe. Jesus
erwiderte den beiden Söhnen zugewandt: „Ihr wisst nicht, was ihr da verlangt. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde.“ Paulus erkannte auch das: „…und der Geist Gottes verwerte es
mir.“
Pfarrer Dreßler verwies darauf: „Denken wir nicht zu groß von unserem Gebet oder zu klein von Gott. Das Entscheidende tut Gott selbst. Gott setze das Gebet ein, um den Menschen die Würde des
Ursächlichen zu verleihen.“
Nach Dreßler sind Gebetserhörungen für uns Menschen, sie sind etwas Mögliches, etwas sehr Persönliches, aber auch etwas Verhinderbares und etwas Himmlisches. Gott brauche nicht unsere Anregungen
im Gebet, er weiß alles - Gott wolle das Gespräch mit uns. Gebetserhörungen erfreuen das Herz des Menschen, stärken unseren Glauben und machen dankbar, sagte der Redner.
Für so manchen war die Aussage von Matthias Dreßler überraschend, als er sagte, „in welches Antlitz ich auch schaue ich sehe immer einen gesegneten Menschen ob Heide oder Christ, denn alles, was
der Mensch hat, ist eine Segnung Gottes“. Unter Segnen verstehe man eine von Wert begleitete Handlung. Der Segen könne sich jedoch nur durchsetzen, wenn der Wille Gottes dahinter stehe. Sei dies
nicht der Fall, handele es sich um einen so genannten „leeren Segen“.
Segnen ist eine Aufgabe der Fürbitte für andere oder Abwesende. „Segnet die die euch verfluchen, und betet für alle, die euch schlecht behandeln.“ (Luk.6,28). Bezeugte Folgen des Segnens sei ein
machtvoller Schutzwall gegenüber dem Bösen, eine Immunität gegen Verachtung durch Gott Fernstehende und große Freude wie bei Lukas 24,51 - 52 „Und während er sie segnete (Jesus Christus)
entfernte er sich von ihnen (den Jüngern) und wurde zum Himmel emporgehoben. Sie aber warfen sich vor ihm nieder. Dann kehrten sie voller Freude nach Jerusalem zurück“.
Segnen könne nach dem Alten Testament das ganze Volk Israel. Später seien es nur Priester oder auch Propheten gewesen. Mit dem Neuen Testament habe sich dies geändert und die gesamte Gemeinde sei
dazu berufen mit dem Priestertum aller Gläubigen. Jeder, der an Jesus Christus glaubt und der Kirche angehört, sei dazu berechtigt und befähigt.
„Alle unsere Schuld können wir in den Strafraum unseres Herrn Jesus Christus ablegen, der für uns am Kreuz gestorben ist und unsere Schuld getilgt hat“, sagte der Pfarrer. Im ersten Brief von
Johannes, Kapitel 2, 12 bis 17, heißt es, „Ihr Kinder ich gebe es euch schriftlich: Eure Verfehlungen sind vergeben; das verbürgt der Name Jesus Christus“. Der Prediger sagte, wir brauchen die
Vergebung, so wie es im Römerbrief, Kapitel 5, 12, steht: „Wie die Sünde durch einen einzigen Menschen in die Welt kam, so auch die Überwindung der Sünde.“
Die Bibel bezeuge viele Ereignisse der Sündenvergebung. Voraus gehe jedoch eine Schulderkenntnis wie beispielsweise bei Lukas 15, 21 vom verlorenen Sohn: „Vater“, sagte der Sohn, „ich bin vor
Gott und vor dir schuldig geworden, ich bin es nicht mehr wert, dein Sohn zu sein“.
Allerdings unterscheide man, so der Prediger, eine Schulderkenntnis vor dem „Crash“ und eine selbige nach dem „Crash“. „Wissen wir immer, was wir tun“ fragte Pfarrer Dreßler. Sei es nicht
mitunter so, dass wir vom Satan in die Irre geführt werden.oder Christen sich entzweien. Menschliche Gier, Süchte, Neid, Überheblichkeit und Bosheit würden an Fahrt gewinnen, deshalb sei
Vergebung mehr denn je nötig.
Aber auch die Versöhnung mit der eigenen Biografie sei oftmals für Menschen ein Problem. Vergeben ändere sehr viel im Leben eines Menschen, so der Prediger. Sie beendet eine
„Kommunikationsstörung“ vor Gott, sie sucht einen neuen Anfang und heilt Wunden, die sich Menschen zugefügt haben. Vergebung sei ein Schlüssel, der die Handschellen des Hasses aufschließe.
