Mo
18
Okt
2010
Abzocke
Von Frank Walenszus
So mancher Wasserentsorger langt bei den Gebühren für Anschlussnehmer kräftig zu. Die exorbitante Steigerung der Gebühren wird meistens mit höheren Investitionsaufwändungen
begründet, da die Abwässer auch außerhalb von Verdichtungsgebieten vollbiologisch gereinigt werden müssen. Als Goldesel sehen so manche Wasserentsorger die vom Anschlussnehmer zu zahlende
Grundgebühr. Sie kann vom Anschlussnehmer nicht beeinflusst werden und bedeutet quasi eine beständige klar kalkulierte Einnahmequelle für den Entsorger.
Die Ursachen der Preissteigerungen sind jedoch nicht nur mit den hohen Aufwendungen für eine gesetzlich geforderte vollbiologische Klärung der Abwässer und der demografischen Entwicklung der
Bevölkerung zu begründen. Oftmals sind einfach die Abwasseranlagen überdimensioniert in der Hoffnung, dass Wirtschaftsunternehmen expandieren und somit auch der Verbrauch von Wasser
ansteigt.
Punktuell kann das zutreffen, doch meistens bleibt hierbei der Wunsch Vater des Gedankens. Die Folgen einer solchen Fehlentwicklung haben die Anschlussnehmer zu tragen. Fallen weniger Abwässer
als benötigt an, entstehen zwangsläufig enorme Kosten um die Entsorgungsanlagen in Betrieb zu halten. Nötig sind dann ebenso Spülungen der Kanäle für zentrale Entsorgungsanlagen mit Trinkwasser
oder gar der Rückbau nicht mehr benötigter Bereiche. Hier ist das Bundeskartellamt gefordert, die Preise für die Abwasserentsorgung zu überprüfen.
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