Pfarrer Dreßler verhehlte allerdings nicht, dass sich die Menschen sehr schwer damit tun. Im Matthäusevangelium 6, 14 bis 15 heißt es dazu: „Wenn ihr den andern vergebt, was sie euch angetan
haben, dann wird euer Vater im Himmel euch auch vergeben. Wenn ihr aber den andern nicht vergebt, dann wir euer Vater euch eure Verfehlungen auch nicht vergeben.“ Deshalb sei es wichtig sich
immer wieder die Frage zu stellen, wann habe ich zuletzt vergeben und wo habe ich Vergebung nötig.
„Jesus Christus ist für unsere Sünden am Kreuz gestorben, hat uns von der Sünde befreit“, sagte Pfarrer Dreßler. Golgatha sei ein Ort des verurteilenden Gerichts, aber auch ein Ort der
verschonenden Liebe.
Neues beherzt wagen
Von Frank Walenszus
Stollberg. 77 Geschwister gehören derzeit der landeskirchlichen Gemeinschaft Stollberg an. Elf Geschwister sind ausgeschieden oder haben durch Umzug die Gemeinschaft verlassen. In einer
Mitgliederversammlung am 24. April zog die Gemeinschaft Bilanz und steckte neue Ziele ab.Eberhard Trosse sagte in seiner Andacht, dass mit der Auferstehung von Jesus Christus an Ostern dem Tod
die Macht genommen wurde. Er könne nicht mehr machen, was er will. Für Christen sei das eine mutmachende Tatsache.
Die Zusammenkunft diene dazu, sagte Gemeinschaftsleiter Christoph Jenatschke das vergangene Jahr noch einmal passieren zu lassen. "Wir alle sind einer Informationsüberflutung ausgesetzt", so der
Redner. Vieles ströme auf die Geschwister ein, deshalb gelte es, Wichtiges vom Unwichtigen zu trennen und sich auf das Eigentliche zu konzentrieren. Deshalb sei es wichtig, die gemeinschaftliche
Arbeit auf die Stärkung des weltweiten mystischen Leibes Christi zu richten. Die Ansprüche an die Gemeinschaft änderten sich, um so mehr müsse man sich die Frage stellen, können wir dem
entsprechen.
"Wenn wir Menschen erreichen wollen, brauchen wir echte Antworten, die Mut machen und nicht in die Irre führen", sagte Bruder Jenatschke. Die Arbeit in der Gemeinschaft sei sehr vielfältig, dank
des Mitwirkens vieler. Dennoch mahnte der Gemeinschaftsleiter an, die Zweigarbeit dürfe sich nicht verselbstständigen, sie sei Teil der Gemeinschaftsarbeit in Stollberg wie auch im Landesverband.
Wichtig dabei sei jedoch, der Überlastung einzelner entgegenzuwirken. Hierbei seien Fürbitte und Gebete ein großer Segen für die Einheit der Gemeinschaft.
Er erinnerte an Weihnachten, Kinder der Sonntagsschule hatten eine Feier ausgestaltet, Aktivitäten für ProChrist, Gartenfeste, Konzerte, Bibeltage oder das Wirken der Jungschar. Ein Höhepunkt sei
zudem die gemeinsame Veranstaltung mit der Kirchgemeinde Stollberg zur Eröffnung des Dürerzentrums gewesen. Gut besucht werde auch die Veranstaltungsreihe "Tee und Themen".
Berichte aus den 15 Zweigbereichen ermutigten, das Erreichte zu sichern und dennoch immer wieder nach Neuem zu trachten, um außerhalb der Gemeinschaft Stehende zu gewinnen und sie mit Jesus
Christus bekannt zu machen. Auftritte des Chores, Angebote der Kinderbibelkreise, Mutti-Kind-Frühstück, Sonntagsschule, Jugendkreis, Posaunenchor, Männer- und Frauenkreis, Hauskreise sowie der
Seniorenkreis böten dafür gute Voraussetzungen. Das Redaktionsteam des Lineals leiste eine gute Arbeit, sei jedoch ebenso auf Zuarbeiten angewiesen. Nicht zu vergessen sei der Fahrdienst, der es
vielen älteren Geschwistern erst ermöglicht an den Gemeinschaftsstunden teilzunehmen. Der Büchertisch werde gut angenommen. Das Neuerscheinungspaket garantiere zudem, immer auf dem neuesten Stand
zu bleiben.
Auf eine ausgeglichen Bilanz der Gemeinschaft konnte die Kassenchefin verweisen. Insgesamt hatte die LKG Stollberg Einnahmen in Höhe von rund 34286 Euro. Die Ausgaben beliefen sich auf rund 32714
Euro bei einem Kassenbestand zum Jahresende von rund 2863 Euro. Mit Geldern aus dem Missionskonto wurden die Liebenzeller Mission und zwei Bibelschulen unterstützt.
Auf Leben programmiert
Von Frank Walenszus
Stollberg. Seit Ostern ist alles auf Leben programmiert. Das ist die froh machende Botschaft, die Eberhard Trosse in seiner Andacht zur Mitgliederversammlung der Gemeinschaft am 4. April
verkündete. Auf Leben programmiert ist auch das Leben in der Gemeinschaft auf das Christoph Jenatschke und verantwortliche Geschwister in ihren Berichten zur Mitgliederversammlung
verwiesen.
Sich mehr mit dem Gemeinschaftsleben auseinanderzusetzen war eine Schlussfolgerung von Bruder Jenatschke in seinen Bericht zur Jahreshauptversammlung. Es sei der Gemeinschaftsbewegung nicht
dienlich, wenn sich zunehmend für die Gemeinschaft der Begriff „Gemeinde“ eingeschlichen habe. Der Gemeinschaftsverband sei kein Anhängsel der Kirche. „Wir sind eine freiwillige Vereinigung
innerhalb der ev.-luth. Kirche“, so der Redner. Jedoch dürfe die Kirche nicht unsere Arbeit bestimmen. Für uns könne es nur heißen „mit der Kirche, aber nicht unter der Kirche. Dennoch müssten
die Gemeinschaftsstunden noch interessanter werden und öffentliche Zeugnisse der Gemeinschaftsarbeit sein.
Dass wir auf einem guten Weg sind, machten auch die Berichte zur Zweigarbeit deutlich. Die Sonntagsschule mir 20 Kindern sei für die Mädchen und Buben ein Erlebnis, in der gebastelt, gebetet und
gesungen wird. Auch die Jungschar und das Muttifrühstück nehmen sich davon nicht aus. Allerdings würden weitere Helfer benötigt, um die wachsenden Aufgaben meistern zu können.
Durchschnittlich zehn Besucher registriert die Jugend zu ihren Treffen. So treffe man sich beispielsweise im Mai in Neuwürschnitz zur Veranstaltung V-Power und im Herbst sei eine Ausfahrt
geplant. Chor, Posaunenchor und Saitenspieler vermittelten nachhaltig christliches Liedgut. Neben den Gemeinschaftsstunden habe sich in den Kreisen eine vielfältige geistliche Arbeit entwickelt,
die der gegenseitigen Erbauung dienen. Allerdings, so wurde kritisch angemerkt, müsste die Mitgliederversammlung stärker als Ort des konstruktiven Meinungsaustauschs über inhaltliche Fragen
entwickelt werden.
Angenommen wurde ein Beschluss, versuchsweise im heurigen Sommer jeden zweiten Sonntag bereits elf Uhr zur Gemeinschaftsstunde mit anschließendem Mittagessen zusammen zu kommen. 24 Geschwister
stimmten dafür, drei dagegen und vier enthielten sich der Stimme. Angenommen wurde der Beschlussvorschlag, Spenden für die Missionskasse der Liebenzeller Mission zur Verfügung zu stellen.
Eine positive Bilanz zog Kassenchefin Maria Rudolph. Immerhin verbuchte die Gemeinschaft ein kleines Plus zum Jahresabschluss, wenngleich die Einnahmen nicht die Ausgaben decken konnten und sich
deshalb der Kassenbestand zum Jahresende halbierte. Die Kassenprüfer hatten gegen den Abschluss nichts einzuwenden und die Mitgliederversammlung entlastete die Finanzchefin. Als neue Kassenprüfer
wurden Beate Scheuert und Gunther Gräber gewählt. Vier Delegierte nehmen an der Vertreterversammlung in Chemnitz teil. Süßes gab es zum Schluss. „Merci“ gab es für die gute Arbeit der
Ehrenamtlichen als Dankeschön.
Vom 19. bis 24. Mai 2008 führt die Landesklirchliche Gemeinschaft Hohndorf in ihrem Gemeinschaftshaus Glückauf-Straße 5 eine Evangelisation mit Evangelist Gerald Lorenz durch. An den sechs
Abenden, jeweils 19.30 Uhr, sollen Interessierte mit der Frohen Botschaft der Bibel bekannt gemacht werden. Jeder ist dazu herzlich eingeladen. Gerald Lorenz wurde 1950 in Walddorf in der
Oberlausitz geboren. Er lernte Bäcker und Konditor, studierte Lebensmitteltechnologie und war technischer Leiter im Backwarenkombinat Bautzen. Gerald Lorenz absolvierte ein vierjähriges
theologisches Studium. 1980 wurde er als Prediger in den sächsischen Gemeinschaftsverband berufen. Frank Walenszus sprach mit ihm.
Frage: Die Bibel ist das meistgelesene Buch und dennoch ist sie vielen Menschen fremd. Was kann daran eine Evangelisation ändern?
Gerald. Lorenz: Evangelisation bedeutet - die Frohe Botschaft des Neuen Testamentes weiter zu sagen - Jesus Christus ist der Sohn Gottes - Er starb für unsere Sünden - er ist auferstanden - er
lebt und bietet uns seine Hilfe an in einer Beziehung mit ihm. So sind alle angesprochen und herzlich eingeladen - egal, ob man schon lange als Christ lebt - oder auf der Suche ist nach dem Sinn
des Lebens - oder einfach mal hören will. Die Botschaft der Bibel ist bis heute aktuell.
Frage: An den sechs Abenden sollen Themen besprochen werden, die alle Menschen bewegen. Ein Interessantes Thema ist die Frage, auf wen können wir uns noch verlassen? Menschen hoffen doch sehr
auf Verlässlichkeit und werden sehr oft enttäuscht.
G. Lorenz: Ich bin überzeugt, dass die meisten Menschen auf der Suche sind, nach einem verlässlichen, geborgenen "Zuhause". Menschen werden immer enttäuschen und wir werden vorsichtig. Wir
erleben heute leider sehr viel Enttäuschendes. Was hindert uns einfach mal auf das zu hören, was die Bibel dazu sagt? Ist auf Gott Verlass? - Kann man den Worten der Bibel glauben schenken? In
meinem Leben ist diese Frage bis heute eine spannende Frage, die mein Leben verändert hat.
Frage: Für viele Menschen, auch in Hohndorf, bleibt nur die Hoffnung. Sie kommen mit den Problemen, die sie meist nicht verschuldet haben, nicht zurecht. Treffend macht dass das Thema am
Dienstag deutlich, "Mir schlagen die Wellen über den Kopf". Welche Antworten haben Sie darauf?
G. Lorenz: Wir sind keine Übermenschen und werden immer wieder in Situationen kommen, die wir nur sehr unsicher beherrschen. Da können einen schon die Wellen über dem Kopf zusammenschlagen. Auch
wir Christen sind davon nicht ausgenommen. Lassen wir uns in solchen Situationen von anderen Menschen gern helfen? Ich möchte auf die Hilfe von Gott hinweisen. Er verhindert in unserem Leben
solche Situationen oft nicht, aber er hilft hindurch, er lässt mich nicht fallen - er steht zu mir. Darauf kann man sich verlassen.
Frage: Ein Gesprächsanliegen ist auch die Angst vieler Menschen. Junge Leute sehen keine Perspektive. Ältere ängstigen sich vor Vereinsamung und Altersarmut. Was wollen Sie denen
sagen?
G. Lorenz: Angst lähmt unser Leben in vielfältiger Weise. Sie ist ein ständiger Begleiter unseres Lebens. Die Bibel spricht in vielfältiger Weise davon. Auch als Christ kann man ihr nicht immer
ausweichen. Denken wir nur an die Frage, die sehr viele beschäftigt - werden wir die Probleme dieser Welt lösen? Angst vor dem Tod - gibt es ein ewiges Leben? Werde ich mich einmal vor Gottes
Gericht für mein Leben verantworten müssen? Was gibt uns Geborgenheit, Zuversicht und Hoffnung? Gott will uns nicht quälen, sondern uns gerade da nahe sein und Geborgenheit vermitteln.
Frage: Der Tod von Jesus Christus am Kreuz und seine Auferstehung sind für die meisten Menschen unverständlich und sehen sich ob aller wissenschaftlichen Erkenntnisse darin provoziert. Für
Christen verbindet sich damit die Rettung und Hoffnung auf das ewige Leben. Sind Nichtchristen deshalb verloren?
G. Lorenz: Ja, es ist eine Provokation, wenn wir allein mit unserem Verstand und unserer Logik der Frage begegnen. Unsere Weisheit, unser Verstand und unsere Logik sind lückenhaft. Vieles
vermögen wir trotz allem Bemühen nicht: Frieden auf Erden, Gerechtigkeit oder Überwindung des menschlichen Egoismus. Jeder wird von Gott überrascht, wenn er sich auf ihn einlässt. Nur im Wagen
mit Gott wird aus Sinnlosigkeit - Gottes Kraft, die mir seine Liebe und Zuwendung eröffnet. Ja, die Bibel spricht von Verlorenheit ohne Jesus. Rettung vor dem Gericht Gottes geht nur über Jesus.
Gott wirbt um jeden und wartet auf jeden. Aber die Zeit dafür ist begrenzt.
Das 2te Deutsche Reich besteht